Text-Bild-Ansicht Band 294

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verhindert deshalb die Resorption von Blei durch den Organismus keineswegs.

Salpeter in Egypten.

W. Cossar Mackenzie hat den thonigen Kalkstein, welcher in der Gegend zwischen Keneh und Esneh eine Kette von zahlreichen kleinen Hügeln von etwa 75 engl. Meilen Länge bildet und von den Eingeborenen wegen seines Gehaltes an Natronsalpeter als Düngemittel verwendet wird, an Ort und Stelle untersucht und theilt mit (Journ. Soc. Chem. Ind., 1894 S. 611), dass der Natronsalpeter in diesem Kalkstein in sehr wechselnder Menge sich findet und allem Anscheine nach organischer Substanz seine Entstehung verdankt, die sich in vom Wasser gebildeten Höhlungen und Spalten des Kalksteines angesammelt und nach dem Verschwinden des Wassers unter dem Einflüsse des warmen Klimas Nitrification erlitten hat. Bei der ungünstigen Lage der Fundstätten – mehrere Stunden weit in der Wüste – würde eine technische Nutzbarkeit voraussetzen, dass grössere Quantitäten von mindestens 10 Proc. Natriumnitratgehalt aufgefunden würden, was recht zweifelhaft erscheint, da, von einzelnen Auswitterungen abgesehen, die sehr reich an Salpeter waren, der Verfasser durchweg geringere Procentgehalte gefunden hat. Seine Proben waren allerdings sämmtlich nur von einer Fundstätte entnommen.

H.

Ueber die Farbe des Messings.

Walter G. Mc Millan hat festgestellt, dass die Farbe von Messingbohrspänen eine Erkennung ihres Kupfer- und Zinkgehaltes bis auf etwa ½, ja für Geübte bis ¼ Proc. gestattet, wenn man sie mit einer Scala von Standardproben vergleicht. Bedingung ist 1) dass die Standardproben und die vorgelegte nur im Kupfer- und Zinkgehalte verschieden sind, in ihrer Reinheit bezieh. ihrem Gehalt an Blei, Eisen oder Zinn aber sehr nahe übereinstimmen; 2) dass eine gewalzte Messingprobe nur mit Standards aus gewalztem Messing, eine unbearbeitete nur mit Standards aus unbearbeitetem Metall verglichen werden darf. Schliesslich muss beim Bohren der Messingspäne so langsam verfahren werden, dass keine erhebliche Erhitzung eintritt, wodurch Anlaufen der blanken Flächen verhütet wird. Die Methode dürfte sich deshalb naturgemäss nur für den Gebrauch in Werken eignen, die Messing herstellen und längere Zeit hindurch dasselbe Kupfer und Zink verwenden und das producirte Messing in gleichartiger Weise weiter behandeln. (Journ. Soc. Chem. Ind., 1894 S. 593.)

H.

Heizkraft des Rauches.

R. R. Tatlock (Chem. News vom 3. August 1894) berechnet aus dem Verhältnisse des Heizwerthes der von einer Kohle abgegebenen Gas- und Theermengen zu dem Heizwerthe des verbleibenden Koks eine theoretische obere Grenze von 15 Proc. für den Heizverlust durch in den Abgasen mitgeführte unverbrannte Substanz für den Fall, dass sämmtlicher Theer und alles Gas unverbrannt verloren geht und dass die verwendete Kohle nur 50 Proc. festen Kohlenstoff bei 37,5 Proc. Gas, Theer u.s.w. liefert. In der Praxis werden die verwendeten Kohlen meist mehr Koksausbeute geben und es wird stets ein grosser Theil des Theeres und der Gase verbrennen. Es gehen deshalb niemals auch nur entfernt 15 Proc. des Heizmaterials unverbrannt verloren. Die directe Untersuchung russiger Abgase führte den Verfasser zu dem Resultate, dass 1) Kohlenwasserstoffe und Kohlenoxyd auch in solchem Rauche nicht vorhanden sind und dass 2) das Quantum an fester, kohliger Substanz im Rauch ein so kleines ist, dass der dadurch veranlasste Verlust an Heizkraft nur 0,74 Proc. von der Heizkraft des verwendeten Heizmaterials ausmacht. Eine Rauchverbrennung kann deshalb niemals gewinnbringend sein.

H.

Bücher-Anzeigen.

Die Wasserleitung im Wohngebäude. Eine Beschreibung sämmtlicher Installationsarbeiten, Einrichtungen, Apparate, Hähne u.s.w. Von W. Beielstein. 2. Auflage. Mit einem Atlas von 18 Foliotafeln. Weimar. B. F. Voigt. 179 S. Text. 8 M.

Die vorliegende Auflage ist bedeutend erweitert und behandelt auch die neueren Verfahren und Einrichtungen. Verständliche Sprache und gute Zeichnungen machen das Werk zu einem empfehlenswerthen Führer des Praktikers.

La prévention des accidents du travail dans les usines et les manufactures par F. Jottrand. Bruxelles, au siége de l'Association des industrielles de Belgique. 44 Rue du Luxembourg. Librairie C. Muquardt. 176 S.

Auf dem geringen Raume verbietet es sich von selbst, eingehend die vielen Sicherheitsvorrichtungen, wie sie sich u.a. in den Werken von Kraft, Putsch und der Mülhausener Gesellschaft finden, zu beschreiben. Der Verfasser hat sich darauf beschränkt, den leitenden Gedanken für die Sicherheitsvorrichtung klar zu legen und das Wesentliche zu betonen. Bemerkenswerth sind auch die den Schluss bildenden Entwürfe von Vorschriften, die den Gebrauch der Sicherheitsvorrichtungen regeln sollen.

Die Bekämpfung der Sturzwellen durch Oel und ihre Bedeutung für die Schiffahrt von J. Grossmann. Wien. C. Gerold's Sohn. 140 S.

Nach einer kurzen Geschichte der Anwendung des Oeles zur Beruhigung der Sturzwellen, sucht der Verfasser die Erscheinung zu erklären, erläutert dieselbe in ihrem äusserlichen Auftreten, in der Eigenschaft der Bewegung der Wellen und der Oberflächenspannung des Wassers. Auch bespricht der Verfasser die Oele bezüglich ihrer grösseren oder geringeren Fähigkeit für die Zwecke der Beruhigung der Wellen.

Die maschinellen Hilfsmittel der chemischen Technik von Alwin Parnicke, Civilingenieur, vormals Oberingenieur an der Chemischen Fabrik Griesheim. 320 S. mit 337 Abbildungen. Verlag von H. Bechhold. Frankfurt a. M. Preis geb. 10 M.

Das, wie sich aus nachstehendem Inhaltsverzeichniss ergibt, sehr zeitgemässe Werk wird durch anerkennende Worte Haeussermann's eingeführt. Es füllt eine Lücke aus, indem es dem in die praktische Thätigkeit eintretenden Chemiker mit den allgemein für ihn wichtigsten maschinellen Hilfsmitteln in verständlicher und meist ausreichender Weise bekannt macht. Der Inhalt ergibt sich aus nachstehenden Hauptüberschriften: Allgemeines (S. 1 bis 28), Kraftquellen (S. 29 bis 75), Kraftübertragungen (S. 76 bis 82), Transportvorrichtungen (S. 84 bis 128), Zerkleinerungsmaschinen (S. 129 bis 148), Mischmaschinen (S. 149 bis 162), Schmelz-, Auflös- und Auslaugevorrichtungen (S. 163 bis 175), Concentrationsvorrichtungen (S. 176 bis 205), Vorrichtungen zum mechanischen Trennen, einschliesslich der Extractions- und Fractionsverfahren (S. 206 bis 249), Trockenanlagen (S. 250 bis 270), Apparate zur Bestimmung des Gewichtes, der Temperatur, des Druckes und des Zuges (S. 271 bis 287), Gesetzliche Verordnungen (S. 288 bis 320).

Aus Hartleben's chemisch-technischer Bibliothek sind neuerdings nachstehende Bände ausgegeben:

Band 25. Die Kitte und Klebemittel. Ausführliche Anleitung aller Arten von Kitten und Klebemitteln für Glas, Porzellan, Metalle, Leder, Eisen, Stein, Holz, Wasserleitungs- und Dampfröhren, sowie der Oel-, Harz-, Kautschuk-, Guttapercha-, Caseïn-, Leim-, Wasserglas-, Glycerin-, Kalk-, Gyps-, Eisen-, Zinkkitte, des Marineleims, der Zahnkitte u.s.w. von Sigmund Lehner. 4. Auflage. 2,60 M. Band 212. Das Conserviren des Holzes von L. E. Andés. Mit 54 Abbildungen. 251 S. 4 M.

(Inhalt: Trocknen des Holzes, Conserviren mit den verschiedenen üblichen chemischen Mitteln, Imprägniren gegen Feuersgefahr, Biegsam machen.)

Band 213. Die Walkecht-Färberei der ungesponnenen Baumwolle. Enthaltend die bewährtesten älteren, sowie die neuesten Färbemethoden über diesen wichtigen Industriezweig, die genaue Anwendung echter, natürlicher und künstlicher Farbstoffe, Oxydations- und Diazotir-Verfahren. Von Eduard Herzinger. 74 S. 2 M.

(Inhalt: Kurze Beschreibung des Rohmaterials, Anwendung der gebräuchlichen Farbstoffe – der Naturfarbstoffe, der basischen Anilinfarben, der direct färbenden Aniline – Diazotiren und Entwickeln, Farbstoffe für verschiedene Farben. Die Angaben sind meist in der bei Praktikern beliebten Receptform gegeben.)