Text-Bild-Ansicht Band 316

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schleifen, die einerseits am Segment befestigt sind, andererseits mit Spiralfedern des Federn Spanners in Verbindung stehen. An Spiralfedern sind sechs hintereinander angeordnet, die an einer Querstange gemeinsamen Halt finden, und durch eine Spannschraube auf ihre Spannwirkung einstellbar sind.

Die zu verwendenden federnden Stangen aus Stahlrohr sind in ihren Längen verschieden und nach dem Abstand vom Wagen zum Fahrdraht zu wählen; zumeist werden Stangen von 4,5 m verwendet. Am oberen Ende der Stange sitzt ein Rollenkorb (Fig. 64). Zwischen den Korb und die Stange ist ein Kniestück (Fig. 63) zu fügen, wodurch auch eine Drehbarkeit der Rolle mit Korb an der Stange geschaffen werden kann. Durch Anziehen einer Schraube ist das Drehen abzustellen.

Die Rolle zeigt Fig. 65. Die Ausführungen der Rolle weichen etwas, aber belanglos, voneinander ab. Einen Unterschied bilden im wesentlicheren Rollen mit und ohne Graphitschmierbehälter, wodurch eine selbstthätige Schmierung der Achsenlager erzielt werden soll; in Verbindung hiermit steht die Beschaffenheit der Büchsen in den Rollen. Neben der Ausführung der vorbeschriebenen Rollenstromabnehmer bestehen noch andere, aber weniger verwendete Typen, insbesondere diejenige, welche anstatt sechs kleineren Spiralfedern eine einzige stärkere Spiralfeder besitzt, wodurch der Federspanner entsprechend anders gestaltet ist. Die den Bügelstromabnehmern anhaftenden Nachteile sind durch die Ausbildung der Reibungsflächen mit Schmiernuten und Metallüberzug (Patent Siemens und Halske) wesentlich behoben worden. Das Untergestell des Bügelstromabnehmers bedingt einen viel grösseren Raum auf der Wagendecke und ist gleichfalls unter Verwendung von Spiralfedern derart konstruiert, dass der Bügel mit dem Federbock in der Fahrrichtung umlegbar und seitlich verschiebbar ist.

Wie bei allen Gebrauchsgegenständen, so gibt es auch bei den Stromabnehmern und seinen Zubehören alle möglichen Ausführungsarten, die aber mehr oder weniger nur auf dem Papier sich befinden. Entscheidend für die Anwendung bleiben die Erfahrungen, welche von den Betriebsgesellschaften gewonnen, und die Vorschriften, die von den Korporationen und Behörden gegeben werden. (Ueber Wagenausrüstungen vgl. Schiemann, Bau und Betrieb elektrischer Bahnen.)

7. Verschiedene Zubehöre1)

Zu den Installationsmaterialien gehören weiter die Verbindungsmuffen, die zur Verbindung der Fahrdrähte dienen. Die Fahr drahten den werden bei der Muffe Fig. 66 eingelötet, bei der Muffe Fig. 67, die aus drei zusammenschraubbaren Teilen besteht, eingeklemmt und verschraubt.

Fig. 69 ist eine Hausrosette zum Anbringen der Aufhängedrähte für die Fahrdrahthalter. Die Rosette hat ein drehbares Mittelstück, welches eine Gabel (Fig. 70) besitzt.In dieser Gabel wird ein Schalldämpfer (Fig. 72) befestigt und dieser Schalldämpfer wiederum mit einem Abspannisolator verbunden, an den dann der Abspanndraht verdrillt angebracht wird. Zur Befestigung der Rosetten an den Gebäuden dienen Keilschrauben (Fig. 71). Die Ausbildungen der Rosetten sind wiederum verschieden und als sogen. Quer- und Hochrosetten, je nach der Stellung des drehbaren Mittelstückes bezeichnet. Auch werden je nach der Beschaffenheit der Befestigungspunkte am Gebäude, Rosetten mit zwei oder vier Befestigungsstellen (Löchern) zu verwenden sein. Endlich sind auch Rosettentypen durch andere Gestaltung des Mittelstückes mit Gummieinlagen versehen und dadurch direkt mit Schalldämpfung ausgestattet, wodurch sich die Verwendung eines besonderen Schalldämpfers erübrigt.

Textabbildung Bd. 316, S. 225

Fig. 68 zeigt eine kleine Spannschraube ohne Isolationskörper. Die Abbildungen Fig. 73 bis 75 dienen zum Schutz der Telephonleitungen beim Herabfallen und Aufliegen auf der Fahrdrahtleitung. Auf dem Fahrdraht werden sogen. Messingreiter durch Anklemmen oder Auflöten befestigt. Auf diese Reiter werden imprägnierte Holzleisten geschoben und an den Enden durch Aufstecken eines Schutzhaken (Fig. 74) der herabgefallene Telephondraht behindert, von dieser Isolierleiste abzurutschen und auf den blanken Fahrdraht zu gelangen. Demselben Zwecke dienen die Schutzbügel Fig. 75, die einen im Zuge des Fahrdrahtes und der Schutzleisten befindlichen Fahrdrahthalter überbrücken.

Untersuchungen über Torfbriketts.

Seit einer Reihe von Jahren ist es bekannt, dass aus Torf sich Briketts herstellen lassen, welche den besten Salonbriketts aus Braunkohle sowohl an Heizwert als auch wegen des geringen Aschengehaltes wesentlich übertreffen. Es sind nun auch schon zur Herstellung von Torf briketts Fabriken errichtet, die aber zum Teil wieder aus Betrieb kamen, da die Entfernung der grossen Wassermengen aus dem Torf, welche über 90% des anstehenden Torflagers betragen können, zu teuer wird. Zwar wird gewöhnlich sowohl aus dem Stechtorf als auch aus den Maschinentorfsoden der grösste Teil des Wassers durch das Lagern der Soden an der freien Luft im Sommer entfernt, es waraber bisher nicht möglich, den Brikettfabriken zu jeder Jahreszeit und unter allen Witterungsverhältnissen mit vorgetrocknetem Rohmaterial in ausreichender Weise zuzuführen. Dann auch ist die vollständige Trocknung der an der Luft vorgetrockneten Torfsoden mittels der aus der Braunkohlenindustrie bekannten Trockenapparate sehr teuer und bietet durch die Fasern des Rohmaterials auch Schwierigkeiten. Die Folge hiervon war, dass die Torf brikettfabriken im Winter wegen Mangel an trockenem Material meist still liegen mussten, wodurch das hohe Anlagekapital bei der geringen Produktion keine entsprechende Rente geben konnte.

1)

Ueber Schienenverbinder für elektrische Bahnen vgl. D.p. J. 1898 308 178 u. ff. Ueber Schutzvorrichtungen für Hochspannungsanlagen vgl. D. p. J. 1899 313 * 119.