Text-Bild-Ansicht Band 311

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f tragenden Nabe k, deren beide Teile verschiebbar ineinander greifen, legt, wobei die Feder bestrebt ist, beide Teile beständig nach aussen zu pressen, so dass die Kugeln beständig mit den Konussen c und f in Berührung sind. Die Einstellung der Lagerschalen wird durch den mit einem Anschlag versehenen Ring n bewirkt, welcher auf den mit Gewinde ausgerüsteten Nabenteil o geschraubt wird.

Um das Pedal abzunehmen, wird die Kappe h abgeschraubt, und auf das äussere Ende des Pedals ein Druck nach innen ausgeübt, wodurch der Konus f demjenigen c genähert wird, während gleichzeitig das Querstück p der Achse a aus den Ausschnitten g des Konusses f genügend weit heraustritt, um eine Viertelumdrehung des Pedals um seine Achse zu gestatten. In dieser Stellung liegt nun das Quer stück p vor einem entsprechend gestalteten Schlitz des Konusses f, so dass das Pedal von der Achse a nach aussen weggezogen werden kann. Soll auch die Achse von der Tretkurbel abgenommen werden, so ist der Konus f abzuschrauben. Um das Pedal wieder auf die Achse zu bringen, verfährt man in umgekehrter Weise.

Textabbildung Bd. 311, S. 175

Fig. 120 und 121 zeigen amerikanische Pedale, welche zugleich als Fusshalter ausgebildet sind. Dieselben haben den Vorteil, dass sie sehr leicht und immer wagerecht, d.h. in der Gebrauchsstellung sich befinden. Denselben Zweck erfüllen die Pedale Fig. 122 und 123, hier sind allerdings Fusshalter angebracht, jedoch so, dass dieselben, sobald der Miss das Pedal verlässt, nach unten zurückfallen. Da nun durch das Gewicht der Fusshalter das Pedal immer in wagerechter Lage bleibt, tritt der Fuss beim Auftritt auf die kurzen Hebelarme a des Fusshalters, der an den beiden Seitenbacken der Pedale drehbar ist, wodurch sich der Teil b hebt und den Miss d umspannt (Fig. 123). Um zu verhüten, dass der Fusshalter zu weit nach unten fällt, ist ein Anschlag c vorgesehen.

c) Kette und Kettenrad.

Die Diamant-Fahrradwerke von Gebr. Nevoigt in Chemnitz-Reichenbrand fabrizieren für die kommende Saison eine Blockrollenkette, bei welcher der bisherige Uebelstand der Blockkette (das Strecken) in Fortfall kommt.

Zu diesem Zweck ist, wie Fig. 124 und 125 zeigen, der innere Stift a, welcher die beiden Seitenteile b verbindet, mit einer Rolle c umgeben, welche aus gehärtetem -Diamantstahl hergestellt, und durch beiderseits angebrachte Nasen in die Seitenteile b eingepasst ist, so dass diese am Drehen verhindert wird. Um diese Rolle liegt nun eine zweite d aus demselben Stahl und von derselben Härte, ebenfalls mit den Seitenteilen verzapft, so dass auch hier ein Drehen ausgeschlossen ist. Ueber diese zweite Rolle wirft sich eine dritte e, beweglich und von aussen sichtbar, welche sich in die Zahnlücke des Kettenrades einrollt.

Bei der Bewegung dieser Kette findet eine Reibung zwischen der ersten und zweiten Rolle einerseits, zwischen der zweiten und dritten Rolle andererseits statt.

Textabbildung Bd. 311, S. 175

Diese Konstruktion lässt es zu, die Rollen sehr hart herzustellen, da dieselben an und für sich nicht auf Zug, sondern auf Druck beansprucht werden. Die Seitenteile sind aus zähem, hartem Material hergestellt, wodurch ein Dehnen der Kette fast ausgeschlossen ist.

Textabbildung Bd. 311, S. 175

Um die Reibung der Kette möglichst zu verringern, vereint H. Bayha in Köln a. Rh. die Vorzüge der Rollen-, sowie diejenigen der Blockkette dadurch miteinander, dass, wie Fig. 126 zeigt, der Block a an beiden Enden Rollen b trägt, welche sich auf den Nieten c drehen. Durch diese Anordnung gleitet der Block nicht wie üblich über die Zähne des Kettenrades, sondern die Bewegung wird in eine rollende umgewandelt, wodurch bei einem Strecken der Kette das lästige Knacken fortfällt.

Textabbildung Bd. 311, S. 175

Eine praktische Neuerung bieten die Kettenräder der Komet-Fahrradwerke, A.-G., vorm. Kirschner und Co. in Dresden. Wie Fig. 127 zeigt, sind zwischen den Hauptzähnen a zahnartige Vorsprünge b eingefräst, durch welche bei einem Strecken der Kette das Knacken aufgehoben wird. Man sieht z.B. bei c, dass die eine Blockhälfte schon in der Rundung bezw. Auflage ist, sie bildet dadurch für die andere Blockhälfte sozusagen eine Führung, dieselbe kann sich somit bequem an den Zahn d anlegen, ohne wie bisher erst am Zahn herunterzurutschen, was stets Geräusch bezw. das Knacken erzeugte. An derartig gefrästen Rädern läuft sowohl eine Block- wie Rollenblockkette vollständig geräuschlos und verhindert das schnelle Verschleissen der Zähne. Praktische Versuche haben ergeben, dass die Kette nach einem halben Jahre noch ebenso geräuschlos lief, wie bei der Neuauflage derselben.

(Fortsetzung folgt.)

Altägyptische Weberei.

Eine Studie von Ingenieur Aug. Braulik.

(Fortsetzung des Berichtes S. 42 d. Bd.)

Zweiter Teil.

Altägyptische Webvorrichtungen.

Bevor ich über die verschiedenen Webvorrichtungen eine Ansicht ausspreche, will ich ganz kurz einzelne Beitreibungen solcher Vorrichtungen geben, die an alten Wandgemälden dargestellt sind, welche Beschreibungen aber aus verschiedenen Quellen entstammen. Bemerken will ich noch, dass die Webstühle nach diesen Darstellungen nicht nur sehr einfach, oft sogar sehr primitiv genannt werden müssen.

Demin11) beschreibt ein Gemälde von Beni-Hassan: Aegyptischer wagerechter Flecht-, Wirk- oder Webrahmen,

11)

Die Wirk- und Webekunst von Aug. Demin. Wiesbaden, Rud. Bechtold und Comp.