Text-Bild-Ansicht Band 303

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haben, in welcher sich ein, am Umfange vier Vertiefungen (Zellen) habendes Streurad dreht, finden wir an den Dibbelsäemaschinen, die beim Rübenbau Verwendung finden.

Von der Bodenplatte des Saatkastens erstrecken sich die Saatleitungsrohre derart nach abwärts, dass die Saatleitungsrohre der einen Scharfront mit jenen der anderen einen mehr oder weniger spitzen Winkel bilden, dessen Grösse davon abhängt, ob die Schare herabgelassen oder ausgehoben sind (Fig. 153).

Textabbildung Bd. 303, S. 269

Um den Tiefgang der Schare grösser zu machen, werden an die äusseren Enden der in Fig. 153 ersichtlichen Saatscharhebel Gewichte gehängt. Man hat auch in anderer Weise auf den Tiefgang der Schare Einfluss zu nehmen versucht, so z.B. wendete man Druckfedern an, die auf verschiedene Spannung eingestellt werden können, oder aber man gibt den Scharen, um die separaten Aufhängegewichte zu ersparen, so viel Eigengewicht, dass dieselben vermöge ihrer eigenen Schwere auf die einem bestimmten Saatgut am besten bekommende Säetiefe einsinken; letzteres ist besonders in Amerika üblich.

Textabbildung Bd. 303, S. 269
Textabbildung Bd. 303, S. 269

Die Yull'sche Schar sehen wir in Fig. 154 abgebildet. Damit der Same bei dichter Aussaat nicht in eine spitz zulaufende Rille auf einander falle, sondern sich auf breiterer Sohle gleichmässig vertheilen könne, öffnet diese Schar keine V-förmige, sondern eine Rille von aus Fig. 155 ersichtlichem Querschnitt. Die Scharsohle ist mit S bezeichnet, auch deckt die Schar die Furche gut zu.

Textabbildung Bd. 303, S. 269

Grösserer Dauerhaftigkeit halber werden die unteren im Boden sich reibenden Theile der Schare aus Hartguss oder aus Stahl gefertigt.

(Fortsetzung folgt.)

Neue Erdölkraftmaschinen.

(Fortsetzung des Berichtes S. 247 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Steuerung und Regulirung.

Um bei Erdölmaschinen in dem Maasse, in dem Belastung und Temperatur wechseln, zur Verhinderung des Stossens die Gemischbildung zu ändern, haben O. Brünler und J. M. Grob und Co. in Eutritzsch-Leipzig (D. R. P. Nr. 79811) eine besondere Einrichtung getroffen.

Das Gemisch von Erdöldampf und Luft wird je nach der Temperatur der Maschinentheile, insbesondere der ungekühlten Flächen, wie Kolbendeckel, Auspuffkanal u.s.w., und nach der Temperatur der im Cylinder verbleibenden Rückstände (welche Temperaturen beide sich nach der jeweiligen Belastung der Maschine richten) verschiedentlich gebildet und gelagert. Der Erdölnebel wird aus dem Verdampfer in dem Maasse, in welchem die Erhitzung der Maschine zunimmt, später in die eingesaugte Luftsäule eingelassen, um – im Gegensatz zu dem bisher üblichen Verfahren – an der Zündungsstelle ein schwer brennbares, aber zündfähiges Gemisch, welches an Erdöldämpfen überreich, an Luft aber arm ist, zu lagern, damit die Entflammung der Ladung langsamer von statten geht. Es hat sich nämlich bei Erdölmaschinen der Uebelstand gezeigt, dass in Folge stärkerer Belastung und damit verbundener Zunahme der Temperatur der Maschine und der in derselben verbleibenden Rückstände die Entflammung der Ladung mit einer zu grossen Geschwindigkeit von statten geht und dadurch Stösse erfolgen. Bei Gaskraftmaschinen tritt dieser Uebelstand nicht auf, denn ein Gemisch von trockenem Gas und Luft wird durch Erhitzung in dieser Richtung nur unwesentlich beeinflusst.

Um das bezeichnete Ziel zu erreichen, lässt man durch die Kanüle c (Fig. 5) das Erdöl während des ersten Theils des Kolbenhubes des Ansaugespiels nur so lange in den auch als Zündrohr dienenden Vergaser b einspritzen, als die Maschine noch kalt ist, also etwa zwischen 0 und ¼.