Text-Bild-Ansicht Band 292

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welche nach Uhland's Rundschau in Fig. 88 bis 90 veranschaulicht ist. Die Kuppelungshälfte b ist auf der linken Welle festgekeilt, trägt in der Nabe eine Büchse, in welcher die rechte Welle frei laufen kann, an der Innenseite der Scheibe den Bolzen e und die beiden hohlen Vorsprünge. Um den Bolzen e sind die beiden gabelförmigen Bremsklötze b drehbar beweglich, welche durch die in die Höhlungen der Vorsprünge eingelegten Spiralfedern nach aussen hin gedrängt werden. In die hakenförmigen Enden der Bremsklötze b greifen die beiden Gelenkstücke g ein, welche sechseckige Augen zur Aufnahme von langen Muttern besitzen und mit einander durch die Schraubenspindel f mit Rechts- und Linksgewinde verbunden sind. Auf die Spindel ist in der Mitte ein winkelförmiger Hebel d festgekeilt, um sie nach Belieben durch einen gewissen Winkel in der einen oder anderen Richtung zu drehen und dadurch die beiden Gelenkstücke g einander zu nähern oder von einander zu entfernen. Die andere Kuppelungshälfte a ist auf der rechten Welle festgekeilt, während die Muffe im Gegensatze zu den üblichen Kuppelungen nicht nur axial auf der Welle verschiebbar, sondern auch lose auf derselben drehbar ist und stets von der Kuppelungshälfte b bei deren Drehung mitgenommen wird, weil sie durch die Schienen c mit dem Winkelhebel d an der Schraubenspindel f verbunden ist. Rückt man daher mit Hilfe des Handhebels die Muffe nach links hin, so wird dadurch mittels der Schienen e und des Hebels d die Drehung der Schraubenspindel f und somit die Anpressung der Bremsklötze b an den Umfang der Scheibe a veranlasst, so dass die entsprechende Reibung die Scheibe a und die rechte Welle mitnimmt. Um der Abnutzung der Bremsklötze b Rechnung zu tragen, sind die Gelenkstücke g eben mit den sechseckigen Augen versehen, welche gestatten, die darin befindlichen Muttern der Länge nach zu verschieben, worauf diese durch beiderseitig aufgeschraubte, auf Fig. 90 ersichtliche Muttern eingestellt werden. Augenscheinlich haftet dieser Kuppelung der Nachtheil an, dass die Verbindung zwischen der Muffe und der auf der anderen Welle befindlichen Kuppelungshälfte b unsicher ist und leicht zu Klemmungen, sowie Störungen Anlass gibt.

Textabbildung Bd. 292, S. 238
Bei der Schraubenfederreibungskuppelung mit regelbarem Reibungsdruck von Lohmann und Stolterfoht in Witten (D. R. P. Nr. 67283 vom 24. Februar 1892), Fig. 91, ist der Kuppelungszaum oder die Schraubenfeder c mit einer Reibungskuppelung verbunden, deren Reibungskörper ab beständig mit elastischem und regelbarem Druck gegen einander gepresst werden, um die beim Einrücken durch das Mitnehmen von c hervorgebrachte plötzliche Geschwindigkeitsäusserung durch Gleiten der Reibungsflächen der Körper ab unschädlich zu machen. Es kann die Schraubenfeder c auch von einem Mantel m umschlossen werden, an dessen innere Fläche die äussere Fläche des Kuppelungszaumes bei Rückwärtsbewegung sich anlegt und zur Wirkung kommt.

Es sei an dieser Stelle noch die hydraulische Reibungskegelkuppelung mit Universalgelenk von Lezius in Breslau erwähnt (D. R. P. Nr. 70575 vom 23. August 1892).

Textabbildung Bd. 292, S. 238
Der eine Kuppelungskegel A (Fig. 92) ist mittels Kreuzgelenkverbindung hl mit dem Nabenstücke C seiner Welle zu dem Zwecke verbunden, eine zuverlässige Abdichtung zwischen den beiden Kegeln A und B und gleichmässige Uebertragung des Reibungsdruckes auf alle Stellen der Reibungsflächen zu sichern.

(Fortsetzung folgt.)

Ein neuer Phonograph.

Im elektrotechnischen Vereine in Berlin hielt A. Költzow einen Vortrag über einen von ihm erfundenen Phonographen, dem wir Folgendes entnehmen: Redner erwähnte den Phonographen von Edison, das Graphophon von Tainter und das Berliner'sche Grammophon. Wenn man an die Verwendung eines Phonographen denkt, so muss man dabei den praktischen Zweck im Auge haben und da bleibt wohl der Ersatz der Stenographie durch den Phonographen der Hauptzweck. Das Berliner'sche Grammophon ist für diese Zwecke überhaupt nicht zu gebrauchen, weil die Herstellung der Schallregister äusserst complicirt ist und grosse Sachkenntniss erfordert. Der Edison-Phonograph dagegen in seiner heutigen Construction ist noch sehr complicirt und noch sehr theuer, und das Graphophon von Tainter soll in Deutschland überhaupt nicht käuflich sein.

Der von A. Költzow gebaute Phonograph weist gegenüber dem Edison-Phonograph eine sehr einfache, billige und von jedem Laien zu handhabende Construction auf. Dieser Apparat nimmt Sprache, Gesang und Musik ebenso auf wie der Edison-Phonograph, jedoch mit viel einfacheren Mitteln. Das Einzeichnen der Schallwellen in den Cylinder geschieht mittels einer Membrane, an welcher ein Stift befestigt ist, oder auch durch ein sogen. kegelförmiges Schreibmesser. Das letztere hat den Vortheil, dass es sich nicht leicht abschleift und, wenn wirklich etwas abgeschliffen, nur gedreht zu werden braucht, um eine neue Schreibstelle zu haben.