Text-Bild-Ansicht Band 316

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Das Installationsmaterial für die Oberleitung elektrischer Bahnen.

Von C. Hesse.

(Fortsetzung und Schluss von S. 157 d. Bd.)

4. Weichen und Streckenunterbrecher.

Die bei Geleisabzweigungen anzubringenden Weichen (Fig. 50 bis 52) oder die für Geleiskreuzungen zu verwendenden Vorrichtungen (Fig. 53 bis 55) bestehen fast ganz oder ausschliesslich aus Rotguss und unterscheiden sich in solche zum Einlöten (Fig. 50, 52, 53, 54 und 59) und solche zum Einklemmen des Fahrdrahtes. Ferner dienen der Rollen- und Bügelstromabnahme je besondere Konstruktionen, von denen sieben beistehend abgebildet sind.

Textabbildung Bd. 316, S. 222
Textabbildung Bd. 316, S. 222
Textabbildung Bd. 316, S. 222
Textabbildung Bd. 316, S. 222
Textabbildung Bd. 316, S. 222
Textabbildung Bd. 316, S. 222

Die in Fig. 50 gezeigte gleichseitige Luftweiche zum Einlöten des Fahrdrahtes ist für Rollenstromabnehmer bestimmt und besitzt gleich den nicht abgebildeten Weichen dieser Art für Rechts- oder Linksabzweigung der Geleise, bei denen nur die Stellung der Fahrdrahtanläufe eine entsprechend andere ist, drei Rillen für den Draht, in die dieser eingelegt und eingelötet wird.

Zum besseren und leichteren Einlöten des Drahtes besitzen die Rillen bezw. Drahtanläufe, wie ersichtlich, einen geteilten Rand, wodurch dieser nach Einlegen des Drahtes umgebogen werden kann, und so dem Draht schon vor dem Festlöten einen Halt in der Rille gegeben wird. Da dieser umzubiegende geteilte Rillenrand in Verbindung mit der Weiche aus Rotguss besteht, so ist bei dem Umbiegen der durch den geteilten Rand entstandenen Lappen einige Vorsicht anzuwenden, um keinen Bruch herbeizuführen, wie auch andererseits bei dem immerhin spröden Rotgussmaterial ein öfteres Zu- und Aufbiegen dieser Lappen ganz zu unterlassen ist. Wenn daher der richtige Fahrdrahtzug nicht gleich ermittelt und festgelegt werden kann, so hilft man sich, indem der Fahrdraht, ohne Umbiegen dieser Lappen zunächst provisorisch durch Umlegen eines dünnen Hilfsdrahtes mit der Weiche verbunden wird. So selbstverständlich derartiges ist, so lehrt die Praxis, dass die jungen und auch älteren Monteure doch oft darauf hingewiesen werden müssen.

Diese vorgenannte Anordnung wiederholt sich, wie aus den Abbildungen zu ersehen, bei allen Vorrichtungen dieser Art. Die seitlich vorstehenden Ansätze mit Löchern dienen zum Aufhängen und Abspannen der Weiche.

Die Luftweiche in Fig. 51, ebenfalls für Rollenstromabnehmerbestimmt, wird zur mechanischen Befestigung bezw. zum Einklemmen der Fahrdrähte benutzt. Die Abbildung zeigt wiederum eine gleichseitige Weiche für symmetrische Abzweigung der Fahrdrähte und werden auch diese Weichen' für rechte oder linke (unsymmetrische) Geleiseabzweigung hergestellt. In jeder Drahtrille ist auf einer Achse (mit Splint) ein exzentrisches Klemmstück gelagert, unter das der Fahrdraht in die Rille eingeschoben und durch Umlegen des exzentrischen Klemmstückes festgeklemmt wird. Zur weiteren Befestigung dient für jede Rille eine Sechskantschraube. Zwei seitliche Ansätze mit Loch sind auch hier zum Aufhängen der Weiche vorgesehen. Um die Weichen nach Fig. 50 und 51 isoliert aufzuhängen, wird bei der Installation derselben zunächst ein Zwischenoder Kugelisolator mit Gabel (Fig. 13 bezw. 16) an den seitlichen Oesen der Weichen angebracht und der Abspann- und Aufhängedraht für die Weiche mit dem anderen Ende des Isolators durch Verdrillung verbunden.

Die Weiche Fig. 52, welche für Bügelstromabnehmer bestimmt ist, ist in der Abbildung bereits mit Kugelisolatoren ausgerüstet und bedingt diese Konstruktion die Verwendung von Kugelisolatoren mit zwei Oesen (Fig. 14 oder 15). Wie die Abbildung weiter zeigt, sind bei der Weiche Fig. 52 noch Flanschen mit Löchern zur anderweitigen Abspannung vorgesehen. Die Befestigung des Fahrdrahtes erfolgt durch Einlöten.

Fig. 53 ist eine unverstellbare bezw. feststehende und Fig. 54 eine verstellbare Kreuzungsweiche, beide zum Einlöten des Fahrdrahtes eingerichtet und für Rollenstromabnehmer bestimmt. Die Einrichtung der Kreuzungsweichen für Bügelstromabnahme weicht nur wenig von. den abgebildeten und zwar im wesentlichen dadurch ab, dass ein Gleitübergang für den Bügel, anstatt einer freistehenden Führung für die Rolle, in der Mitte der Kreuzungsweiche angeordnet ist. Dasselbe gilt entsprechend für die Kreuzungsweichen Fig. 55 und 59, welch letztere zugleich als Streckenunterbrecher konstruiert wurde. Im Gegensatz zu. den Kreuzungsweichen Fig. 53 und 54 dient die Weiche Fig. 55 zur mechanischen Befestigung des Fahrdrahtes durch Einklemmen desselben mittels der exzentrischen Klemmstücke. Zar weiteren Befestigung besitzt die Weiche ebenso wie Fig. 51 für jede Drahteinführung eine starke Klemmschraube, welche vier Sechskantschrauben in der Abbildung ersichtlich sind. Auch diese Weiche ist bis auf etwa 20° verstellbar. Wie der Name schon sagt, werden diese Weichen bei Geleisekreuzungen verwendet, wogegen die anderen Weichen (Fig. 50 bis 52) bei Geleisabzweigungen u.s.w. angebracht werden.

Die Streckenunterbrecher veranschaulichen die Fig. 56 bis 59 und können diejenigen nach Fig. 56 bis 58 ohne weiteres sowohl mit Rollen- wie Bügelstromabnehmern befahren werden. Wie schon ersichtlich, ist der Unterbrecher Fig. 56 der einfachste (billigste) und besteht aus einer imprägnierten Eichenholzschiene mit Rotgussschuhen und Mittelstück aus Rotguss. Letzteres hat ein Gewinde (⅝ Zoll) zum Anschrauben an die Aufhängehalter. Die beiden Rotgussschuhe haben verzinnte Rillen zum Befestigen des Fahrdrahtes, der in die Rille eingelegt, durch ein senkrechtes Loch gezogen, in die obere Rille umgelegt und in beiden Rillen jeden Schuhes festgelötet wird. Eine, weiteren Ansprüchen gerecht werdende Konstruktion ist