Text-Bild-Ansicht Band 316

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Millimetern befindet. Auf der Hypothenusenfläche bringt man einen von oben nach unten verschiebbaren Bleidraht an, der die Eigenschaft besitzt, für die Röntgen-Strahlen undurchlässig zu sein. Den Kasten füllt man dann mit der zu analysierenden pulverisierten Kohle an, und bringt ihn nach Einregulierung der Röntgen-Röhre auf eine bestimmte Lichtstärke in den Bereich derselben. Die Strahlen haben alsdann Kohlenschichten von 0 bis zur Dicke der kleineren Kathete zu durchsetzen und werden dies um so leichter thun, je reiner die Kohle ist. In einer bestimmten Entfernung von der Pyramidenspitze wird die Kohle anfangen, undurchlässig zu werden, und zwar da, wo der verschiebbar angeordnete Bleidraht aufhört. Hier wird dann ein Schatten auf dem Baryum-Platin-Cyanürschirm wahrnehmbar sein, und gibt somit ein Mass für die Entfernung oder, was dasselbe ist, einen Massstab für die Durchlässigkeit der Kohle. Die Entfernung und also gleichzeitig der Durchlässigkeitsmassstab wird um so grösser, je durchlässiger die Kohle ist. Auf diese Weise wäre allerdings der gesuchte Grad der Reinheit der Kohle mit Hilfe der auf die grosse Kathete angebrachten Teilung abzulesen, jedoch wird man finden, dass die Ablesungen oft gar nicht mit dem Resultat einer auf dem ersten Wege untersuchten Probe übereinstimmt. Es folgt also aus dem Gesagten, dass die Röntgen-Strahlen für die Untersuchung der Brennstoffe absolut keinen praktischen Wert haben können, da die Resultate keinen Anspruch auf nur eine ungefähre Genauigkeit machen können und ausserdem die chemische Zusammensetzung zu grosse Unterschiede hervorrufen muss.

S. H.

Stossreiniger zum Abscheiden von Staub, Kondenswasser und Oel aus Gasen und Dämpfen.

Der in beistehenden Abbildungen wiedergegebene Stossreiniger von Gebr. Körting trägt einem weitgehenden Bedürfnis Rechnung, in schneller und leichter Weise Staub, Kondenswasser und Oel aus Gasen und Dämpfen, sowie den Staub aus der Luft abzuscheiden und damit eine Reinigung dieser Stoffe von mitgeführten festen und flüssigen Beimengungen in zweckmässiger einfacher Weise zu bewirken.

Die Ausscheidung der Fremdkörper geschieht dadurch, dass die zu reinigenden Gase und Dämpfe beim Durchströmen des Apparates auf eigenartig geformte Widerstände stossen, mit denen der Apparat in grosser Menge versehen ist. Diese Widerstände werden entweder durch das von dem zu reinigenden Stoffe mitgeführte Wasser oder durch für den Zweck der Anfeuchtung bestimmte Staubdüsen feucht erhalten.

Textabbildung Bd. 316, S. 755

Apparate, welche für Oelabscheidung aus Dämpfen gebaut werden, und welche dazu bestimmt sind, eine Trennung des mitgerissenen Oeles vom Abdampf der Auspuff- und Kondensationsmaschinen oder eine Abscheidung des Kondenswassers aus Frischdampf und Abdampf zu bewirken, werden ohne Staubdüsen gebaut.

Mit Staubdüsen sind diejenigen Apparate versehen, welche zum Reinigen von Luft und Gasen von Staubteilchen, Rauch, Russ, von schädlichen Dämpfen und ganz besonders von Hochofengasen gebaut werden.

Beim Aufstossen auf die in den Apparaten in mehreren Reihen hintereinander angeordneten, nass gehaltenen Widerstände und beim Durchströmen der durch diese gebildeten Kanäle, bleiben die kleineren Staub- und Nebelteilchen hängen und fliessen mit dem Wasser in den unten befindlichen Sammelkasten, aus dem sie durch ein Ueberlaufrohr oder einen Kondenstopf regelmässig entfernt werden.

Der beschriebene Stossreiniger bietet die grossen Vorteile, dass er keiner Betriebskraft und keiner Wartung bedarf, keine Betriebskosten verursacht, dass er keine beweglichen Teile hat und infolgedessen sicher bei geringster Abnutzung arbeitet, dass er bei grosser Leistungsfähigkeit geringe Abmessungen besitzt und daher überall leicht anzubringen ist, endlich dass er billig ist. Bei der Aufstellung des Apparates ist zu beobachten, dass er stets wagerecht eingebaut werden muss, und ist die Reinigung desselben im Inneren nach Abnahme des Deckels leicht und schnell auszuführen.

Eine neue Isolatorentype.

Für die Oberleitung elektrischer Bahnen hat die Harburger Gummi-Kamm-Co. in Hamburg sogen. Schnallenisolatoren (D. R. G. M. Nr. 125710) bezw. Doppelschnallenisolatoren (D. R. G. M. Nr. 141625) in den Verkehr gebracht. Die einfachen Schnallenisolatoren treten an die Stelle der Weitspann-(Kugel-)Isolatoren. Die Doppelschnallenisolatoren ersetzen gleichzeitig die isolierende Tragvorrichtung für elektrische Oberleitungen, also die „Kappen mit Konen“ oder die „Isolatortragbolzen“ mit deren Gehäusen, sowie die beiden Weitspannisolatoren, wodurch sich die Kosten für die Isolation – besonders der einspurigen Leitungen – bedeutend verringern lassen.

Textabbildung Bd. 316, S. 755

Die Vorteile, welche die Schnallenisolatoren bieten, bestellen darin, dass die Schnallenisolatoren eine doppelte Isolation bewirken und dem zerstörenden Rost keine Angriffsstelle bieten, weil die Eisenringe vollständig in Kautschuk eingebettet sind.

Bei allen bisherigen Isolatortypen war der Grundgedanke der, dass zwei Tragvorrichtungen so miteinander verbunden wurden, dass die beiden Vorrichtungen durch eine Isolierschicht von begrenzter Dicke getrennt waren, während die äusseren Enden der Tragvorrichtungen mit der atmosphärischen Luft in Berührung blieben. Bei diesen Typen bildete sich Rost, welcher sich allmählich bis unter die Isolierschicht erstreckte und schliesslich dieselbe absprengte. Diese Isolatoren müssen also, wie die Erfahrung gezeigt hat, nach verhältnismässig kurzer Zeit regelmässig erneuert werden, sofern nicht statt des billigen Eisens die teure Bronze verwendet wird.

Die Schnallenisolatoren bezw. die Doppelschnallenisolatoren haben dagegen eine fast unbegrenzte Lebensdauer, weil die mit dem äusserst zähen und gegen die Einflüsse der Atmosphäre widerstandsfähigen Hartgummi (sogen. Dr. Traun's Eisengummi) überzogenen Metallteile niemals rosten können, da sie ganz in die Isoliermasse eingebettet sind.

Der weitere Vorteil der Schnallenisolatoren besteht darin, dass jede einzelne Schnalle doppelte Isolation gewährt. Erd- bezw. Kurzschluss des elektrischen Stromes können erst dann entstehen, wenn der Strom die Isolierschicht an zwei voneinander entfernt liegenden Stellen zugleich durchschlagen sollte, was praktisch jedoch ausgeschlossen erscheint. Daher gewährt die neue Type eine bedeutend erhöhte Betriebssicherheit gegenüber den bisherigen Konstruktionen, die alle nur einfach isolieren.

Eine Erscheinung tritt ferner zu Tage, welche erwähnenswert ist. Bei der Prüfung der Schnallenisolatoren lässt sich mittels eines 15 mm Funkeninduktors erkennen, dass an Isolatoren mit einfacher Isolation (z.B. Wirbelisolatoren) die Isolierschicht infolge dennoch eintretender Stromausgleichungen im Dunkeln mit einem bläulichen Lichtschleier überzogen erscheint, während bei Schnallenisolatoren die Isolierschicht bei derselben Prüfung fast vollkommen dunkel bleibt.

Sodann wird den Schnallenisolatoren der Vorzug nachgerühmt, dass sie trotz der hohen Tragfähigkeit sehr leicht sind, und dass ausserdem Hartgummi, insbesondere Dr. Traun's erprobtes Eisengummi, sowohl das boxte Isoliermaterial ist, als