Text-Bild-Ansicht Band 316

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und kann vermöge des Schneckenradwerkes c beliebige Winkelstellungen zum lotrechten Hängearm d erhalten. An einem Winkel f ist die eigentliche Kranrolle g angebracht, durch welche die ganze Maschine im Raum verlegt wird.

Textabbildung Bd. 316, S. 764

Zum Betriebe ist ein Elektromotor h mit allen Ausrüstungen vorgesehen, wobei mittels Zahnräder i und Winkelräder k eine Schraubenspindel l in der Längsrichtung bethätigt wird, deren Fortsetzung als Kolben m in dem Presscylinder n wirkt und das Druckwasser durch das Rohr o und die achsiale Bohrung des Zapfens h mittels Seitenrohr v nach dem Arbeitscylinder q führt, wobei derNietkolben r gegen den festen Setzstempel s rückt und den Kopf des Nietstiftes schliesst.

Vgl. D. p. J., Delaloë-Piat, 1891 279 * 14; 1893 280 * 249; Piat 1898; 309 * 184.

v. Kodolitsch's Nietmaschine.

Nach dem D. R. P. 104385 läuft der Elektromotor a (Fig. 41 bis 43) ununterbrochen mit seiner Scheibe b fort, während seine glatte Welle in die mehrgängige Hohlschraube c lagert. An diese Scheibe b wird eine federnde Scheibe durch den Elektromagneten angezogen und damit die Motorwelle mit der Hohlschraube c verkuppelt. Alsdann bewegt sich die am Kreislenker f sitzende Spindelmutter d nach vorn und drückt vermöge des Hebels g den Nietstempel h nach abwärts. Nach beendetem Nietkopfschluss wird der die Magnetkuppelung erregende elektrische Strom unterbrochen und durch den Handhebel i die Kuppelung zwischen Motorwelle und Hohlschraube endgültig gelöst. Bei rechtzeitiger Auslösung genügt der Rückstoss beim Nietkopfschluss, um die Hohlschraube c rückläufig zu machen und das Hebelwerk in die Rücklage zu bringen und den Nietstempel auszuheben.

Textabbildung Bd. 316, S. 764

Die Schreibmaschine vom Standpunkt der Zweckmässigkeit ihrer Konstruktion.

(Fortsetzung von S. 709 d. Bd.)

Von A. Beyerlen, Ingenieur.

Tasthebel.

Die meisten Schreibmaschinen, von welchen hier die Rede ist, übertragen die auf die Taste durch den Druck des Fingers ausgeübte Kraft mittels einer Hebelkonstruktion auf die Typen, welche dadurch an das Papier angepresst und abgedruckt werden.

Es ist einleuchtend, dass eine in einer Ebene liegende Konstruktion von Hebeln den gedachten Zweck am vorteilhaftesten erfüllt, weil dabei alle Konstruktionsteile in der Schwingungsebene ihrer Schwerachse angegriffen werden und nur in der Bewegungsrichtung Biegungsmomente auftreten, deren deformierende Wirkung durch geeignete Querschnittsform der Teile und deren Festigkeit aufgehoben werden kann.

Die Schwierigkeit einer solchen technisch richtigen Konstruktion liegt nun darin, dass die Angriffspunkte der kurzen Schenkel der Typenhebel bei allen Typenhebelschreibmaschinen eine solche Lage haben, dass sie sich nicht direkt mit allen Tasthebeln so verbinden lassen, dass die Kraftrichtung immer in der Schwingungsebene derSchwerachse liegt, sondern meist nur so, dass sie mit dieser Ebene einen kleineren oder grösseren Winkel bildet. Tritt aber dieser Fall ein, so ist klar, dass schädliche Kraftmomente auftreten, welche entweder eine deformierende Wirkung auf die Hebel ausüben, oder, wenn deren Querschnitt und Festigkeit gross genug ist, um dieser seitlichen Biegungsspannung Widerstand zu leisten, die Lager und Führungen einseitig belasten und vermöge der dabei auftretenden Reibung einen Teil der bewegenden Kraft aufbrauchen und eine einseitige Abnutzung dieser Teile hervorbringen. Gewöhnlich ist beides der Fall. Die Hebel verbiegen sich und die Lager laufen einseitig und frühzeitig aus. An diesem Fehler leiden heute noch die meisten, ja mit ganz wenigen Ausnahmen alle Schreibmaschinen. Es ist diesem Umstand bisher zu wenig Beachtung geschenkt worden, weil man annahm, dass die bei Schreibmaschinen zur Anwendung kommenden Kräfte nicht sehr bedeutend sind, und daher geraume Zeit vergeht, bis die Beschädigung, welche durch solche unkorrekte Konstruktionen eintritt, merkbar ist.