Text-Bild-Ansicht Band 292

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bei Manillahanf mit 700 k/qc ermittelt, und würde somit eine Materialanstrengung von 8 k einer 90fachen Sicherheit entsprechen.

Man begnügt sich in neuerer Zeit mit geringeren Sicherheiten, gestattet je nach der Qualität des Materials bei Hanfseilen Inanspruchnahmen von 10 bis selbst 20 k/qc und daher kann als ein mittlerer Werth der von 15 k/qc betrachtet werden, welchem somit gegen die anfänglich angenommenen nur eine halb so hohe Sicherheit gegen Bruch zukommt.

In unserem Falle, wo für das treibende Seilstück eine Spannung von 10,55 k/qc vorhanden ist, kann demnach dieser Werth mit Rücksicht auf die aussergewöhnlichen Verhältnisse als ein mittlerer und ganz entsprechend gewählter bezeichnet werden.

Textabbildung Bd. 292, S. 298
Zum Schlusse sei noch erwähnt, dass die beschriebene Hanfseiltransmission bereits seit April 1887 in ununterbrochenem Betriebe steht. Dieselbe wurde anfangs mit sehr stark gespannten Seilen angelassen, welche sich im Laufe der Zeit wohl etwas gedehnt haben, ohne dass jedoch ein Ueberspleissen derselben während der ganzen Betriebszeit sich als nothwendig herausgestellt hat. Die Seile laufen daher ganz schlaff in den ihnen entsprechenden Seilcurven und kann während des Ganges nicht das geringste Rutschen beobachtet werden. Demzufolge ist die Kraftübertragung auch eine vollkommene und der Gang äusserst ruhig. Noch wäre zu erwähnen, dass bisher an den Seilen nicht der geringste Verschleiss bemerkt werden konnte, und werden daher nach den bisherigen Erfahrungen die Erhaltungskosten dieser Transmission voraussichtlich sich als die billigsten gegenüber den früheren Transmissionen herausstellen.

Auf Grund dieser Erfahrungen muss sonach für Kraftübertragung bei sehr geringer Geschwindigkeit dem Hanfseiltriebe der Vorzug eingeräumt und kann dieser auch Jedermann empfohlen werden.

Unter Nr. 13412 D. R.-Musterschutz ist eine Lederausfütterung für Transmissionsseilscheiben von Georg Hechel in St. Johann-Saarbrücken eingetragen, die an Stelle der gebräuchlichen schwalbenschwanzförmig eingesetzten Fütterungen Verwendung finden soll. Bei dieser Seilscheibe ist, wie Fig. 93 und 94 zeigen, Lederfütterung angebracht, die aus V-förmigen Stücken gebildet ist, so dass das Seil auf der Kopfseite des Leders aufliegt. Dadurch wird sowohl grosse Haltbarkeit des Leders erreicht, als auch Schonung des Seiles neben guter Haftung, falls Kraftübertragung bezweckt wird. Um feste Lagerung der Lederstücke unter einander und in der Scheibe zu bewirken, ist am Grunde des Lederringes ein Drahtseil durch die Lederstücke gezogen. Wie Fig. 95 zeigt, ist dies Drahtseil im Innern der Seilscheibe nachstellbar, so dass mittels dieser Vorrichtung die Lederfütterung fester auf ihre Unterlage gedrückt und somit ihre Reibung vergrössert wird. Die Einrichtung bietet verschiedene Vortheile, zunächst theilt sie mit den gefütterten Scheiben den Vortheil, dass die Seile nicht durch die Berührung mit Metall stärkerem Verschleisse unterliegen; vor den Scheiben mit der üblichen Fütterung bietet sie den erheblichen Vortheil, dass der Kranz weniger den Gusspannungen unterworfen ist, denn die Form des Kranzes gestattet günstigere Uebergangsquerschnitte. Die Heckel'sche Lederfütterung passt sich ohne Schwierigkeit vorhandenen Seilscheiben an.

Textabbildung Bd. 292, S. 298
G. H. Schübbe in Gevelsberg (Westfalen) ist unter D. R. P. Nr. 62147 am 17. September 1891 ein Riemen- oder Schnurseilgetriebe mit einer Stufenscheibe und einer verschiebbaren Scheibe ohne Stufe patentirt worden, dessen Anwendung auf den Betrieb einer Bohrmaschine in Fig. 96 dargestellt wird. Das Getriebe kann da angewendet werden, wo zur Veränderung der Geschwindigkeit eine Gegenstufenscheibe nicht angebracht werden kann oder wo sie vermieden werden soll. Der Kraftbetrieb geht von der losen Riemenscheibe D aus, über diese und die lose Riemenscheibe E, die so weit von Mitte zu Mitte aus einander liegen, dass die Führungsrolle J den in sich zurücklaufenden Riemen tangirt. Denselben Durchmesser hat die Gegen- und Spannrolle C, die mittels des Supportes B anstellbar ist. Bei erforderlicher Geschwindigkeitsänderung wird die Stufenscheibe O nach Bedarf in der Höhe gestellt, wie es auf der Abbildung in punkteten Linien angedeutet ist. Der Betrieb kann durch Hand- oder Maschinenbetrieb erfolgen; für letzteren Zweck ist die Scheibe D verbreitert. Die Feststellung der Stufenscheibe in der Höhe wird durch den Bügel P und die Schraube R bewirkt.

Textabbildung Bd. 292, S. 298
A. Ventzki in Graudenz hat in dem D. R. P. Nr. 54581 vom 4. Mai 1890 eine Vorrichtung zur Verminderung des Lagerdruckes bei Riemen- oder Seilbetrieb vorgeschlagen. Auf der treibenden Welle B (Fig. 97) ist das Reibrad b befestigt, welches mit der Scheibe c auf der Zwischenwelle C in Berührung steht, so dass diese eine dem Verhältnisse b : c entsprechende Drehgeschwindigkeit erhält. Auf der Welle C sind ausserdem die Scheiben d befestigt, die mit den Scheiben aa arbeiten. Die Welle A wird