Text-Bild-Ansicht Band 303

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(P + p), das Abwärtsziehen hingegen (P – p) als Zugkraft. Weil die die Ungleichförmigkeit verursachende Kraft p mit dem Gewichte und der Neigung zunimmt, so ist es zweckmässig, Säemaschinen, welche vorzugsweise auf welligem Boden in Verwendung kommen sollen, so leicht als möglich zu bauen.

Beim Bebauen von welligem Gelände kommt noch eine andere Ungleichförmigkeit in Betracht; dieselbe wird durch den Umstand verursacht, dass in diesem Fall der Saatkasten nicht jene Lage einnimmt wie in der Ebene, sondern abwechselnd einmal nach vorn, dann wieder nach hinten überhängt, wodurch einestheils die Löffelscheiben und Säeräder abwechselnd einmal mehr, das andere Mal weniger Samen in die Saatkastentrichter fallen lassen, anderentheils die Saatkasten wände verschiedene Neigungen einnehmen, so dass der Samen besser oder weniger gut der Säewelle zurutschen kann, wodurch Ungleichförmigkeit in der Aussaat entsteht.

Auf ebenem Boden und bei wagerechter Lage der Deckelfläche (Fig. 138) kann innerhalb des Bereiches aa1, bei geneigter Lage des Saatkastens aber nur von innerhalb des Bereiches OO1 und CC1 Samen in die Saatkastentrichter fallen, und wie aus den Figuren zu ersehen, ist OO1 und CC1 kleiner als aa1. Bei geneigter Lage des Saatkastens ist auch die Neigung der Zulaufflächen des Saatkastens eine andere als bei wagerechter Lage, wie dies in der Figur durch die schwarz markirten Winkel angedeutet ist.

Textabbildung Bd. 303, S. 246

Löffel- oder Schöpfräderdrills, damit dieselben auf welligem Boden ebenso gleichmässig anbauen können als auf ebenem, sind mit einer Stellvorrichtung zu versehen, mit welcher, ob nun die Maschine bergauf oder bergab fährt, die Saatkastendeckelfläche in wagerechte Lage, d. i. in jene Lage gebracht werden kann, welche dieselbe beim Anbau in der Ebene einnimmt.

Solche Stellvorrichtungen gibt es zweierlei, nämlich a) von Hand aus stellbare, wie die in Fig. 125 bis 129 abgebildeten, und b) sich selbst einstellende, wie die in Fig. 130 bis 137 abgebildeten.

Auf Hängen von grösserer Ausdehnung pflegt man mit den Maschinen nicht nach der Richtung des Hanges, wie in Fig. 139 angedeutet, sondern quer über denselben zu fahren, wie in Fig. 140. Hierdurch wird die Ungleichförmigkeit im Zuge vermieden und das Gewicht der Maschine nur einmal und nur ganz allmählich auf die Höhe des Hanges gehoben.

Die im Vorigen besprochenen Stellvorrichtungen für welliges Gelände, die demselben mehr oder weniger entsprechen, taugen gar nichts auf hängigem Boden, wenn quer über den Hang gefahren wird.

Textabbildung Bd. 303, S. 246

Auf hängigem Boden entsprechen am besten die amerikanischen Säe- oder Streuapparate, welche das Saatgut aus dem untersten Theile des Saatkastens herausdrängen oder herausschieben.

Die amerikanischen Säeapparate, wenn dieselben in der in Fig. 118 angedeuteten Weise unter dem Boden des Saatkastens angebracht sind, streuen den Samen unter allen Verhältnissen gleichmässig aus.

Da die amerikanischen Streuapparate auch welligem Boden vollkommen entsprechen, so sind die automatischen Stellvorrichtungen für die Saatkästen überflüssig geworden; solche Stellvorrichtungen sind in Deutschland und in Oesterreich-Ungarn eine Zeitlang Steckenpferd der Maschinenfabrikanten gewesen.

(Fortsetzung folgt.)

Neue Erdölkraftmaschinen.

Mit Abbildungen.

Verhältnissmässig lange hat es gedauert, bis die wissenschaftliche Forschung sich mit der Prüfung und ziffermässigen Feststellung der ökonomischen Leistung und praktischen Betriebsbrauchbarkeit der Gasmaschinen befasste, welche mit vergasten und entzündeten flüssigen Brennstoffen betrieben wurden. Es war schon ein Fortschritt, als einwandfreie genauere Versuchsergebnisse mit einzelnen Sonderausführungen dieser Maschinen bekannt wurden und dadurch wenigstens die Leistungsfähigkeit einzelner Maschinen klargestellt wurde; wir haben darüber berichtet (vgl. D. p. J. 1895 295 105). In diesem Berichte wurde bereits der mit so grosser Erwartung entgegengesehenen Berichte über die Vergleichsversuche mit Erdölmaschinen gelegentlich der letzten landwirthschaftlichen Ausstellung in Treptow bei Berlin gedacht. Diese Berichte liegen nunmehr vor und sollen eingehend bekannt gegeben werden, weil sie nicht nur auf vollste Zuverlässigkeit und Gründlichkeit Anspruch machen, sondern weil sie zum ersten Mal vergleichende Ziffern über die Leistungsfähigkeit der hervorragendsten Erdölmaschinenconstructionen bieten. Erst auf Grund dieser Versuche ist es möglich, sich ein klares Bild von der technischen und wirthschaftlichen Bedeutung der Erdölmaschinen zu verschaffen.