Text-Bild-Ansicht Band 316

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des Brennstoffs geregelt wird. Um die Verwendung feinkörnigen Brennstoffs, der zu schnell durchgleiten und das Feuer ersticken würde, zu ermöglichen, wird die Ausflussöffnung des Trichters a durch eine im Kasten b an einem Bolzen u aufgehängte Platte h (Fig. 43 und 44) verengt. Letztere wird durch eine Feder t und Anschlagstifte r in ihrer Stellung begrenzt.

Der Brennstoff, welcher über die Platte o geschoben ist, fällt auf den Boden des Kastens b und zwar vor die Platte i. Durch die keilförmige Gestalt dieser Platte soll das Brennmaterial gleichmässig auch über die Seiten der Feuerung verteilt werden. Die Platte i ist am Bügel n befestigt, welcher an der Aussenseite des Kastens b um einen Bolzen p drehbar angebracht ist (Fig. 45). Der Bügel n gibt der Platte i genügende Biegsamkeit und hat an seinem oberen Teile einen Ansatz w, der einer mit Hebedaumen besetzten, auch auf Welle y sitzenden Scheibe k als Anschlag dient. Bügel n ist ferner mit der Kolbenstange s eines Cylinders l verbunden und erhält durch sieseine Bewegung. Die Kolbenstange s mit dem Kolben v wird durch eine in dem Cylinder l befindliche starke Feder q gegen den Bügel n gedrückt, so dass die Platte i gegen die Feuerung bewegt wird.

Die Zwischenräume zwischen den Hebedaumen k haben verschiedene Halbmesser und die Hebedaumen verschiedene Länge. Daher wird die Feder q ungleichmässig gespannt und dadurch bewirkt, dass die Platte i ungleichmässig vorschnellt, und der Brennstoff, zugleich unter Mitwirkung der keilförmigen Gestaltung der Platte i, in ungleichen Abständen auf das Feuer geschleudert, und die Rostfläche gleichmässig bedeckt wird.

Frühere Vorrichtungen, welche den Brennstoff gleichmässig über den Rost schleudern, so z.B. die von Leach (1891 280 * 153), Ruppert, Whittacker u.a., finden in Haier, Dampfkesselfeuerungen zur Erzielung einer möglichst rauchfreien Verbrennung, Berlin 1899, S. 107 bis 115 nähere Besprechung. Doch sind die auf Grund von Betriebsergebnissen gemachten Erfahrungen auch nur beschränkte.

(Fortsetzung folgt.)

Der Holländer.

Von Professor Alfred Haussner in Brünn.

(Fortsetzung von S. 541 d. Bd.)

Anders liegt die Sache natürlich dann, wenn ohne Schädigung der günstigsten Bedingungen im grössten Teile des Troges unmittelbar vor der Walze durch eine eigene, richtig konstruierte Vorrichtung die Stoffgeschwindigkeit stark erhöht, und wegen gleichbleibender Trogbreite die Tiefe des Stoffstromes wesentlich verringert wird, wie es bei der neuen Füllner'schen Ausführung der Fall ist. Da ist es denkbar, dass man im freien Einströmen die Zellen füllt und auch den Stoss der Messer auf den eintretenden Stoff fast ganz vermeidet. Es ist nur notwendig, dem, den Stoff der Walze zuführenden, Kropfabfall vor der Walze geeignete Form, insbesondere dem letzten Element desselben den richtigen Winkel gegen den Walzenumfang und dafür geeignete Geschwindigkeiten zu geben.

In Fig. 33 sehen wir einen solchen Zuführboden, durch welchen bei U ein Stoffteilchen an den Umfang der Walze unter dem Winkel α gegen den Halbmesser UA mit der Geschwindigkeit vt herantritt. Bringen wir bei U die entgegengesetzte Walzenumfangsgeschwindigkeit vw an, so gibt die Resultierende des Geschwindigkeitsparallelogramms dann die relative und radiale Eintrittsgeschwindigkeit, wenn vw – vt . sinα.

Textabbildung Bd. 316, S. 556

Weil der Sinus eines Winkels immer kleiner als 1 ist, so müsste also die Zuflussgeschwindigkeit vt des Stoffes jedenfalls grösser als die Walzenumfangsgeschwindigkeit sein. Dass dies praktisch nicht ausführbar ist, wenn die Holländerwalzen des Mahlens halber ihre grossen Umfangsgeschwindigkeiten behalten, ist klar. Theoretisch also denkbar, praktisch aber nicht ausführbar ist bei Holländern der stosslose Stoffeintritt in die Zellen, wenn die Messer radial stehen. Etwas günstiger liegt die Sache dann, wenn die Messer schief gegen den Halbmesser stehen, aber leider verkehrt, wie in jener Schiefstellung, die man bei Walzenmessern findet, um den Ausfluss auf der Auswurfseite zu verbessern. Es bleibt sonach nur zu wünschen, die thunlichst grösste radiale Eintrittsgeschwindigkeitskomponente bekommen. Wir sehen weiter oben in Fig. 33 Geschwindigkeitsparallelogramme,welche den wirklichen Verhältnissen mehr entsprechen, herausgezeichnet. Ein Blick auf die Figur bei U1 lässt sofort erkennen, dass die grösste radiale Geschwindigkeit folgt, wenn vt selbst radial gerichtet ist. Die radiale Komponente der relativen Geschwindigkeit U2V2 ist U1U3, in dem speziellen Fall vt selbst, während die radiale Komponente sonst nur vt . cosα, also thatsächlich kleiner als vt ist.

Ziehen wir durch U1 die Linie U1U*, welche ein so schief gestelltes Messer versinnlicht, wie es in der Praxis wegen des besseren Austrittes des Stoffes nicht selten vorgeschlagen wird, so sehen wir sogleich, dass die Komponente der Geschwindigkeit, welche parallel zu U1U* fällt, grösser werden muss als die radiale, und zwar im Verhältnisse (1 : cosα). Allerdings gibt das selbst dann, wenn α = 20°, nur recht wenig aus, so dass es immerhin fraglich ist, ob man diesen Vorteil höher stellen soll, als das ungünstige Moment, dass bei der gezeichneten Schiefstellung der Messer sie gewiss beim Eintauchen mehr aufpatschen auf die Stoffoberfläche, wie die radial gestellten Messer.

Die Kurve K1*K2*, welche den Stoff bei schief gestellten Messern auch am besten unter dem Winkel α gegen den Halbmesser einleiten soll, würde dadurch etwas günstiger verlaufen, als für die radiale Messerstellung. Ob man allerdings den Einlauf so legen soll, wurde schon oben für die radiale Messerstellung als fraglich bezeichnet.

Um eine solche Eintrittsrichtung für den Stoff zu gewinnen, müsste allerdings die Zuführfläche statt nach K1K2 etwa nach der gestrichelten Linie K1*K2* geführt werden. Es bedürfte wohl der praktischen Versuche, um festzustellen, ob eine solche Form, welche den Stoff erst abwärts und dann wieder aufwärts zu fliessen veranlassen soll, nicht Unannehmlichkeiten wegen der Natur des Stoffes mit sich bringt. Annäherungen an diese Ausbildung, wie wagerechtes Ende von K1K2 oder doch nur wenig unter die Wagerechte geneigt, vermöchten auf den ersten Blick weniger Bedenken zu erwecken. – Ob und unter welchen Bedingungen, wie gross insbesondere die Zuflussgeschwindigkeit vt sein müsste, um auch grosse (tiefe) Zellen voll zu füllen, kann Gleichung 35* für ε = 1 und φ1 = a ohne weiteres beantworten.

Nach all dem kann aber wohl gesagt werden, dass zum mindesten denkbar solche Verhältnisse sind, welche die volle Füllung der Zellen auf der Einlaufseite erwarten lassen. Die Schwierigkeiten, diesen in gewissem Sinne idealen Zustandwirklich zu erreichen, wachsen aber mit der Stoffdicke und mit der Walzenumfangsgeschwindigkeit.