Text-Bild-Ansicht Band 316

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möglichst isothermisch bewirkt, hierauf den niedrig gespannten Bruchteil des Gases in dem Arbeitscylinder irgend eines Motors (eines Druckluftmotors oder einer Dampfmaschine) ohne oder in Kuppelung mit dem Kompressor arbeiten lässt, indem man den abzukühlenden höher gespannten Bruchteil des Gases um den Expansionscylinder und das Auspuffrohr herumleitet.“

Da in beiden Stufen isothermisch mittels möglichster Wasserkühlung komprimiert wird, so dürfte die Leistungsfähigkeit des Verfahrens, namentlich bei Gemischen aus permanenten Gasen und Kaltdämpfen, eine sehr gute sein. Augenblicklich schweben Verhandlungen, das Verfahren mit dem Pictet'schen Gastrennungsverfahren zu vereinigen und beide gemeinsam zu verwerten.

Neues Verfahren zur Gewinnung und Verarbeitung von Torf.

Wie bereits in D. p. J. 1900 Bd. 315 S. 768 gesagt worden, beruht das Galecki'sche Verfahren zur Gewinnung und Verarbeitung von Torf bezw. zur Herstellung von Torfbriketts darauf, auf eine einfache und billige Weise alles dasjenige aus dem Torf zu entfernen, was in demselben kein Heizmaterial bildet und ihm dadurch Eigenschaften zu erteilen, welche ihn zur Kesselfeuerung brauchbar machen und eine Konkurrenz desselben mit Steinkohle zu ermöglichen. Es wird hierdurch eine Masse von gleicher Beschaffenheit hergestellt, die frei von allen Verunreinigungen, wie Sand, Lehm, Kalk und selbst von in Wasser lösbarem Schwefel und Eisenverbindungen ist, sowie von einigen organischen Verbindungen, welche beim Brennen von gewöhnlichem Torf den unangenehmen Geruch erzeugen. Diese und andere in dem genannten Artikel bereits hervorgehobenen Eigenschaften erhält der Torf nach dem dort beschriebenen Verfahren und mittels der beschriebenen Maschinen, welche jedoch nur die Grundlage zu den neuen verbesserten und vereinfachten Maschinen bilden, welche im nachstehenden beschrieben werden. Bei diesen verbesserten Maschinen fällt vor allem das Abgrenzen des Grabens mittels der beweglichen Wand und das Mischen des Torfbreies in der Grube fort, in der Weise, dass Stechmaschine, Elevator und Mischvorrichtung in einer Maschine vereinigt sind, wodurch das ganze Verfahren bedeutend vereinfacht und erleichtert wird.

Die vereinfachte Maschine besteht aus einem eisernen, auf vier Rädern ruhenden, aus vier eisernen Ständern zusammengestellten, schräg aufgerichteten Gestell, welches auf Schienen läuft und mittels einer Kurbel zum jedesmaligen Stechen eingerückt werden kann. Zwischen zweien dieser Ständer bewegt sich ein auf Röllchen laufender Kasten, an dessen breiter Hinter- und einer Seiten wand unten ein gussstählernes Messer angebracht ist. An der Vorderwand befindet sich unten ein hohler Schieber, welcher nach Herablassen des Kastens in den Torf graben aus einer Höhe von 6 bis 7 m und Abtrennung des Torfblockes mittels einer Spindel geschlossen wird. In diesem Kasten wird nun der Torf mit dem Torfwasser während ungefähr zwei Minuten durch das in dem Kasten befindliche Rührwerk zu Brei zerschlagen und hierauf der geschlossene Kasten samt Inhalt mit zwei starken Ketten in die Höhe gewunden, eine entsprechende Rinne untergeschoben und der Inhalt in den sogen. Schlemmer entleert. Man rückt hierauf die Maschine einen Strich weiter, lässt den Kasten wieder hinab, versperrt den abgeschnittenen Inhalt mit dem Schieber, holt den Kasten herauf, giesst den Inhalt aus und wiederholt dies so lange, bis der Torf aus der abgesteckten Fläche ausgebeutet ist.

Der Torfstecher bezw. der Schneidekasten ist der mittleren Tiefe des Torfes entsprechend eingerichtet, so zwar, dass er bei jedem Herausholen bezw. Stich einen minimalen Inhalt von 1,3 m aufnimmt und den Torf bis auf den Grund ausheben kann, so dass der Inhalt eine volle Ladung für den Schlemmer bildet.

Der Schlemmer besteht aus einem eisernen Lowrenkasten mit horizontalem Mischer, welcher mittels einer Handkurbel oder mit den Rädern des Kastens (Lowre) in Verbindung stehenden Uebersetzung in Bewegung gesetzt wird. Die Lowre wird entweder von einem Pferde oder zwei Leuten geschoben.

Ist der Schlemmer mit dem Torfbrei gefüllt, so wird er nach den Filtern geführt, während der Inhalt durch dieMischer unterwegs fortwährend geschlagen und jedes Torfteilchen in Brei verwandelt wird. Hierdurch werden sämtliche mineralischen Bestandteile von dem Torf getrennt und fallen infolge ihrer Schwere zu Boden, während der Torfbrei an der Oberfläche verbleibt. An den Filtern angelangt, bleibt der Schlemmer kurze Zeit stehen, hierauf wird ein Schieber geöffnet und der Brei durch ein Sieb in den Filter abgelassen, wo er binnen zwei Stunden derartig absickert, dass ein dicker Teig entsteht, welcher in beliebige Formen geschnitten wird. Das absickernde Wasser mit sämtlichen Bestandteilen wird mittels Drainröhren, welche übrigens die ganze Filterstation trocken legen, abgeführt.

Die durch Abschlemmen auf dem Boden des Schlemmers sich niedersetzenden Abfälle, als unvollkommen vertorfte Holzstücke, Pflanzenfasern, Torfabfälle u.s.w. werden in einen zweiten Filter gebracht und zu Torfbriketts geringerer Sorte als Heizmaterial in gewöhnlichen Oefen verarbeitet, welches hinter dem gewöhnlichen Torf an Heizkraft nicht zurücksteht. Die Schieber beim Schlemmer sind der Gattung des zu verarbeitenden Torfes angepasst, um nicht zu viel Abfälle und dabei dennoch möglichst reine Torfbriketts zu erlangen.

Die Filter, welche zur Verwandlung des Torfbreies in Torfteig und zur Beseitigung aller im Wasser löslichen Stoffe dienen, bestehen aus einem eisernen oder hölzernen, dem Inhalte des Schlemmers entsprechenden Rahmen ohne Boden von ungefähr 275 cm Länge, 150 cm Breite und 20 cm Höhe. In dieser Weise wird eine anfangs 20 cm hohe Schicht gebildet, welche durch Zusammentrocknen bis auf 10 cm, also die Hälfte zusammensinkt.

Nach Abtrocknen des Filters, d.h. nachdem der Torfbrei soweit abgetrocknet ist, dass er von den Seiten des Filters absteht, wird derselbe mittels eines leichten Holzgitters, wie bereits oben erwähnt, in Stücke von beliebiger Grösse zerlegt, wobei sich in der Praxis die Grössen von 20 bis 30 cm Länge und 15 bis 20 cm Breite als entsprechend zur weiteren Trocknung bewertet haben, worauf sie am besten auf einem gut gemähten Rasen, oder in Ermangelung dessen auf einem gut geeggten Ackerstück ausgebreitet werden, wobei der etwa noch anhaftende Sand abfällt,

Nach Verlauf von zwei bis drei Tagen können die Torfbriketts gestempelt werden und werden dann in Reihen auf einer beweglichen Fachdarre übereinander aufgestellt. Die Darren jeder Seite nehmen den Inhalt von zwei Filtern auf, zusammen also von vier Filtern, und die ganze Handhabung besteht darin, dass von jeder Seite die beweglichen Fächer heruntergesetzt, die Torfbriketts querüber auf die Kante gestellt und dann die Fächer auf die Lattenrüstung gesetzt werden. Es wird hierbei an Platz gespart gegenüber dem Trocknen unter freiem Himmel oder in Schuppen, der Torf trocknet leichter und braucht nicht öfters, wie dies bei gewöhnlichem Torf der Fall ist, umgestellt und daher angefasst zu werden, wodurch er die Form verliert und leicht abbröckelt.

Hierin besteht das hauptsächliche Verfahren mit der vereinfachten Maschine zur Herstellung der Galecki'schen Torfbriketts, welches, wie bereits erwähnt, erprobt ist und besitzt der in dieser Weise hergestellte Torf die anfangs erwähnten und in dem Artikel Bd. 315, 1900, S. 768 hervorgehobenen Eigenschaften.

Obwohl nun das Verfahren an und für sich beendet