Text-Bild-Ansicht Band 316

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sich in den Korb zu schwingen, von dem er dann, ohne sich weiter mit Schwimmen abmühen zu müssen, leicht getragen wird. Allerdings steht der im Korbe Rettung Suchende notgedrungen bis zur Brust im Wasser, trotzdem kann er als geborgen gelten, bis weitere Hilfe eintrifft. Es unterliegt ja auch keiner Schwierigkeit, den Schwimmkorb mit verschiedenen Proviantvorräten von geringem Gewichte auszurüsten, wenn man dieselben in wasserdichten Umhüllungen, z.B. in Säcken, zweckmässig verpackt; derlei Beutel können allenfalls an den Haken aufgehängt werden, die in den hölzernen Verbindungsspreizen q1 und q2 eingeschraubt sind. Uebrigens sollte in dieser Richtung nach Livonius' Vorschlag schon dadurch vorgesorgt sein, dass jeder Reisende, sowie jedermann der Besatzung bei Antritt der Reise mit einer nur für etwaige Unfälle bestimmten Rationstasche versehen wird, die mindestens so viel konzentrierte Nährsalze und Cognac enthält, als zur Fristung des Unterhaltes auf 24 Stunden erforderlich sind.

Auch die zweckmässige Unterbringung und Verteilung von Schwimmkörben an Bord der Schiffe lässt sich bei den geringen Anforderungen, welche der Rettungsapparat hinsichtlich seines Aufbewahrungsplatzes stellt, ganz leicht durchführen; am wichtigsten ist es wohl, die zusammengelegten Schwimmkörbe zunächst den Aussentreppen oder an Notstiegen leicht zugängig zu deponieren. Einen Rettungskorb will aber der Erfinder mit Recht für alle Fälle dem Schiffskommandanten vorbehalten wissen, dessen Pflicht es bekanntlich ist, bei Unfällen die Rettungsarbeiten zu leiten, und der sonach, wenn das Schiff verloren wäre, es erst als letzter verlassen darf. Es soll zu dem Ende an der Innenseite des Geländers der Kommandobrücke ein Schwimmkorb ständig seinen Platz haben und derart untergebracht sein, dass er mit dem einen Rohre auf besonderen Ausladern des Brückengeländers hängt, während das zweite auf dem Fussboden der Kommandobrücke aufruht. Würde ein so schwerer Schiffsunfall eintreten, dass der Untergang des Fahrzeuges zu befürchten steht, dann ist der in Rede stehende Schwimmkorb in Dienstbereitschaft zu stellen, indem er um 90° aufgekippt, d.h. aus der senkrechten Lage in die wagerechte gebracht wird. Dies geschieht einfach durch Aufheben des während der sonstigen Zeit am Brückendeck ruhenden Rohrs und Unterlegen desselben mittels zweier Drehkonsolen, die für diesen Zweck in richtiger Höhe am Geländer der gegenüberliegenden Brückenseite angebracht sind. Auf den Konsolträgern des einen wie des anderen Brückengeländers liegen übrigens die Rohre nicht mit ihrem eigentlichen Körper, sondern nur mit den vorstehenden Enden der Zapfen z auf; auch haben die Konsolen eine Form, welche ein zufälliges Verhängen oder Festhalten des Korbnetzes völlig ausschliesst. Der Kapitän des gefährdeten Schiffes nimmt dann im Korbe selbst Aufstellung und erteilt von da aus seine Befehle. Würde es zu einem langsamen Sinken des Schiffes kommen und der Kapitän nicht mehr ein Rettungsboot besteigen können, so bleibt er im Schwimmkorb, welcher ruhig von den Konsolen abgehoben und successive flott werden wird, aber selbst bei plötzlichem Sinken, wenn der Schwimmkorb durch den Strudel mit nach abwärts gerissen würde, müsste derselbe, in Anbetracht seines kräftigen Auftriebes, in wenigen Augenblicken wieder an die Oberfläche des Wassers emportauchen.

Es bleibt schliesslich betreffs einer erweiterten Verwendbarkeit des Schwimmkorbes noch hervorzuheben, dass sich durch das Aneinanderschliessen mehrerer solcher Vorrichtungenein tragfähiges Rettungsfloss herstellen lässt, wobei die Arbeit des Zusammenfügens im Notfalle auch im Wasser vorgenommen werden kann, und durch die auf den Blechrohren angebrachten Hanfringe und Tauschlingen wesentlich erleichtert wird. Auch liesse sich die Tragkraft eines solchen Flosses etwa durch Beigabe einiger leichter Wellblechkasten noch leicht und nennenswert erhöhen.

Gleich den eben besprochenen Schwimmkörben ist es noch ein anderer vom Admiral Livonius ausgehender Vorschlag, welchen Emile Dieudonné in der Zeitschrift La vie scientifique, 1901 II. Semst. S. 24 ff, als gut durchführbar und entschieden zweckmässig rühmt. Es handelt sich dabei freilich nur um Auskunftsmittel für die äussersten Notfälle, nämlich um Vorkehrungen, welche die leider anlässlich des Kenterns von Rettungsbooten – nicht selten während der Rettungsaktion selbst – vorkommenden Verluste zahlreicher Menschenleben, soweit als möglich, verhindern oder doch herabmindern sollen, indem sie den Schiffbrüchigen das für Nichtgeübte so überaus schwierige und selbst für die kräftigsten, mutigsten Schwimmer mit harten Mühen verbundene Festhalten an dem gekenterten Boote oder Erklimmen des Kieles wirksam erleichtern. Für diesen Zweck sollen nach Livonius' Vorschlag bei allen Rettungsbooten grundsätzlich an einer am äusseren Schiffsboden nach der Form eines schwachen Seitenkiels angebrachten Holzleiste in kleineren oder grösseren Abständen Gurten oder Taue festgemacht sein, deren freies Ende an einem leichten aber kräftigen Holzknebel geknüpft ist. Kentert ein in dieser Weise ausgerüstetes Boot, so werden die Gurten oder Taue durch den Knebel auf dem Wasser gehalten und von den schwimmenden Verunglückten erfasst, dazu benutzt werden können, sich gegen das Boot heranzuziehen und mindestens den Kopf über Wasser zu halten. Dies kann durch Hanfringe, die in den vorgedachten Gurten oder Tauen eingenäht sein sollen, oder auch nur durch einfache, in dieselben eingefügte Schlingen oder Knoten wesentlich gefördert werden. Bei grösseren Booten können diese Ringe oder Schlingen auch das Ersteigen des Bootrückens ermöglichen und soll deshalb an allen grösseren Rettungsbooten zwischen dem Kielbaum und der früher erwähnten Leiste noch eine zweite Leiste, wie ein Seitenkiel, am Aussenboden angebracht sein. Diese Leiste soll an der Befestigungsseite in Abständen Ausschnitte erhalten, die die den Aufwärtskletternden als Handhaben dienen können. Zu gleichem Zwecke soll auch noch zu beiden Seiten des Kielbaumes seiner ganzen Länge entlang ein in Abständen mit Holzhülsen überzogenes Drahtseil eingespannt sein. Ein sich Rettender ist durch diese Vorrichtungen in die Lage gebracht, nachdem er einen Knebel erhascht hat, sich an der zugehörigen Gurt dem Boote nahe zu ziehen, weiter sich mit Hilfe der Schlingen soweit empor zu richten, um die erste, dann die zweite Leiste und endlich das Seil erreichend sich reitend auf den Kiel zu schwingen. Hier bietet dann das Seil rechts und links vom Kiel den Halt für die beiden Hände und die oberen Leisten rechts und links am Bootsrücken die Stützen für die beiden Beine.

Es ist in der That naheliegend und leicht ersichtlich, dass die geschilderten Behelfe, zweckmässig und praktisch angeordnet, Schiffbrüchigen noch im Stadium der äussersten Gefahr Hilfe gewähren können, in welchem es bisher nur wenigen besonders ausdauernden, kühnen Individuen gelingen konnte, sich zu retten.

Neuere Acetylenentwickler und Zubehör.

(Fortsetzung von S. 450 d. Bd.)

Bei dem Acetylenentwickler von L. Stauffert in Dinglingen (Baden) (D. R. P. Nr. 110756) wird nach bekannter Art mittels eines Hahns Wasser zum Karbid eingelassenund durch Absperrung des Hahns die Acetylenentwickelung unterbrochen. Hierbei ist jedoch der Zuführungskanal für das Wasser entgegengesetzt zu ähnlichen Acetylenentwicklern