Text-Bild-Ansicht Band 307

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DINGLERS
POLYTECHNISCHES JOURNAL.

Jahrg. 79, Bd. 307, Heft 7. Stuttgart, 19. Februar 1898.

Textabbildung Bd. 307, Hefttitelillustration

Jährlich 52 Hefte à 24 Seiten in Quart. Abonnementspreis jährlich 36 Mark; vierteljährlich 9 Mark, direkt franko unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich 10 Mark 30 Pf., für das Ausland 10 Mark 95 Pf. Redaktionelle Sendungen und Mittheilungen bittet man zu richten: An die Redaktion von „Dinglers Polytechnisches Journal“ in Stuttgart, die Expedition betreffende Schreiben an Arnold Bergsträsser Verlagsbuchhandlung in Stuttgart, Reinsburgstrasse 29. Preise für Ankündigungen: 1spaltig: 1 mm Höhe bei 60 mm Breite 8 Pf., 1½spaltig (90 mm Breite): 12 Pf., 2spaltig (120 mm Breite): 16 Pf., 3spaltig (180 mm Breite): 24 Pf. Bei Wiederholungen nach Vereinbarung angemessener Rabatt. – Gebühren für Beilagen im Gewicht bis zu 25 Gramm 30 Mark, eventuell nach Uebereinkunft. – Alleinige Annahmestelle für Anzeigen und Beilagen bei der Annoncen-Expedition Rudolf Mosse, Berlin, Stuttgart und Filialen.

Kraftmaschinen.
Neuerungen an Dampfmaschinen.

(Schluss des Berichtes S. 121 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Verschiedenes.

Albert Musmann in Berlin wurde ferner zum Hauptpatent Nr. 89148, Steuerexcenter mit gleichzeitiger Veränderung von Hub und Voreilung betreffend (1897 304 29), ein erster Zusatz unter Nr. 90249 und ein zweiter Zusatz unter Nr. 91620 im Deutschen Reiche patentirt.

Nach dem ersten Zusatz hat die bisherige Anordnung insofern eine Aenderung erfahren, als nicht nur das Expansionsexcenter, sondern auch das Excenter für den Grundschieber durch den Steuerungsmechanismus verstellt wird. Das Grundexcenter stellt sich als gekröpfte Achse dar, deren Kröpfung dem Kurbelhalbmesser des Excenters entspricht; sie wird von den verlängerten Stirnzapfen des Expansionsexcenters mitgenommen.

Der Fall hat für liegende Maschinen z.B. Werth, indem es dadurch möglich ist, die Steuerung dem Cylinder zu nähern, um die schädlichen Räume zu kürzen und das schwere Gestänge zu vermeiden.

Die in dem Hauptpatente gekennzeichnete steilgängige Schraube ruht excentrisch in einem die Steuerwelle central umfassenden Gehäuse, so dass sie sich gleichachsig zu einem dem Expansionsexcenter als Drehmittel dienenden Excenter befindet und dasselbe unmittelbar erfasst.

Den durch das zweite Zusatzpatent geschützten Steuerungsmechanismus lässt Fig. 56 erkennen.

Die hohle Welle a wird von der Kurbelwelle mittels Räderübersetzung, Kettentrieb o. dgl. angetrieben und hat mit dieser gleiche Umdrehungen; sie endet wie bei dem Zusatzpatente Nr. 90249 in einen Stirnzapfen b, auf dem sich das Expansionsexcenter c zu drehen vermag. Die steilgängige Schraube d ist einerseits in der centralen Bohrung des Stirnzapfens b der Welle a, andererseits in dem Verschlussdeckel derselben, welcher zugleich zum Antriebrade ausgebildet ist, gelagert, und zwar derart, dass die auf den Drehung d einwirkenden axialen Kräfte durch Kugeln, welche gegen die Stirnflächen des Deckellagers laufen, aufgenommen werden. Der Drehung d ist ausserdem am anderen Ende mit dem Expansionsexcenter c direct gekuppelt.

In der Welle a ist ferner die Rundführungsstange f befestigt. Auf dieser gleitet eine Hülse f1 welche mit der Mutter d1 des Drehlings d durch einen Zapfen verbunden ist und damit letztere bei axialer Verschiebung gegen ein Verdrehen sichert. Den Zapfen umschliesst ein kleines Querhaupt, an das die von dem Winkelhebel g mittels Kugelscharniers erfasste Lenkerstange e angreift. Der Hebel g steht unter dem Einflüsse des Regulators und es ist ersichtlich, dass auf diese Weise der Ausschub desselben die Mutter d1 des Drehlings axial zur Welle a bewegt und damit die entsprechende Verstellung des Expansionsexcenters herbeiführt. Bei kleinen Excentricitäten wird die Unterbringung der Rundführungsstange f unbequem. In diesem Falle kann dieselbe durch eine Nuth längs der Innenwand der Welle a ersetzt werden, in der ein einseitiger Ansatz der Mutter d1 läuft.

Textabbildung Bd. 307, S. 145

Der Firma Hammer und Co., Maschinenfabrik in Duisburg, ist unter D. R. P. Nr. 93050 ein Kugellaufexcenter mit harten, geschliffenen Gusstahllauf bahnen für die Kugeln patentirt worden. Nach Angaben wurde mit einem derartigen Excenter, einem gewöhnlichen Excenter gegenüber, bei bezüglichen, an einer Dampfmaschine von 300 mm Cylinderdurchmesser, 500 mm Hub und 93 Umdrehungen in der Minute angestellten Versuchen eine Verminderung der Leerlaufarbeit der Maschine um 33 Proc. durch Indicatordiagramme nachgewiesen.

Um bei schnell laufenden Dampfmaschinen die Abmessungen der Ventile und der Steuerungstheile möglichst gering zu erhalten und den Hub der ersteren, wie auch ihre zum Oeffnen erforderliche Kraft herabzumindern, schlägt die Actiengesellschaft Görlitzer Maschinenbauanstalt und Eisengiesserei in Görlitz vor, das Steuerungsventil (Ein- oder Auslassventil) aus je zwei oder mehr über einander