Text-Bild-Ansicht Band 292

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Eine Deckenbildung mittels Blech und ⊤-Eisen zeigen die unter Nr. 43 befindlichen Figuren, die durch englisches Patent Nr. 10565 vom 29. Juni 1889, ertheilt an G. A. Hobson in Richmond, Surrey, geschützt sind. Die Bleche sind bogenförmig oder polygonförmig gebogen und an ihrem unteren Ende mit ⊤-Eisen oder ∪-Eisen vernietet. Die letzte Figur zeigt eine, die Eisenconstruction vor Feuer schützende Verkleidung von Formziegeln. Die Bodenbildung kann in beliebiger Weise erfolgen.

Neuere Hebevorrichtungen.

(Fortsetzung des Berichtes S. 228 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

3) Erdwinden.

Neuere Erdwinden sogen. Kapständer mit Druckwasserbetrieb.

Seit zwanzig Jahren werden mit Vortheil zum Ordnen und Zusammenstellen der Güterwagen und zur Ueberführung derselben nach den Ladeplätzen Winden mit Glockentrommeln auf senkrechter Welle verwendet, die zwischen den Gleisen Aufstellung finden und mit welchen durch Schlingseile die Wagen herbeigeholt werden. Die Zugkraft schwankt hierbei zwischen 500 und 1000 k, die Seilgeschwindigkeit zwischen 2 und 1 m/Sec. Im Wesentlichen besteht eine solche Kapständerwinde, auch Spill oder Capstan genannt, aus einer liegenden Grundplatte mit Lagerkörper für eine lothrechte Welle, auf welcher die Windenglocke sitzt und die mittels einer Dreicylinder-Wasserkraftmaschine bethätigt wird, die ihre Aufstellung unter der Grundplatte in einer möglichst frostsicheren Grube findet.

Unbedingt muss diese Betriebsmaschine leicht zugänglich und übersichtlich sein, weshalb entweder die Grube besteigbar oder die Grundplatte mit dem Windwerk um wagerechte Zapfen drehbar gemacht ist, so dass dieselbe im Grundrahmen vollständig umkippbar wird, und endlich kann das gesammte Windwerk aus dem Grundkasten ausgehoben und beliebig verlegt oder versetzt werden. Je nach den örtlichen Verhältnissen wird eine dieser Anordnungen gewählt und die Anlagen für die Rohranschlüsse für das Press- und Ablaufwasser entsprechend zu beachten sein.

C. Hoppe's Kapständer.

Für verschiedene Hafen- und Bahnhofsanlagen, wie z.B. Bremen, Frankfurt a. M., Mainz, Wittenberge, sind von C. Hoppe in Berlin Kapständerwinden mit Druckwasserbetrieb geliefert worden.

Nach dem Organ für das Eisenbahnwesen, 1890 S. 227, ist in Fig. 47 ein Kapständer mit fester Grundplatte und frostsicherer Einsteiggrube dargestellt. Im Grundrahmen a ist eine Lagersäule b eingesetzt, in welcher die Kurbelwelle c kreist, an deren oberen freien Zapfen die Seilglocke d aufgekeilt ist. Drei unter gleicher Winkellage radial gelegte Cylinder sind in einem Mittelstück e vereinigt, welches an der Lagersäule b angeschraubt und mittels eines Hauptdeckels f verschliessbar ist, während jeder Einzelcylinder einen besonderen Deckel g erhält.

Von der Kurbelwelle c aus wird ein Steuerhahn bethätigt, welcher im Hauptdeckel f die Zuführung und Ableitung des Kraftwassers nach den einzelnen Cylindern besorgt, während die Anschlüsse für die Hauptleitungsrohre aussen am Deckel f vorhanden sind. Hölzerne Schutzwände h an der Grubenwand, Doppelthüren i an der Einsteigöffnung, sowie Asphaltbeguss k auf der Grundplatte sind zur Sicherung gegen Frost vorgesehen. Eine Anordnung mit kippbarer Grundplatte ist in Fig. 48 im Grundriss dargestellt. In den Hauptbestandtheilen gleicht der Aufriss hierzu der Fig. 47.

Textabbildung Bd. 292, S. 247
Im Grundrahmen a sind achsenrichtig zwei Hohlzapfen a1 und a2 (Fig. 48) vorgesehen, um welchen mittels Lagerschluss die bewegliche Grundplatte b drehbar liegt.

Textabbildung Bd. 292, S. 247
Selbstverständlich folgt, dass der Rohranschluss für die Zu- und Ableitung durch diese Zapfen geführt wird, sowie das Vertheilungsventil d sammt den Steuerhebeln c1 und c2 und den Steuerknöpfen b1 und b2 an der drehbaren Grundplatte b angeordnet sind.

Auch sind diese Fussdruckknöpfe doppelt vorhanden, um für jede Stellung des Führers erreichbar zu sein.

Kapständer der französischen Ostbahn.

Am Bahnhof St. Lazare zu Paris sind 22 Stück Kapständerwinden im Betrieb, welche, für eine grösste Zugkraft von 400 k gebaut, im Stande sind, vier beladene Wagen auf wagerechtem Gleis mit 1 m/Sec. Geschwindigkeit zu bewegen.