Text-Bild-Ansicht Band 292

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Ausführung der Dichtung ist aus Fig. 58 und 59 ersichtlich, wobei zur Erläuterung bemerkt werden mag: C sind Metalldichtungsringe gewöhnlicher Art, die durch den Gummiring B, der an seinem unteren Ende B1 stulpenartig umgebogen und mit einer Gummidichtung E als Einlage versehen ist. Nach der oberen Seite ist der vom Ring B gebildete Raum durch den Gummiring E1 abgedichtet. Dem Presswasser ist der Zutritt zu dem Raume bei B mittels der Kanäle FF1 F2F3F4 ermöglicht und damit ist ein genügender Druck für die Dichtung der Ringe C gewonnen (Englisches Patent Nr. 9176 vom 14. Mai 1892).

(Fortsetzung folgt.)

Neuerungen auf dem Gebiete der Eis- und Kühlmaschinen.

Von Prof. Alois Schwarz in Mährisch-Ostrau.

Mit Abbildungen.

Nachstehend sollen die wichtigsten Neuerungen auf dem Gebiete der künstlichen Kühlung, welche seit dem letzten Berichte (1890 275 1. 97. 155. 193) wieder in ziemlich grosser Anzahl durch Patentschriften und praktische Ausführungen bekannt geworden sind, in der gleichen Eintheilung wie beim letzten Berichte in Kürze erörtert werden. (Vgl. auch 1893 287 * 73.* 121.* 145.)

I. Absorptionsmaschinen.

Die Absorptionsmaschinen werden von den Compressionsmaschinen immer mehr verdrängt, daher sind in den letzten Jahren nur wenige neue Constructionen derselben bekannt geworden, welche sich überdies zumeist auf Vacuum-Eismaschinen beziehen.

Textabbildung Bd. 292, S. 184
Zur Vereinfachung und Verbesserung der bekannten Carré'schen Eismaschinen schaltet Robert Neuhaus in Braunschweig (D. R. P. Nr. 49936) zwischen Ammoniakkessel und Eisbildner einen Stellhahn ein, den man für die verschiedenen Perioden der Eisbereitung in gewisse Stellungen bringt, und welcher gleichzeitig zum Abschluss und Nachsehen eines Rückschlagventils dient, so dass der die Maschine bedienende Arbeiter nur diesen Hahn zu drehen hat und daher auch nicht so leicht eine unrichtige Stellung hervorbringen kann, als es bei mehreren Hähnen oder Ventilen möglich ist. Ausserdem ist das an jeder Maschine befindliche Entlüftungsrohr nach oben verlängert und mit einem Ventil oder Hahn versehen, so dass man zu jeder Zeit von aussen nachsehen kann, ob das Röhrchen functionirt und im Stande ist, zu entlüften bezieh. die Flüssigkeit überzuleiten. Man nimmt also die Entlüftung und die Ueberleitung durch dasselbe Röhrchen vor, wobei nicht so viel wässerige Flüssigkeit zurückbleibt, als bei zwei Röhrchen, die beide bis auf den Boden gehen und von denen das eine in der Regel mit Flüssigkeit gefüllt bleibt. Fig. 1 zeigt einen Verticalschnitt der Maschine. Der Eisbildner b ist mit dem Hahn c1 durch Rohr d verbunden und das zur Eismaschine erforderliche Entlüftungsrohr e nach oben bis e1 verlängert, um die Luft vor Ingangsetzung der Maschine mittels eines Hahnes oder eines Ventilchens F entweichen zu lassen. Das Rohr ee1 ist durch das Rohr g mit dem Hahn c1 verbunden.

Textabbildung Bd. 292, S. 184
Eine Neuerung an der Füllung von Absorptionskälter maschinen von Dr. S. Riehm in Oberröblingen besteht darin, dass man an Stelle einer wässerigen Ammoniaklösung eine Lösung von Ammoniak in Chlorcalciumlauge anwendet. Letztere erhält man durch Einleiten von Ammoniakgas in eine kaltgesättigte Lösung von Chlorcalcium(36° Bé.). Diese Füllung hat nach Mittheilung des Erfinders folgende Vorzüge, durch welche mit der gleichen Maschine je nach den Umständen die 1½- bis 2fache Kältewirkung erzielt wird. Beim Erhitzen entweicht; selbst wenn die Füllung ärmer an Ammoniak wird, nur Ammoniakgas und kein Wasserdampf, da das Wasser durch das Chlorcalcium zurückgehalten wird. Hierdurch wird einestheils in der Condensationsschlange bedeutend weniger Kühlung nöthig, anderentheils findet in der Verdunstungsschlange eine grössere Kälteentwickelung statt. Bei gewöhnlicher Füllung entwickelt sich viel Wasserdampf, welcher bei seiner Condensation zu Wasser wird und bei der Wiedervereinigung von Ammoniak viel Kühlung verbraucht. Das Ammoniak; welches sich mit dem Wasser vereinigt hat, bleibt natürlich in der Verdunstungsschlange unwirksam. – Bei Einführung der neuen Füllung ist man nun auch in der Lage, durch rationell gebaute Maschinen die warme Ammoniakflüssigkeit, welche zur Regeneration gelangen soll, fast völlig frei von Ammoniakgeist zu machen. Dies hat den grossen Vortheil, dass der aus der Verdunstungsschlange übertretende Ammoniakgeist viel energischer aufgenommen wird und dass die Ammoniakpumpe eine viel grössere Menge Ammoniak aus dem Verdampfer in den Kessel zurücktransportiren kann. Da eine Chlorcalciumlösung im Vergleich mit Wasser bekanntlich die ungefähr doppelte Gewichtsmenge Ammoniak aufzunehmen vermag, so kann die Pumpe, welche die regenerirte Flüssigkeit in den Erhitzungskessel transportirt, fast die doppelte Menge Ammoniak bewältigen.