Text-Bild-Ansicht Band 302

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wo das Saugen stattfindet, wird das Verhältniss natürlich das entgegengesetzte, indem hier in Folge des Saugens die Feder x1 zusammengezogen und die Saugöffnungen x freigelegt, die mit der Druckleitung communicirenden Oeffnungen y dagegen geschlossen werden, da die Feder y1 an die Pumpenhülse festgesaugt wird.

Die Blattfeder ist mit Leder, Kautschuk o. dgl. bekleidet.

Eine andere Ausführungsform der ebenfalls mit selbsthätiger Innensteuerung arbeitenden Dampfpumpe von B. L. Frost (1896 300 * 9), wie sie von der Union Manufacturing Company in Battle Greek, Mich., in den Handel gebracht wird, veranschaulicht Fig. 20.

Textabbildung Bd. 302, S. 250

Die Steuerung des Dampfcylinders erfolgt auch hier durch einen mit verschiedenen Bohrungen und Aussparungen versehenen Kolbenschieber A, der sich in einem entsprechend geformten Schieberkasten bewegt und an den Enden zwei Umsteuerkolben B und C von etwas grösserem Durchmesser als der Innenkolben trägt, welche in den Hilfscylindern D und E hin und her gehen; diese stehen durch kleine Kanäle FF und GG mit dem Hauptcylinder in Verbindung. Am vorderen Ende des letzteren befindet sich eine Dampfkammer L1 welche durch einen Kanal M von der gegabelten Dampfzuleitung stets frischen Dampf erhält. Durch die hohle Kolbenstange K und eine am Umfang des Kolbens befindliche ringförmige Nuth I tritt die Dampfkammer L mit den Hilfscylindern D und E in Verbindung, sobald diese Nuth unter den Kanälen F und G steht. Hierdurch wird sofort frischer Dampf hinter die Umsteuerkolben B oder C gebracht und es findet eine Bewegung derselben nach der einen oder anderen Seite hin statt.

Die Art der Dampfeinströmung in den grossen Cylinder H, sowie der Ausströmung aus demselben und aus dem Hilfscylinder lassen die Fig. 20 ersichtlichen Pfeile erkennen.

(Fortsetzung folgt.)

Fahrräder.

(Vorhergehender Bericht 1896 301 * 175 u.s.f.)

Mit Abbildungen.

I. Systeme und Rahmen.

a) Fahrräder mit Fussbetrieb.

Zur Ueberführung Verwundeter von der Unglücksstelle zum Hospital sind in New York seit einiger Zeit Ambulanzfahrräder im Dienst. Diese bestehen aus zwei Zweirädern, die derart mit einander verbunden werden, dass der Zwischenraum zwischen beiden einen leichten, auf vier Federn ruhenden Rahmen zur Aufnahme einer Matratze bildet. Ferner ist jede Maschine mit einer Vorrichtung zur Aufnahme des Verbandkastens u.s.w. versehen.

Zu demselben Zweck construirten zwei Wiener ein Fahrrad, das sofort in einen zweirädrigen Krankenwagen umgewandelt werden kann. Das Gestell dieses Rades ist so eingerichtet, dass es so zusammengelegt werden kann, dass die anfangs hinter einander stehenden Räder neben einander zu liegen kommen und alsdann unter Zuhilfenahme zweier Stangen einem modernen Krankenschiebewagen gleicht.

Textabbildung Bd. 302, S. 250

Das dem modernen Niederrad angepasste Einrad von J. W. Finch in Northampton, Mass. (Amerikanisches Patent Nr. 521786), besteht, wie Fig. 1 zeigt, aus einer das Laufrad bildenden Felge a, auf welcher der Pneumatikreifen b montirt ist. Auf der Innenseite dieser Felge befindet sich eine Spurrinne, in der das Antriebsrad c, sowie die Stützräder d und e laufen. Diese Räder sind mit dem Rahmen h, der den Sattel trägt, verbunden. Um nun den Antriebsmechanismus in der Spurrinne zu halten, ist mit dem hinteren und vorderen Ende des Rahmens die Strebe f, welche die Leitrollen g trägt, verbunden.

Textabbildung Bd. 302, S. 250

Ausser den Gepäckdreirädern des Dienstmanninstitutes sieht man in Berlin Dreiräder im Dienste der Personenbeförderung. Dieses Fahrrad ist ähnlich denen des Dienstmanninstitutes gebaut, nur mit dem Unterschied, dass sich auf der Achse der Hinterräder, statt der Plattform, ein auf Federn ruhender, sänfteartiger Sitz, der mit einem Verdeck versehen ist, befindet. Der Fahrer hat seinen Platz in gewöhnlicher Weise vorn auf dem Sattel.

Fig. 2 zeigt eine solche Dreiradkutsche (D. R. G. M. Nr. 51774) von E. A. Vorreiter und E. Müllendorff in Berlin, mit welcher sowohl vorwärts als rückwärts gefahren