Text-Bild-Ansicht Band 316

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DINGLERS
POLYTECHNISCHES JOURNAL

82. Jahrg., Bd. 316, Heft 9. Stuttgart, 2. März 1901.

Textabbildung Bd. 316, Hefttitelillustration

Jährlich 52 Hefte in Quart. Abonnementspreis vierteljährlich 6 M., direkt franko unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich 6 M. 65 Pf., für das Ausland 7 M. 30 Pf. Redaktionelle Sendungen und Mitteilungen bittet man zu richten: An die Redaktion von „Dinglers Polytechn. Journal“ in Stuttgart, die Expedition betreffende Schreiben an Arnold Bergsträsser Verlagsbuchhandlung (A. Kröner) Stuttgart.Preise für Anzeigen: 1spaltig: 1 mm Höhe bei 48 mm Breite 10 Pf., 2spaltig (96 mm Breite): 20 Pf., 3spaltig (144 mm Breite): 30 Pf., 4spaltig (192 mm Breite): 40 Pf. Bei 6, 13, 26, 52maliger Wiederholung 10, 20, 30, 40 Prozent Rabatt. – Beilagen bis 20 Gramm 30 Mark netto. – Alleinige Annahmestelle für Anzeigen und Beilagen bei der Annoncen-Expedition Rudolf Mosse, Berlin, Stuttgart und Filialen.

Die Aufstellung der 3000 Kilo-Watt-Dynamomaschine der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft in Berlin auf der Weltausstellung in Paris 1900.

Von Wilh. Gentsch, Ingenieur und Mitglied des Reichskommissariats.

Unter den Schaustücken der deutschen Maschinen auf der Weltausstellung in Paris hat die grosse Dynamo der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft in Berlin die Beachtung grösserer Fachkreise gefunden. Die Dynamo, deren Schwestermaschine u.a. in den Berliner Elektrizitäts-Werken mehrfach verwandt worden sind, ist für Drehstrom gebaut, erfordert bei einem cos φ von 0,9 etwa 4000 PS zu ihrem Antrieb und liefert normal bei 83 Touren pro Minute und 100 Wechsel pro Sekunde 3000 Kilo-Watt, ist jedoch in der Anordnung der Wickelungen und Anbringung der Ventilationsspalten im Gehäuse so disponiert, dass sie in weiten Grenzen überlastet werden kann. Das feststehende Gehäuse dieser Dynamo hat einen Durchmesser von 8,6 m, der Magnetinduktor, welcher mit 72 Polen ausgestattet ist, eine solche von 7,4 m.

Textabbildung Bd. 316, S. 133
Textabbildung Bd. 316, S. 133

Das Gesamtgewicht der Maschine, 160000 kg, verteilt sich derartig, dass auf das Gehäuse 80000 kg, auf den Induktor 70000 kg und die Grundplatten 10000 kg entfallen. Gehäuse und Induktor wurden in je vier Segmente zerlegt, so dass die Maschinenteile auf acht vierachsigen Spezialwagen verladen werden konnten. Je zwei dieser Wagen waren immer einander gleich und zeigt Fig. 7 ein unteres, Fig. 8 ein oberes Gehäuseviertel, Fig. 9 ein unteres und Fig. 10 ein oberes Induktorviertel. Eisenkonstruktionsteile zum Gestelle und sonstige zur Maschine gehörige Stücke machten weitere 30000 kg aus, welches Gewicht noch drei Waggons in Anspruch nahm.

Diese in vieler Hinsicht interessante Maschine hatte in der deutschen Sondermaschinenhalle(s. Deutschland in Fig. 3) Aufnahme gefunden, einem zweistöckigen Gebäude von 60 m Länge und etwa 20 m Tiefe. Als man sicher über sie verfügen konnte, war