Text-Bild-Ansicht Band 316

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an Kohlenstoff, wenn die übrige Zusammensetzung nicht zu sehr wechselt, wesentlich nur auf die Bruttoverdampfung Einfluss ausübt, indem dieselbe mit steigendem oder fallendem Kohlenstoffgehalt ebenfalls, wenn auch nicht genau proportional, steigt oder fällt, während die Nettoverdampfung sehr wenig von der Grosse dieses Gehaltes berührt wird, sondern einen nahezu konstanten Wert aufweist.

Nachstehende Zusammenstellung, die jedoch keinen Anspruch auf grosse Genauigkeit erhebt, sondern nur zum Beweise des vorher Aufgeführten dienen soll, möge dies für die verschiedensten Werte von A und C darstellen.

Die in vorstehender Tabelle berechneten Heizwerte, Brutto- und Nettoverdampfungen sind in beistehender Fig. 1 nochmals in etwas übersichtlicherer Weise zusammengestellt, derart, dass auf den für den verschiedenen Aschen- bezw. Kohlenstoffgehalt errichteten Senkrechten die entsprechenden Heizwerte, Brutto- und Netto Verdampfungen aufgetragen sind. Wie ein Blick auf die Figur zeigt, ist der Heizwert und mithin die Brutto Verdampfung bei kleinstem Aschengehalt, also grösstem Kohlenstoffgehalt, ebenfalls am grössten und fällt mit abnehmendem Kohlenstoff- bezw. zunehmendem Aschengehalt, wie die Kurven HH1 und BB1 zeigen, während die Linie für die Nettoverdampfung, welch letztere auf den Heizwert der brennbaren Substanz bezogen ist, der Grundlinie GG1 nahezu parallel verläuft, Linie NN1. In Wirklichkeit würden die praktischen Werte für zn wohl noch etwas über dieser Linie liegen, etwa wie durch den Linienzug NN2 dargestellt ist, hervorgerufen durch unverbrannte Brennmaterialteile, welche sich der Asche und Schlacke beimischen, und welcher Umstand nie ganz zu vermeiden sein wird. Bemerkt sei übrigens noch, dass, wenn die Netto Verdampfung ohne Rücksicht auf den Wassergehalt bestimmt wird, der Wert für dieselbe bei dem Aschengehalt O dieselbe Grosse aufweisenmüsste, wie die Bruttoverdampfung, d.h. also dass für diesen Fall Punkt N mit B zusammenfallen müsste.

Textabbildung Bd. 316, S. 184

Im übrigen war hier angenommen, dass der Wassergehalt nur einen verhältnismässig geringen Wert (etwa 2%) aufweise, wie dies für gewöhnliche, nicht angefeuchtete Kesselkohle (Steinkohle) in der Regel zutreffend sein wird. Je mehr dieser Wassergehalt zunimmt, desto mehr werden die hier bestimmten, auf das Verbrennliche der Kohle bezogenen Nettoverdampfungen von den wirklichen, bei einem Verdampfungsversuch festgestellten abweichen, wie sich dies für Braunkohlen, deren Wassergehalt durchweg sehr hoch ist, einstellen wird; doch wird im übrigen auch für diese das hier Gesagte gelten.

(Schluss folgt.)

Die Dampfmaschinen der Pariser Weltausstellung.

Von Fr. Freytag, Chemnitz.

(Fortsetzung von S. 171 d. Bd.)

Die von der Société française de constructions mécaniques (anciens établissements Cail) in Paris ausgestellte stehende Verbundmaschine mit Kondensation ist mit einem Generator der Compagnie française Thomson-Houston direkt gekuppelt. Die für einen Admissionsdruck des Arbeitsdampfes von 12 kg/qcm berechnete Dampfmaschine entwickelte auf der Ausstellung mit 9 kg/qcm Dampfdruck die für den Generator von 1000 Kilo-Watt erforderliche Leistung von 1750 PS. Ihre Hauptabmessungen sind folgende:

Durchmesser des Hochdruckcylinders 815 mm
„ „ Niederdruckcylinders 1726 „
Kolbenhub 1220 „
Minutliche Umdrehungszahl 75

Die zum Tragen der Cylinder A und B (Fig. 80 bis 84) dienenden beiden Maschinenständer von kreisförmiger Gestalt sind unabhängig voneinander und ohne besondere gegenseitige Versteifungen auf dem Fundament befestigt; ihr Abstand ist so gewählt, dass die zwischenliegenden Teile der Schwungradwelle – Generator E und Schwungrad F – eine bequeme Zugänglichkeit ermöglichen. Die Ständer bestehen aus je zwei durch Schraubenbolzen miteinander verbundenen Teilen, von denen die oberen die Rundführungen der Kreuzköpfe bilden. Die unteren Teile ruhen auf je einem mit dem Fundament verbundenen Sockel. Diese sind mit je einem der beiden Schwungradwellenlager aus einem Stück gegossen.

Zwei durch Treppen leicht erreichbare Bühnen ermöglichen die Zugänglichkeit sämtlicher Teile. Die obereBühne, welche sich 5,765 m über Flur erhebt, ist besonders geräumig gehalten; sie bietet dem Maschinisten hinreichend Platz zur Beobachtung der Steuerungsteile beider Cylinder. Die Schwungradwelle führt sich, wie schon angegeben, in zwei auf der rechten Seite jedes Maschinenständers liegenden Lagern. Die in kugelförmig gestalteten Höhlungen der letzteren liegenden Schalen gestatten bezügliche Ortsveränderungen der in Berührung stellenden Teile. Insbesondere werden hierdurch nachteilige Wirkungen der von den Vertikalkräften herrührenden Durchbiegung der Schwungradwelle vermieden. Die Einrichtung gestattet in gleicher Weise wie bei der vorbeschriebenen Maschine von P. Farcot und A. Farcot ein beständiges Anliegen der Lagerschalen an die Zapfen der Schwungradwelle und damit eine gute Führung der letzteren. Die gusseisernen Lagerschalen sind mit Weissmetall ausgegossen; ihre Abmessungen sind unter Zugrundelegung eines Flächendruckes von 10 kg/qcm ermittelt. Der Durchmesser der Achsschenkel beträgt 556 mm bei 1067 mm Länge. Jeglicher Erwärmung der aufeinander reibenden Flächen wird durch einen Wasserumlauf in den Höhlungen der Lagerschalen vorgebeugt. Die an den Enden der Schwungradwelle mittels Druckwasser aufgezwängten, ausserdem noch aufgekeilten Kurbelscheiben sind mit den Gegengewichten aus einem Stück gegossen.

Die auf den Oberteilen der Ständer befestigten Dampfcylinder sind wie auch die zugehörigen Deckel von Heizmänteln umgeben. Die gusseisernen Kolben (Fig. 85) sind