Text-Bild-Ansicht Band 316

Bild:
<< vorherige Seite

zugeführt wird. Die Sortier- und Wendevorrichtung bestellt aus einer schwach konischen Siebtrommel a2, welche durch Armkreuze a3 mit der Welle a1 starr verbunden ist; ein schraubenförmiger Blechstreifen a verteilt bei seiner Drehung das Karbid längs der Trommel. An der Siebtrommel a2 oder an der Schnecke a sind Fangstifte a4 angeordnet, welche das Lockern, Sortieren, Umwerfen u.s.w. der noch unzersetzten Karbidstücke bewirken, wodurch die Kalkteile von den Karbidstücken abgelöst und in die Schlammkammer c des Entwicklers befördert werden. Durch ein oder mehrere Rohre d tritt an den Stellen der stärksten Vergasung zwecks Spülung, Kühlung und Reinigung ununterbrochen reines, frisches Wasser in den Apparat ein und tritt durch einen Siphonüberlauf aus, der aus einem nach unten gebogenen Rohre f besteht, welches in einen oben offenen Behälter f1 eintaucht, und wobei das Wasser durch das Rohr f2 abläuft.

Die Vorrichtung zum Aufhalten der in einen Acetylenentwickler hineinrollenden Karbidbehälter von C. Saule in Tulle (D. R. P. Nr. 112228) ist für Acetylenentwickler bestimmt, denen das Karbid in durchlochten Metallkapseln zugeführt wird, und bei welchen die letzteren nach dem Gebrauche selbstthätig aus dem Entwickler durch die Gasglocke entfernt werden. Die Kapseln werden in dem Entwickler mittels einer Klaue so lange festgehalten, bis das Karbid verbraucht ist, und wird eine verbrauchte Kapsel durch eine neue in den Entwickler fallende Karbidkapsel aus der Klaue ausgelöst.

Der Entwickler a (Fig. 47) hat die Form eines gebogenen Rohres mit einem Ansatz b zum Sammeln der Karbidrückstände. Die mittels einer an der Gasglocke angebrachten Vorrichtung in den Entwickler befördertenKapseln fallen auf das Hebelende i einer Druckstange und drücken das Hebelende herunter, um in den Entwickler zu gelangen. Ein an der Druckstange angeordneter zweiarmiger Hebel k hält mit dem umgebogenen Ende l die Kapsel fest, wonach durch das sich entwickelnde Gas die Glocke zum Steigen gelangt. Bei Verbrauch des Gases und Sinken der Glocke fällt die nächste Kapsel auf die Stange i, der Hebel gelangt in die punktierte Stellung und die verbrauchte Kapsel gleitet in die Entleerungsrinne c, aus welcher sie mittels einer Hubvorrichtung entfernt wird.

Textabbildung Bd. 316, S. 707

(Fortsetzung folgt.)

Kleinere Mitteilungen.

Ueber Elektromotoren für den Antrieb von Walzenstrassen.

Für den Antrieb von Walzenstrassen kommen meistens nur Drehstrommotoren in Frage, und zwar aus folgenden Gründen: Der Ein- und Zweiphasenmotor läuft schwer an und meistens nur unbelastet, ferner ist die Ueberlastungsfähigkeit eine sehr geringe und der Wirkungsgrad schlechter als beim Drehstrommotor. Die Gleichstrommotoren verlangen eine grössere Wartung, da die Stromzuführung durch schleifende Bürsten und einen Kollektor stattfindet. Ausserdem nutzt letzterer schnell ab, woraus sich ergibt, dass der Gleichstrommotor wie der Ein- und Zweiphasenmotor nicht zum Dauerbetrieb geeignet ist. Der Drehstrommotor dagegen kann ohne Bürsten ausgestattet werden, besitzt ein grosses Anzugsmoment und bedarf fast keiner Wartung. Hierzu kommt noch, dass der Bau des Drehstrommotors ein viel einfacherer als einer der erstgenannten Motoren ist, so dass man schliesslich, wenn man noch das geringere Gewicht desselben im Vergleich zu den anderen in Betracht zieht, wohl sagen darf, dass der Drehstrommotor gewissermassen allen Anforderungen für den Betrieb von Walzenstrassen am meisten entspricht. Soll der Motor mit voller Last anlaufen, so ist ein Schleifringanker einem Kurzschlussanker vorzuziehen, da man dann die normale Anzugskraft um etwa das Dreifache durch Veränderung des Widerstandes im Ankerstrom erhöhen kann.

Nach der Anlaufperiode kann der Ankerstromkreis durch einen Schalthebel im Anker selbst kurzgeschlossen werden, so dass dann die Bürsten wieder abgehoben werden können und die Ankerschaltung somit wieder dem Kurzschlusssystem entspricht. Die Tourenzahl der Drehstrommotoren nimmt mit steigender Belastung um einige Prozent ab. Hat nämlich der Anker an seiner Welle keine Arbeit abzugeben, so rotiert derselbe mit nahezu derselben Geschwindigkeit wie das rotierende Magnetfeld. Bei zunehmender Belastung jedoch beginnt der Anker zu schlüpfen, d.h. der Anker bleibt etwas zurück und beginnt zu gleiten. Diese Schlüpfung ist in den Grenzen normaler Belastungen fast proportional der zunehmenden Belastung. Beträgt die Tourenzahldifferenz bei halber Belastung etwa 1,5%, so ist sie bei voller Belastung bis etwa 3% angewachsen. Diese Schlüpfung ergibt allerdings einen geringen Verlust, und ist es daher für den normalen Betrieb vorzuziehen, Motoren mit einer geringen Schlüpfung zu verwenden. Berücksichtigt man den hohen Wirkungsgradeiner elektrischen Walzwerksanlage, so wird selbst ein grosser Schlupf des Antriebsmotors bei momentaner Ueberbelastung noch gar keine Rolle spielen. Einen Vorteil besitzt dabei diese Schlüpfung dennoch, da die lebendige Kraft einer Schwungmasse die momentan zu leistende Arbeit übernehmen kann, wenn die Geschwindigkeit abnimmt. Es folgt hieraus, dass die Motorleistung nicht unbedingt dem auftretenden Maximalwiderstand zu entsprechen braucht. Es sollen nun an dieser Stelle nur Motoren mit Schwungmassen berücksichtigt werden, und zwar wollen wir zunächst untersuchen, in welcher Weise der Motor vom Schwungrad unterstützt wird und welche Dimensionen für das Schwungrad erforderlich sind.

Es sind hierzu die verschiedenen Arbeitsperioden in Betracht zu ziehen, und zwar bestehen dieselben in der Walz- und Erholungsperiode. Die Walzperiode entspricht dem Zeitraum, in welchem der Motor die erforderliche Arbeit zu leisten hat; während die Erholungsperiode dem Zeitraum entspricht, in welchem die vom Schwungrad abgegebene Arbeit wieder vom Motor in das Schwungrad aufgespeichert wird.

Es sei angenommen, dass der Leerlaufswiderstand der Walzenstrasse und des Motors, als auch der totale Widerstand der Walzenstrasse in der Arbeitsperiode konstant ist. Bezeichnet man mit W den totalen Widerstand der Walzenstrasse, mit P die Umfangskraft des Motors, mit P' den Teil der lebendigen Kraft des Schwungrades, welcher durch das Sinken der Tourenzahl frei wird, mit v' die Umfangsgeschwindigkeit bei Leerlauf der Walzenstrasse, mit v'' die Leerlaufsgeschwindigkeit beim Anfang der Arbeitsperiode, mit v''' die Umfangsgeschwindigkeit am Ende der Arbeitsperiode, mit v die Tourenzahl des Motors; so ist allgemein

. . . . . . . . 1)

und hierin

. . . . . . . . 2)

Bei Beginn der Arbeitsperiode sei der Beharrungszustand des Leerlaufes noch nicht völlig erreicht. Der momentane Wert von v sei v'', also noch etwas kleiner als v' und somit derjenige von P . v sei P'' . v'', wenn P'' die Umfangskraft des Motors bei Anfang der Arbeitsperiode bezeichnet. Ist P''' die Umfangskraft am Ende der Arbeitsperiode, so sind die Werte von v'' und v''' aus P'' . v'' und P'''v''' durch die Dimensionierung des Motors