Text-Bild-Ansicht Band 316

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verfügbare Raum beschränkt ist und daher Röhren von geringem Durchmesser benutzt werden müssen, werden die einzelnen Windungen derselben sehr nahe aneinander gebracht. Die Schlangenröhren haben den Vorteil einer grossen Heizfläche, der sich in den Zwischenräumen der einzelnen Windungen ansetzende Russ schränkt jedoch die Verteilungsoberfläche der Hitze bedeutend ein und erschwert die Reinigung. Infolgedessen werden anstatt der Kessel mit Schlangenröhren die Ringkessel verwendet, welche sich im Gebrauch vorteilhafter erwiesen haben. Beide haben jedoch zwei oder drei Aus-flussröhren B und ein Rückflussrohr D. Im oberen Teile befindet sich ein durch einen Deckel E verschliessbarer Rumpf C zum Einschütten des Heizmaterials.

Der Feuerraum besteht aus einem Rahmen mit dem Rost G, ist mittels eines Scharniers drehbar an den Kessel angebracht und wird mittels eines Schiebers in der Schlusslage gehalten. Der Rost selbst ist beweglich und kann behufs Entfernung der Asche mittels einer Stange in Drehbewegung versetzt werden. Der glühende Teil des Feuerungsmaterials steht unmittelbar mit dem unteren Teil des Wasserraumes oder der Schlangenröhren in Verbindung, während der obere Teil derselben durch die aufsteigenden Gase erhitzt wird.

Textabbildung Bd. 316, S. 429

Das Rauchabzugrohr ist unten bei a knieförmig gebogen, geht aussen am Wagen in die Höhe und endet oben bei e wieder in ein Knie, das mit einer Haube abgedeckt ist. Das untere Knie ist behufs Reinigung mit einer Thür b versehen, über welcher sich im geraden Teil des Rohreseine Regulierungsklappe c befindet, welche jedoch auch bei der Schlussstellung das Rohr nicht vollständig abschliesst.

Der Spannungsregler L dient zur Verhütung von Gefahren bei der Ausdehnung des Wassers und der Dampferzeugung und befindet sich unter der Bank einer Abteilung eines jeden Wagens. Diese Regler bestehen aus gusseisernen Behältern, welche mit der Aussenluft durch den Fülltrichter in Verbindung stehen. Behufs schneller Feststellung, ob die Füllung zum richtigen Funktionieren der Anlage ausreicht, ist das Gefäss mit einem Wasserstandsrohr und einem weiteren Rohr versehen, welches unter dem Wagen seinen Ausfluss hat.

Die Heizkörper sind in dem Boden des Wagens gelagert und mit einem zweiten Boden zugedeckt; ihre Länge entspricht der Breite der Wagen. Ihre Oberfläche ist leicht gewölbt und in der ersten Wagenklasse behufs Vergrösserung der Heizfläche mit Rippen versehen. Es sei bemerkt, dass sowohl bei dieser Heizungsanlage, als überhaupt in Frankreich vor allem darauf Rücksicht genommen wird, die Füsse der Reisenden zu erwärmen.

Als Heizungsmaterial diente anfangs magere Steinkohle, später Gaskoks, welcher jedoch manche Nachteile hatte; jetzt wird englischer Anthracit in nussgrossen Stücken verwendet, welcher ausgezeichnete Resultate liefert.

Textabbildung Bd. 316, S. 429

Dasselbe Heizungssystem wird bei den Wagen mit seitlichem Gang bezw. Schlafwagen der Nordbahngesellschaft angewendet. Wie Fig. 7 zeigt, befinden sich hier in der Diagonale des Wagens zwei Kessel CC mit je einem Spannungsregler V und Füllbehältern B; durch die Leitung werden sowohl die Heizkörper AA gespeist, als auch der Verbindungsgang erwärmt. Die Rauchabzugsrohre befinden sich an den Enden des Wagens und enden oben in einen Ventilator. Jeder Kessel enthält drei Schlangenröhren, von denen zwei mit den Leitungsröhren T1 der Heizkörper, die dritte mit der Leitung T2 zur Erwärmung des Verbindungsganges verbunden ist. Die beiden Speiseleitungen der Heizkörper sind durch ein gemeinschaftliches Rohr T zur Rückleitung des abgekühlten Wassers verbunden.

(Fortsetzung folgt.)

Neuere Acetylenentwickler und Zubehör.

(Fortsetzung von S. 273 d. Bd.)

In Fig. 16 ist die Anlage eines mehrkammerigen Acetylenentwicklers von M. Kandler in Markranstädt und C. Wehner in Leipzig (D. R. P. Nr. 110015) mit von der Sammelglocke geregeltem Wasserzufluss dargestellt. Bei diesem Entwickler werden die Kammern der Reihe nach durch Heber miteinander verbunden und die Gasleitungsrohre münden in einen Verbundregler, welcher mit seinen Abteilungen je eine Entwicklerkammer regelt.

Der Gasbehälter a, welcher an einem beliebigen Orte aufgestellt werden kann, steht mit der Anlage durch ein Leitungsrohr und einen über Rollen geführten Draht- oder Kettenzug in Verbindung. Zwischen dem Gasbehälter und der Entwickelungsanlage befindet sich ein Reiniger b und Skrubber c. d ist ein Wasserbehälter, welcher bei einer vorhandenen Wasserleitung wegfällt. Der mit einem Schwimmerventil versehene Vorraum e der Entwickler kann durch einen Hahn geschlossen werden, wodurch die ganze Anlage abgesperrt und zum Stillstand gebracht wird.In die Zellen f1 bis f5 werden die mit Kappen verschlossenen Entwicklergefässe eingesetzt, und in dem hydraulischen Regler r der Wasserstand durch das im Vorraum angebrachte Schwimmventil i auf gleicher Höhe erhalten. Die für jede einzelne Entwickelungszelle angebrachten Regulatorglocken befinden sich zu einem Ganzen vereinigt in dem Rahmen h, von wo aus sie über die Rollen p und u von der Gasglocke aus bewegt werden. Ein zweiter Zug geht über die Rolle l nach dem Schwimmer in e und wird durch das Gewicht m ausgeglichen. Die Entwickler sind durch Rohre s mit dem Regler in der Weise verbunden, dass zwar Gas aus den ersteren in den Regler, jedoch aus letzterem nicht in die ersteren gelangen kann; es ist daher gleichgültig, ob ein Entwickler nicht im Betrieb ist, da derselbe bei offenem Rohr s einfach leer bleiben kann.

Die Karbidbehälter bestehen aus je einem oberen durchlochten und einem den Schlammfang bildenden unteren Teile, in welchen ein Korb eingesetzt wird. Sämtliche