Text-Bild-Ansicht Band 297

Bild:
<< vorherige Seite

Leipzig 1877, A. Hartleben); Beller, Glacélederfärberei (Weimar 1886, B. F. Voigt); Käs, Lohgerberei (Weimar 1891, B. F. Voigt); Wiener, Lohgerberei (Wien, Pest, Leipzig 1894, A. Hartleben); Jean, Industrie des cuirs et des peaux (Paris, G. Masson); Vincent, La fabrication et le commerce des cuirs et des peaux (Paris 1879); Damourette, Materiel des Industries da cuir (Paris 1869); Villon, La fabrication des cuirs (Paris 1889); Taire, Le cuir et les peaux (Paris 1891); Procter, A text-book of tanning (London 1885); Stevens, The manufacture of leather (London 1885); Davis, The manufacture of leather (Philadelphia und London 1885).

[Kleinere Mittheilungen.]

Bogenlampen-Kohle.

Zur Herstellung derselben gebraucht man in Amerika folgendes Verfahren: Petroleum-Koks wird zerkleinert und in Retorten gebracht, wo er ungefähr 10 bis 15 Stunden lang bis zu einer hohen Temperatur erwärmt wird, wodurch alle Feuchtigkeiten vertrieben und der Koks zum Leiter wird. Derselbe wird hierauf in Mühlen fein gemahlen, gesiebt und in einem Mischkessel mit Theer vermischt, um zu einem festen Körper gestaltet werden zu können. Das Gemisch wird hierauf wieder zerkleinert, gemahlen und gesiebt, bis es ein gleichförmiges körniges Pulver geworden ist, welches jetzt zur Herstellung von gegossener oder gezogener Kohle benutzt werden kann. In Amerika fertigt man meistens gegossene, in Europa dagegen gezogene Kohlenstangen an. (Gastechniker 1)

Das Stangenplanimeter von Prytz, nebst einigen Bemerkungen zur Praxis des Polarplanimeters.

Unter obigem Titel bringt die Zeitschrift für Instrumentenkunde, 1895 S. 90 ff., einen interessanten Aufsatz von Professor Hammer in Stuttgart. In der deutschen Litteratur findet sich, soviel dem Referenten bekannt, bisher nirgends eine ausführlichere Mittheilung über das „Stangplanimeter“ (Hatchet-Planimeter der Engländer), das in England und Amerika schon ziemliche Verbreitung gefunden zu haben scheint. Das Instrument besteht einfach aus einem Stab („stang“), in dessen einem Ende senkrecht zu seiner Längenrichtung der Fahrstift eingesetzt ist, während das andere Ende in derselben Richtung herabgebogen ist und unten in eine zur Stabrichtung parallel stehende, gerundete, keilförmige Schneide („hatchet“) ausläuft. Man könnte das Instrument im Deutschen mit dem Erfinder, dem dänischen Generalstabscapitän Prytz, ein Stangenplanimeter oder auch Stabschneidenplanimeter nennen. Die Constante des Instruments ist seine Länge a (Entfernung: Schneide bis Stift); es ist in verschiedenen Grössen zu haben, z.B. mit a =10, 20, 25 cm u.s.f. Der Verfertiger ist Mechaniker Corn. Knudsen, Kopenhagen, Kjöbmagergade 37; der Preis ist 11 M. Die Anwendung ist diese: Es sei O der Schwerpunkt einer von beliebiger geschlossener Curve begrenzten Fläche; man verbindet O mit einem beliebig gewählten Punkt A des Umfangs durch die Gerade OA, setzt den Fahrstift des Instruments nach O, bezeichnet durch leichten Druck auf die Schneide deren Anfangsstellung M1 auf dem Papier, durchfährt die Linie O – A – Umfang der Figur – A – O, drückt wieder auf die Schneide und erhält dadurch die Endstellung M2; man hat dann, um die umfahrene Fläche F zu erhalten, nur die Strecke M1M2 = l (eigentlich den Bogen M1M2 mit O als Mittelpunkt) zu messen und sie mit der Constanten des Instruments zu multipliciren:

F = al.

Der Verfasser gibt nun ein Näherungsverfahren für den Fall an, dass man O nicht kennt. Man schätzt dann O1 in der Nähe von O; die Fehler sind meist so gering, dass das Verfahren genügt. Prytz hat eine kleine Broschüre verfasst, welche dem Instrumente beigegeben wird, dieselbe enthält eine kurze Theorie des Instruments. Man vergleiche auch den Aufsatz des Erfinders in Engineering, 1894 S. 813 vom 29. Juni.

Die Meinungen über den praktischen Werth des Instruments sind getheilt. Die Einen erklären das Instrument für theoretisch interessant. Andere haben es aber als geradezu „extremely useful in the workshop“ erprobt.

Des weiteren, auch was die Bemerkungen zur Praxis des Polarplanimeters überhaupt betrifft, verweisen wir auf die oben citirte Abhandlung.

-r.

Die Verzinkung von Eisen und Stahl auf kaltem Wege

wird von Dr. H. Alexander in Berlin unter Anwendung von Aluminium nach einem neuen Verfahren ausgeführt, über dessen Ergebnisse die physikalisch-technische Reichsanstalt sich günstig geäussert hat. Die untersuchten Stücke waren vier Wochen den Witterungseinflüssen und der Luft eines chemischen Laboratoriums ausgesetzt, ohne Rost zu zeigen. Ebensowenig trat eine Rostbildung bei zweiwöchentlichem Liegen der verzinkten Bleche in Wasser, Kochsalzlösung, Sodalösung und Gaswasser ein. Die physikalisch-technische Reichsanstalt ist daher der Meinung, dass die galvanisch niedergeschlagene Zinkschicht denselben Schutz gegen Verrosten von Eisen und Stahl biete, wie ein durch Eintauchen in geschmolzenes Zink erzeugter Ueberzug. Unter diesen Umständen dürfte das neue Verfahren um so mehr Beachtung verdienen, als die durch dasselbe erreichte Gleichmässigkeit und Glätte der Zinkschicht für viele Anwendungen von erheblichem Werth ist. Auf glatten Flächen niedergeschlagen, ist der Ueberzug sogar politurfähig und voraussichtlich ein brauchbarer Ersatz für den wenig schützenden Nickelüberzug. Bei manchen Gegenständen, die eine starke Erhitzung nicht vertragen, wie z.B. Federn, wird durch eine brauchbare kalte Verzinkung die Möglichkeit der Anwendung dieses zur Zeit immer noch unübertroffenen Rostschutzmittels überhaupt erst geschaffen. (Centralblatt der Bauverwaltung, 1895 S. 123.)

-r.

Ein Montblanc-Tunnel.

Wie bald kaum mehr ein vielbesuchter Berggipfel ohne Eisenbahn denkbar ist, so plant man jetzt in Frankreich, sogar den Montblanc durch eine Eisenbahn dem allgemeinen Besuch zugänglich zu machen. Das vom Ingenieur Issartier ausgearbeitete Project lässt allerdings an Kostspieligkeit und technischen Schwierigkeiten, aber auch an Originalität nichts zu wünschen übrig. Der Plan geht dahin, vom Miage-Pass aus, oberhalb von St. Gervais, in einer Höhe von 1800 m über dem Meer, einen Tunnel von 7400 m Länge zu bohren und von dessen Ende aus unmittelbar einen senkrechten Schacht von 12 m im Quadrat und 2800 m Tiefe oder Höhe zu bohren, um auf diese Weise direct den Gipfel zu erreichen. Nach Berechnung Issartier's soll die Arbeit spätestens in 10 Jahren vollendbar und mit einem Kostenaufwand von 10 Millionen Francs auszuführen sein. Die Bahn würde also einen im rechten Winkel nach aufwärts gebogenen Tunnel darstellen, dessen senkrechter, schachtähnlicher Theil, ähnlich wie in einem Bergwerke, mittels Fahrstühlen, die durch Wasserkraft in Bewegung gesetzt würden, befahren werden soll. (Zeitschrift für Transportwesen und Strassenbau, 1895 S. 134.)

-r.

Holzpflaster und Mikroben.

Bis vor Kurzem war die Ansicht nicht unbestritten, dass das Holzpflaster gesundheitsschädliche Mikroben in das Innere aufnehme. Um diese Ansicht zu widerlegen, hat ein Mitglied der Organisation des öffentlichen Gesundheitswesens zu Paris, Miquel, Versuche angestellt, wobei er mittels eines sterilisirten Apparates aus einer in das Holzpflaster gebohrten Oeffnung ein Decigramm Späne entnahm, dieselben mit 100 cc sterilisirtem Wasser verdünnte und sie auf Nährgelatine brachte. 30 Tage nach der Inoculation stellte er die Anzahl der Colonien fest, wobei sich ergab, dass die Mikroben zwar an der Oberfläche des Holzpflasters haften, nicht aber auch in das Innere desselben vordringen. So wurden in Pflaster aus neuem Tannenholz in einer Tiefe von 3 cm nur 650 Bakterien gefunden, während deren an der obersten Schicht auf 1 g Späne 1 bis 1,5 Millionen kommen. Die alten, seit 8 bis 10 Jahren bestehenden Holzpflaster ergaben ähnliche Zahlen. Im Departement Landes wurden in 1 g Spänen von der Oberfläche 1100000, aus einer Tiefe von 5 cm aber nur 4200 Mikroben gefunden. (Deutsche Bauzeitung.)

Anfertigung von gelbem Weissblech.

Gelbes Weissblech wird gegenwärtig viel verwendet, hauptsächlich zu Dosen für Pomaden, Fette, Wichse u.s.w. Zur Herstellung desselben wendet man den sogen. Oelgoldlack an, der von verschiedenen Lackfabriken sehr billig zu beziehen ist. Seiner Zusammensetzung nach besteht der Lack aus einer Harzauflösung von Bernstein oder Kopal, oder auch beider Harze in Leinöl und Terpentinöl. Das Auftragen des Lackes geschieht, indem man denselben mit einem breiten Pinsel auf dem Blech verreibt. Zu dem Zwecke wird ein passender Tisch mit Papier belegt und eine grössere Anzahl von Blechtafeln, gewöhnlich der Inhalt einer Kiste, darauf gebracht, wobei man darauf achtet, dass die einzelnen Blechtafeln genau auf einander liegen. Um zu überziehen, wird mit dem Pinsel etwas Lack aus dem Behälter, den man am besten aus Weissblech anfertigt, entnommen und auf dem Blech durch gerade gezogene Striche