Text-Bild-Ansicht Band 292

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enthält einen Kälteerzeuger in Form eines Schlangenrohres, wie in der Zeichnung im Schnitt dargestellt und mit E1E2... bezeichnet ist. Jeder solchen Schlange E1E2... wird vom Condensator der Kälteerzeugungsmaschine her durch ein Rohr e das Kälteerzeugungsmedium zugeführt. Ein senkrechtes Vertheilungsrohr ermöglicht, dass die aus dem Condensator austretende Kälteflüssigkeit sich auf alle Röhrchen vertheilt.

Die sämmtlichen Abgänge der Verdampferschlangen münden in ein senkrechtes Rohr, welches als Ende der Saugleitung zum Compressor der Kälteerzeugungsmaschine anzusehen ist.

Nachdem die Schalen B1B2... B9 mit Wasser gefüllt sind und das Kälteerzeugungsmedium eine Zeit lang in den Schlangen E1E2... circulirt hat, wird das Wasser in den Schalen B1B2... gefroren sein und die zur Luftkühlung dienenden Kühlflächen gebildet haben.

Es kann nur die Luft zur Abkühlung dem Apparate zugeführt werden. Die Bewegung der Luft zum Apparat hin und durch denselben kann durch einen Ventilator bewirkt werden. Sie geht aber auch ohne dieses selbst vor sich, indem die Luft, welche bei Beginn des Abkühlprocesses im Apparate vorhanden sein wird, in Folge des Abkühlens durch die entstehenden Eisflächen schwerer wird als die ausserhalb des Apparates befindliche und daher aus der Düse C2 austreten und in die Aussenluft hinabsinken muss. Das wird auch ununterbrochen so fort gehen, so lange die ausserhalb der Ausgangsdüse C2 befindliche Aussenluft wärmer, also leichter ist, als die den Apparat verlassende Luft.

Die durch den Ventilator oder von selbst dem Apparat zufliessende und ihn durchziehende Luft wird ihre Wärme an die Eisoberflächen nach und nach abgeben, bis sie die Eistemperatur angenommen hat; die vom Eis aufgenommene Wärme wird von dem im Verdampfer circulirenden Kälteerzeugungsmedium abgeführt.

The Brewer and Malster macht den Vorschlag, die Kühlwirkung des an den Salzwasserrohrleitungen sich condensirenden Schneebelages, der behufs Erhaltung des Kühleffects nicht zu dick werden darf und daher zeitweilig durch geeignete Vorrichtungen abgeschabt werden muss, auszunutzen, indem man diesen abgekehrten Schnee nicht bis auf den Boden, sondern vielmehr in eine etwa 1 m unter dem Rohrnetze angeordnete, oben offene Blechrinne fallen lässt, welche etwas breiter als das darüber liegende Kühlrohrsystem sein soll.

Es sammelt sich sonach der von der letzteren abfallende Schnee in der Blechrinne und in Folge dessen bildet die letztere in der That eine weitere Kühleinrichtung secundärer Natur für sich, welche, da sie noch in der Höhe des Raumes und daher in dessen wärmeren Luftschichten sich befindet, eine gar nicht zu unbedeutende Kühlwirkung besitzt. Jedoch muss zur vollen Ausnutzung der letzteren die Kühlrinne auch noch eine gewisse Beweglichkeit besitzen. Sie soll nämlich nur dann direct und parallel unter das Kühlrohr gebracht werden, wenn man beabsichtigt, dasselbe von dem anhängenden Schnee zu befreien, so dass er also von ihr aufgefangen und gesammelt werden kann. Ist dies erreicht, das Kühlrohr vom Schnee befreit, der letztere in der Rinne gesammelt und ausgebreitet, so ist der richtige Platz der letzteren, welche zuletzt Schneesammelrinne war und nun eigentliche Kühlrinne werden soll, keineswegs mehr direct senkrecht unter dem Kühlrohr selbst, von wo nur ein sehr kalter Luftstrom herab und so bloss auf den in der Rinne gesammelten Schnee fällt und von diesem geradezu aufgehalten wird. Verbliebe sonach die Rinne für beständig senkrecht unterhalb des Kühlrohres, so würde dadurch die Wirkung beider, des Kühlrohres und der Kühlrinne, sich gegenseitig hemmen und herabsetzen, und deshalb ist es unbedingt nöthig, dass nach der Sammlung des Abfallschnees die Kühlrinne mindestens 2 bis 3 m seitwärts von dem darüber befindlichen Kühlrohre verschoben werden könne, was durch eine ganz einfache Einrichtung möglich wird.

Schliesslich sei noch ein Hilfsapparat beschrieben, welcher überall eingeführt werden sollte, wo Kühlanlagen, insbesondere bei Anwendung von comprimirten Gasen, bestehen. Es ist dies der Respirationsapparat Patent König, welcher die Bestimmung hat, für den Fall des Ausströmens grosser Mengen von Ammoniak oder anderen schädlichen Gasen aus einer Kühlmaschine, wie solche bei grösseren Undichtheiten leicht eintreten können, das rasche Eindringen in den Maschinenraum behufs sofortiger Behebung des Schadens ohne Gefährdung der Gesundheit zu ermöglichen. Der Apparat besteht aus einem Helm mit Maske und Schutzvorrichtung, welcher den Kopf des eindringenden Mannes vollkommen schützt und mittels eines Spiralschlauches mit einem Blasebalge in Verbindung steht, der ausserhalb des mit schädlichen Gasen erfüllten Raumes situirt ist und von einem Hilfsmanne bedient wird, so dass der mit dem Apparate ausgestattete Mann ohne jede Belästigung stets frische Luft zugeführt erhält und mehrere Stunden ununterbrochen in dem Raume arbeiten kann, ja sogar deutliche Signale und Befehle zu ertheilen im Stande ist. Dieser Apparat ist insbesondere für Compressionskühlmaschinen, welche unter hohem Drucke arbeiten und bei welchen durch einen unglücklichen Zufall leichter grössere Gasaustritte erfolgen können, von besonderer Bedeutung.

Neuere Hebevorrichtungen.

(Schluss des Berichtes S. 275 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

5) Fahrstühle und Bühnen.

Otis' Fahrstuhlwinde mit elektrischem Kraftbetrieb.

Auf der Frankfurter Ausstellung 1891 hatte die American Elevator Co. in London (Otis Brothers and Co. in New York) für den Fahrstuhlbetrieb im Aussichtsthurm das in Fig. 68 bis 75 nach Engineering, 1891 Bd. 51 * S. 669, dargestellte Windwerk aufgestellt.

Das über die Rollen b und c geführte Tragseil wickelt sich auf die Windentrommel auf und trägt den Fahrstuhl a, sowie ein Gegengewicht d, welches nebst dem todten Gewichte noch die halbe Nutzlast ausgleicht, so dass die Hebearbeit auf beide Hübe gleichmässig vertheilt wird. Zum Betriebe der Windentrommel e dient ein Schneckenrad g, deren Schnecke f unmittelbar auf der Welle der elektrischen Kraftmaschine M sitzt. Um ein rasches Anhalten zu ermöglichen oder einen selbsthätigen Rücklauf des Schneckentriebwerkes zu verhindern, ist eine unmittelbar auf die Schneckenwelle thätige Backenbremse h vorgesehen,