Text-Bild-Ansicht Band 316

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von 8460 t, „Richelieu“ von 8770 t aus den Jahren 1868 bis 1875, aber es gab noch jüngere, so „Bayard“, 5990 t von 1880 und „Turenne“, 6400 t vom Jahre 1879. Dazu kamen 23 Kreuzer aller Grossen, 19 Avisos, 16 Transportavisos, 5 Kanonenboote und 3 Transportschiffe, so dass noch vor einem Jahrzehnt Frankreichs Kriegsmarine im aktiven Dienst in erster Linie 84 Holzschiffe von 193599 t Deplacement besass, also eine gewaltige Menge veralteten Gerumpels. Und die Vorliebe französischer Schiffbauer der 60er und 70er Jahre für Holzbauten wird noch auffallender, wenn man bedenkt, dass die 17 nennenswerten Marinen – ausser Frankreich – zur genannten Zeit zusammen zwar 208 Holzschiffe zählten, jedoch nur von 258929 t Deplacement. Frankreich besass also 1891 fast so viel Holzkonstruktionen in seiner Kriegsflotte, wie alle anderen Flotten zusammengenommen! Was diese anderen Flaggen anbelangt, so stellt sich das Verhältnis folgendermassen:

1. Vereinigte Staaten von
Nordamerika

24

Schiffe

von

38732 t

Depl.
2. Spanien 42 37141 t
3. Oesterreich-Ungarn 21 31910 t
4. Italien 19 28594 t
5. Russland 9 19776 t
6. Grossbritannien und Ir-
land mit Kolonien

10



17732 t

7. Japan 11 13750 t
8. Brasilien 18 13244 t
9. Portugal 11 9857 t
10. Deutsches Reich 11 9448 t
11. Norwegen 5 9235 t
12. Schweden 11 8918 t
13. China 5 6120 t
14. Niederlande 4 6072 t
15. Dänemark 4 4770 t
16. Chile 3 3630 t
17. Argentinien
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Summa 208 Schiffe von 258929 t Depl.
Dazu Frankreich mit 84 193599 t
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Summe der Holzschiffe der
Kriegsflotten 1891

292

Schiffe

von

452528 t

Depl.

Bei England ist zu bemerken, dass sich unter den angeführten neuen Schiffen fünf Jachten und dazugehörige Tender befinden, so dass England in Berücksichtigung seines grossen schwimmenden Materials so gut wie keine Holzschiffe 1891 besessen hat.

Die Marine des Deutschen Reiches führte damals in ihren Listen noch 11 Holzbauten, obwohl gerade sie schnell zum Eisenbau übergegangen war, und das einzige eiserne Schiff, das in dem Seegefecht von Helgoland 1864 mitfocht, war der „Preussische Adler“. Diese 11 Schiffe waren: Kreuzerkorvette „Freya“ von 2017 t, im Jahr 1874 auf der kaiserlichen Werft Danzig abgelaufen, 1897 verkauft. Glattdeckkorvetten „Ariadne“ und „Luise“ von 1719 t, abgelaufen zu Danzig am 21. Juli 1871 und am 16. Dezember 1872. „Ariadne“ wurde am 6. Oktober 1891 verkauft und brachte 35557 M., „Luise“ kam erst 1897 zum Verkauf. Glattdeckkorvette „Victoria“, 1825 t, lief 1864 bei Armand in Bordeaux ab und wurde nach 1891 gestrichen. Kanonenboote „Albatross“ und „Nautilus“ von 716 t Wasserverdrängung, 1871 in Danzig zu Wasser gebracht, sind Anfang der 90er Jahre gehulkt, ein hölzernes zu Kiel gebautes Versuchstorpedoboot „H 1“ wurde gestrichen. Die anderen vier Schiffe und Fahrzeuge sind noch vorhanden.

Im Laufe des verflossenen Jahrzehnts hat natürlich die Zahl der aus Holz konstruierten Kriegsschiffe sehr bedeutend abgenommen, da nur ganz besondere Verhältnisse Veranlassung zur Inangriffnahme von Bauten aus diesem Material geben. Frankreich allein legte den Transportaviso „Vaucluse“, 1613 t, auf; er ist noch nicht zu Wasser gebracht. Die hölzernen Transportavisos haben sich ihrer Wohnlichkeit wegen als Stationäre so bewährt, dass man sich anscheinend schwer entschliesst, auch bei dieser Schiffsklasse, die 1901 zehn Schiffe umfasste, von denen nur eins Eisenbau mit Holzbeplankung ist, zum Metallbau überzugehen. Sonst hat kein Staat ein Holzschiff hergestellt, und somit sind sie, soweit noch vorhanden, vollständig auf den Aussterbeetat gesetzt und werden nach einem Jahrzehnt nur noch in ganz vereinzelten Exemplaren vorhanden sein, wenn auch das Holz als Baumaterial keineswegs verschwindet, denn als Isolierschicht zwischen Kupferung und Schiffskörper wird es sich schwerlich durch eines der neuen Holzersatzpräparate verdrängen lassen. Zahlreiche gekupferte Schiffe zu besitzen, stellt sich aber nach wie vor als notwendig heraus. So wird es sich höchst wahrscheinlich nicht umgehen lassen, die vier Linienschiffe des deutschen, nach China gesandten Panzergeschwaders, die nicht gekupfert sind, vor der Rückreise docken zu müssen, und da Deutschland weder in Ostasien noch sonst ausserhalb seiner heimischen Gewässer ein Dock besitzt, so ist man entweder auf die Freundlichkeit der Engländer zuHonkong und Shanghai angewiesen, oder auf die der Russen zu Wladywostock, der Japaner zu Yokosuku, der Amerikaner zu Manila, welch letztere Anlage aber zu klein ist, endlich der Franzosen zu Saigon.

Wenn man die bei Beginn des Jahres 1901 in den Marinen vorhandenen Holzschiffe zusammenstellt, ergeben sich nachstehende Zahlen, wozu aber bemerkt werden muss, dass mit verschwindenden Ausnahmen diese Schiffe als Jachten oder zu Schulzwecken dienen, oder aber als zweite oder dritte Reserve liegen.

1. Frankreich 15 Schiffe von 17370 t Depl.
2. Vereinigte Staaten von
Nordamerika

8



12179 t

3. Schweden 9 8728 t
4. China 8 8850 t
5. Japan 7 7417 t
6. Oesterreich-Ungarn 3 6890 t
7. Portugal 9 6246 t
8. Brasilien 13 5926 t
9. England mit Kolonien 5 5236 t
10. Italien 10 3140 t
11. Spanien 2 2884 t
12. Norwegen 2 2607 t
13. Dänemark 2 1890 t
14. Deutschland 4 627 t
15. Chile 1 600 t
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Summe der Holzschiffe der
Kriegsflotten 1901

98

Schiffe

von

80590 t

Depl.

Die Marinen von Russland, Argentinien und die der Niederlande besitzen Holzschiffe nicht mehr. Die Flotte der Türkei ist in beiden Tabellen unberücksichtigt geblieben. Sie zählt sehr viele Schiffe und darunter eine Menge Holzbauten, doch ist von dem grossen schwimmenden Material ein ganz winziger Teil, vielleicht 5%, seeklar zu machen.

Es geht aus den Tabellen hervor, dass innerhalb des letzten Jahrzehnts eine enorme Streichung der Holzschiffe in den Kriegsmarinen stattgefunden hat, nicht weniger als 194 Schiffe von 361928 t sind aus den Listen der seegehenden Schiffe verschwunden, und der verbleibende Rest thut Dienst als Jachten, wie bei England, dessen fünf angeführte Holzbauten durchweg Jachten sind – „Victoria and Albert“, „Alberta“, „Osborne“, „Elfin“, „Wildfire“ –, als Hafenschiffe oder als Schulschiffe, von denen man weite Reisen nicht mehr verlangt. Frankreich allein hat von seiner grossen noch 1891 vorhandenen Holzflotte, bestehend aus Schiffen aller Klassen, in dem Jahrzehnt 69 Schiffe von 176229 t Deplacement gestrichen, darunter alle 18 Schlachtschiffe von 99590 t Deplacement, und was diese Zahlen bedeuten, muss man sich klar machen, indem man ihnen die gegenwärtig aktive, deutsche Linienschiffflotte vergleichsweise gegenüberstellt. Dieselbe zählt jetzt, Ende Februar, 6 Linienschiffe von 62552 t seeklar, und wenn man galanter-, aber kaum berechtigterweise die 4 Schiffe der „Sachsen“-Klasse hinzurechnet, 10 Schiffe von 92024 t. Erst wenn demnächst „Kaiser Wilhelm der Grosse“ in Dienst gestellt werden kann, ist die Schlachtflotte des Deutschen Reiches 1901 etwas stärker als die Flotte der auf Holzkonstruktion gepanzerten Schlachtschiffe der französischen Republik vor 10 Jahren. Deutschland hat noch 2 hölzerne Torpedoboote von Yarrow mit Spierenausrüstung, die längst als Torpedoboote keinen Dienst thun und zu Hafenzwecken verwendet werden, dann den 202 t grossen Tender „Hay“ und die 353 t grosse „Grille“, die erste preussische Königs- und später deutsche Kaiserjacht, 1857 bei Normand in Havre vom Stapel gelaufen und wohl zum grossen Teil aus Pietät erhalten. Sie dient als Vermessungs- und Instruktionsschiff für Offiziere und kreuzt im Sommer in der Ostsee.

Spaniens 1891 noch zahlreichen Holzschiffe, zum grössten Teil von kleinen Abmessungen aber wohlklingenden Namen, sind, weil nach dem Verlust der Kolonien zwecklos, verkauft oder abgebrochen worden. Die Vereinigten Staaten, welche durch den langen Widerstand der Philippinos in die Lage gekommen sind, viele kleine, flachgehende Schiffe dort zu gebrauchen, haben zahlreiche Eisen- und Stahlkanonenboote von Spanien gekauft, aber keine hölzernen. Nach einem weiteren Jahrzehnt dürfte der Holzbau aus den Kriegsflotten so gut wie verschwunden sein, und das trotz mancherlei Vorzüge, namentlich in Bezug auf Wohnlichkeit.

F. E.

Neue Stossschwelle.

Nachdem man vom festen Stosse wegen der ihm anhaftenden Mängel allgemein zum sogen, schwebenden Stosse übergegangen war, suchte man die Unterbrechung des Schienengeleises an der Stossfuge durch Verwendung von bedeutend verstärkten, von einer zur anderen Stossschwelle reichenden Laschen auszugleichen, um so dem Gestänge die erforderliche Widerstandsfähigkeit zu geben.

Solange eine derartige Verbindung neu ist und namentlich die Laschenanlagen noch nicht abgenutzt sind, befährt sich der