Text-Bild-Ansicht Band 296

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welche ein Ablassen der Luft aus dem Pneumatikreifen gestatten, sowie die Sicherheitsventile, die im Falle übermässiger Spannung automatisch wirken.

Fräsewerkzeuge mit Einsatzstählen.

Mit Abbildungen.

Einsatzstähle sind bei Planfräsescheiben schon seit langer Zeit in Anwendung. An der Stirnseite des Planscheibenkörpers werden die Stähle in einem oder zwei Kreisen angeordnet und dieselben nach einer Stichzahl (t : π) = 15 bis 25 bei kleineren Scheiben bis 250 mm und (t : π) = 27 bis 33 bei grösseren Scheiben bis 1000 mm Durchmesser gleichmässig vertheilt.

Die Anordnung der Einsatzstähle nach einer Spiralcurve ist selten angewendet. Gewöhnlich erhalten diese Einsatzstähle eine verhältnissmässig schmale Schneidkante, doch sind längere Messer nicht selten. Weil jedes einzelne Werkzeug einer Stirnfräse nur mit der äussersten Schneidkante wirkt, so wird bei geringer Schichthöhe oder kleiner Eingriffstiefe diese wirksame Schneidkante sich auf die Ecke oder die Spitze beschränken.

Es kann daher der übrigbleibende, nach einwärts radial gerichtete Theil der in der Drehungsebene liegenden Schneidkante erst nach entsprechender Abnutzung der Schneidstahlspitze zur Wirkung kommen, wobei sich diese Angriffswirkung nur auf dem der Spitze zunächst liegenden Element der Schneidkante erstreckt. Weil nun der Durchmesser der Schnittkreise grösser als die Breite des Werkstückes bezieh. der Bearbeitungsfläche sein soll, so wird die Anordnung der Einsatzstähle nach Spiralcurven zu einer Beschränkung des Arbeitsfeldes führen. Auch die frühere Umständlichkeit des Zuschärfens der einzelnen ausgehobenen Einsatzstähle wird in neuerer Zeit dadurch beseitigt, dass die Stähle im Plankopf, also im regelrecht eingespannten Zustande, auf der Arbeitsspindel durch besondere Schmirgelscheibenschleifvorrichtungen zugeschärft werden.

Neuerdings werden die Einsatzstähle auch gleichmässig und gleichzeitig vorgestellt, so dass die Einrichtung möglich wird, einen Messerkreis zum Vorarbeiten und den zweiten zur Fertigarbeit heranzuziehen.

Wenn auch mit der Plan- oder Stirnfräse die Herstellung einer genauen ebenen Arbeitsfläche am einfachsten gelingt, so wird doch die Leistungsfähigkeit oder die Volumspanleistung einer Stirnfräse bei geringer Eingriffstiefe nur klein sein können.

Da aber die Herstellung grosser Fräsewerkzeuge durch Anwendung von Einsatzstählen verbilligt, ja sogar erst ermöglicht wird, so werden in neuester Zeit auch die cylindrischen Fräsewerkzeuge mit Einsatzstählen hergestellt.

Lorenz' Planfräsekopf.

Der neue Planfräsekopf der Maschinenfabrik Lorenz in Karlsruhe (D. R. P. Nr. 65471 vom 26. März 1892) besteht aus dem Kopftheile a (Fig. 1 bis 3) mit Längskeilnuthen für die Einsatzstähle b, welche durch eine Ueberwurfmutter c mit kegelförmiger Druckfläche in diese Keilnuthen gepresst werden. Um nun sowohl eine Verstellung der einzelnen Stähle zu ermöglichen, als auch eine Sicherung ihrer Lage zu erreichen, sind kegelförmige Schrauben d vorgesehen, die in entsprechenden Aussparungen des Hauptkörpers liegen und durch eine Deckplatte e am Ort gehalten werden. In diese greifen die Einsatzstähle b mit ihrem in der schmalen Unterfläche eingeschnittenen Gewinde ein.

Mit dieser vorzüglichen Sicherung können die Einsatzstähle einen starken Schnittdruck gut aushalten.

Textabbildung Bd. 296, S. 207

Bei grösseren Planfräseköpfen a (Fig. 4 bis 7) erhalten die Einsatzstähle b ihre Sicherung durch seitlich angeordnete Schrauben d, die durch verbohrte Schlussbüchsen e drehbar festgehalten werden.

Textabbildung Bd. 296, S. 207

Diese Sicherungsschrauben d, welche an der flachen Seitenwand dieser Schlussbüchsen etwas vorragen, greifen in die Gewindriffen der Einsatzstähle ein und schieben diese nach Bedarf vor oder zurück, oder dienen zu deren Sicherung. Zudem werden die über den Kegeltheil (1 : 8) des Kopfes a etwas vorragenden Rückenflächen der Einsatzstähle b durch die Ueberwurfmutter c in die Keilnuth gedrückt und derart festgeklemmt, dass nebst der vorerwähnten Schraubensicherung die acht Stück Einsatzstähle gegen den stärksten Schnittdruck und namentlich gegen das Locker werden durch Stösse vollkommen gesichert sind.

Textabbildung Bd. 296, S. 207

Diese Planfräseköpfe können sowohl an Drehbänken als auch an Fräsemaschinen mit liegender und stehender Spindel angebracht werden. Zu einer besonders vortheilhaften Verwendung können diese Werkzeuge an den sogen. Hobeltischfräsemaschinen kommen.