Text-Bild-Ansicht Band 309

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auch das Rohr r mit dem auf ihm sitzenden Flügel feg in der Pfeilrichtung. Die Folge davon ist, dass der von der Spule d ablaufende, über die Stäbe e und durch das Leitauge h des Flügels nach dem Führungsauge s des Rohres r geleitete Druckfaden sich auf die in der Pfeilrichtung fortschreitende Unterlage a auflegt. Die Spule d ruht mit ihrem unteren Flansch auf dem unteren Ring f des Flügels auf und wird bei der Drehung desselben in der gleichen Richtung so lange mitgenommen, bis die zunehmende Spannung des sich verkürzenden Deckfadens c die Spule zurückhält, also den Flügel veranlasst, Deckfaden von derselben abzuwickeln.

Macht es sich erforderlich, die Unterlage vor dem Plattiren zu imprägniren oder mit Klebstoff zu versehen, so wird an die Unterseite, wie die Figur erkennen lässt, ein trichterartiger, mit Appret gefüllter Behälter mn angehängt, durch welchen die Unterlage läuft.

(Schluss folgt.)

Elektrotechnik.
Fortschritte der angewandten Elektrochemie.

Von Dr. Franz Peters.

(Fortsetzung des Berichtes S. 212 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Zur schnellen und ununterbrochenen Herstellung von Röhren mit verhältnissmässig kleinem Durchmesser durch elektrolytische Metallniederschläge benutzt J. O. S. Elmore (D. R. P. Nr. 95857) den in Fig. 16 im Längsschnitt dargestellten Apparat. Ein Bottich a, zweckmässig von ∪-förmigem Querschnitt, ist durch Scheidewände b in eine Anzahl Kammern getheilt. In einige dieser Kammern sind Contactfedern c eingeführt, die bei der Drehung der Kernspindel d auf dieser schleifen. Die Kernspindel wird nicht nur gedreht, sondern auch in der Längsrichtung bewegt, wobei sie gegen die Glätter e streift. In den anderen Kammern befinden sich Cylinder oder Schalen f aus dem niederzuschlagenden Metall, z.B. Rohkupfer, die die Kernspindel d ganz oder theilweise umgeben und als Anoden dienen. Mit Verlängerungen g aus hartem Holze oder anderem nicht leitenden Material ist die Kernspindel in Stopfbüchsen der Kopfwände des Bottichs gelagert. Die elektrolytische Flüssigkeit durchströmt den Apparat durch geeignete Oeffnungen in den Zwischenwänden zwischen der Kernspindel und den Anoden mit grosser Geschwindigkeit.

Textabbildung Bd. 309, S. 231

Um diese noch zu vermehren, wird der Bottich durch einen Deckel k geschlossen, und der Elektrolyt durch eine Pumpe unter Druck zugeführt. Zwei oder mehr solcher Bottiche können in einer Geraden angeordnet sein. Sie sind dann von einander durch eine Isolirung getrennt, während die Kernspindeln durch nicht leitende Zwischenstücke verbunden sind. Stopfbüchsen sind dann nur in den aussen liegenden Kopfwänden der beiden letzten Bottiche nothwendig. Die Anoden jedes Bottichs werden mit der Kernspindel des nächstfolgenden leitend verbunden. Die Flüssigkeit des letzten Bottichs lässt man zweckmässig abwechselnd in ein mit zwei Abtheilungen versehenes Kippgefäss fliessen, das sie in einen Behälter ausgiesst, aus dem eine Pumpe sie wieder in den ersten Bottich zurückschafft. Hat sich auf den Kernspindeln einer Bottichreihe genügend Metall niedergeschlagen, so wird die Kernspindel des letzten Bottichs entfernt. Die anderen Kernspindeln werden um einen Bottich nach hinten verschoben, während der erste Bottich eine neue Kernspindel erhält. Der ältere Process, den die Anaconda Copper Mining Company ausführt, ist jetzt von Secretan und anderen durch kleine Aenderungen so verbessert, dass er tadellose Röhren und Bleche liefert (Engineering and Mining Journal vom 19. Februar 1898). Um Röhren in einer Operation innen und aussen zu elektroplattiren, stützt sie W. Wright (Englisches Patent Nr. 491/1897) auf zwei Scheiben, die an einer rotirenden Spindel befestigt sind. Eine dritte daran angebrachte Scheibe trägt die Anodenstäbe, von denen je einer durch die ganze Länge einer Röhre geht. Die Röhren hängen lose in Zapfen, die concentrisch auf der inneren Fläche der Trägerscheibe angebracht sind. Federn sichern den Halt. Den Röhren kann auch bei der Umdrehung des Rahmens eine epicykloidische Bewegung ertheilt werden.

Wie andere (vgl. D. p. J. 1898 307 240) will auch J. Formánek (Zeitschr. f. Nahrungs- u. Genussm.-Unters., 1898 Bd. 1 S. 320) das nach Allihn's Vorschrift durch Reduction aus Fehling'scher Lösung mit Zuckerlösung erhaltene Kupferoxydul elektrolytisch bestimmen. Er löst in Salpetersäure, versetzt mit überschüssigem Ammoniak und mit Ammoniumnitrat, elektrolysirt mit Dqdm = 2 Ampère und wäscht ohne Stromunterbrechung. Die Bestimmung kleiner Mengen Arsen und Antimon im Elektrolytkupfer nach der Heberlein'schen Methode im Laboratorium der Boston and Montana Cons. Copper and Silver Mining Co. beschreibt T. Ulke (Engineering and Mining Journal, 1898 Bd. 65 S. 430). Die Trennung des Kupfers vom Arsen ist nur möglich, wenn letzteres in der fünfwerthigen Form oder in der dreiwerthigen als Anion vorliegt. N. Revay (Zeitschrift für Elektrochemie, 1898 Bd. 4 S. 332) hat aus einer Lösung von 0,08 bis 1,14 g Kaliumarseniat und 0,20 bis 1,09 g Kupfersulfat, die 10 bis 20 cc Schwefelsäure enthielt, mit E = 1,6 bis 1,8 Volt (Dqdm = 0,01 bis 0,04 Ampère) in durchschnittlich 12 Stunden Kupfer in reinem Zustande abscheiden können. Wird die Spannung zu hoch, so scheidet sich Arsen auf der Kathode mit ab, besonders in salzsaurer und nächstdem in salpetersaurer, schwer in schwefelsaurer und Kaliumcyanidlösung. Aus stark ammoniakalischer Lösung fällt mit E = 1,65 bis 1,85 Volt (Dqdm = 0,025 bis 0,04 Ampère) ebenfalls nur Kupfer. Aus antimonhaltiger Kupferlösung entfernt Heath (Transactions of the Amer. Inst. of Mining Eng.: Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1898 Bd. 57 S. 139;