Text-Bild-Ansicht Band 316

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hervorzugehen scheint, eine Verbesserung nur der Remington-Maschine. Der Tabulator ist den fünf Maschinen Remington, Yost, Caligraph, Densmore und Smith Premier eigen.

Der Tabulator (Fig. 24) ist eine Ergänzung zu der Schreibmaschine, welche dazu dient, Fakturen, Listen, statistische und andere Zahlentabellen mit der Maschine ebenso leicht, einfach und schnell zu schreiben wie glatten Text, ohne bei jeder Kolonne mit Hilfe des Schlittens und der Spatiumtaste einstellen zu müssen.

Die Einstellung der Maschine auf beliebige Kolonnen geschieht nur einmal mittels verstellbarer Zähne einer Hilfszahlstange.

Durch den Druck auf eine der vorne an der Maschine angebrachten Tabulatortasten oder -knöpfe gleitet der Schlitten mit einem Ruck sofort in die nächste Kolonne und stellt zugleich genau und sicher auf die gewünschteStelle: Einer, Zehner, Hunderter u.s.w. innerhalb dieser Kolonne ein, je nachdem die Einer-, Zehner-, Hunderter- u. s. w, -Taste oder -Knopf gedrückt wurde.

Der Tabulator unterscheidet sich von anderen, bei anderen Maschinen vorkommenden Einrichtungen ähnlicher Art, welche irrtümlicherweise auch Tabulator genannt werden, sehr wesentlich. Die Einrichtung, wie sie beispielsweise die Underwood-Maschine hat, ist ein Kolonnensteller, welcher nur jeweils den Anfang einer bestimmten Kolonne mit einem Druck einstellt, während die Einstellung auf die Wertziffer erst nachträglich geschehen muss.

Der Tabulator stellt dagegen sofort auf die gewünschte Wertziffer ein.

Auch andere Maschinen haben derartige Einrichtungen, bei welchen jedoch ebenfalls eine besondere Einstellung auf die Wertziffer vorgenommen werden muss.

(Fortsetzung folgt.)

Kleinere Mitteilungen.

Kombination von Mehrfachtelegraphen, die mit ungleichartigen Strömen betrieben sind.

Wir haben erst unlängst die phonischen Vielfachtelegraphen E. Mercadier's (vgl. S. 561) einer näheren Darlegung unterzogen und dabei festgestellt, dass gelegentlich der bisherigen Erprobungen dieses Telegraphensystems die Möglichkeit nachgewiesen wurde, 24 Beamte, nämlich 12 gebende und 12 empfangende, an einer einzigen Linie gleichzeitig arbeiten zu lassen. Nun berichtet Prof. E. Mercadier in der Revue industrielle vom 28. September d. J. über die jüngsten Versuche, welche er mit einem Vielfachtelegraphen angestellt hat, und die einen geradezu glänzenden Beweis dafür erbringen, dass seine schon vor Jahren gewonnenen Anschauungen über die vorteilhafte Kombinierbarkeit ungleicher Strombetriebe vollständig richtig sind.

Bekanntlich bestehen eine Reihe von besonderen Stromwegschaltungen, wie beispielsweise jene von Van Rysselberghe, Maiche, Cailho, Picard und vielen anderen, welche es ermöglichen, die Telegraphendrähte unbeschadet ihrer regelrechten, gewöhnlichen Inanspruchnahme gleichzeitig auch für den Fernsprechverkehr mitzubenutzen. Diese Anordnungen beruhen lediglich auf dem Umstand, dass gleichgerichtete Ströme von unveränderlicher Stärke sich hinsichtlich ihres Verhaltens im metallischen Schliessungskreise von den wellenförmigen Strömen wesentlich unterscheiden, weshalb sich unter gewissen Umständen die letzteren in einem Leiter gleichzeitig mit den ersteren fortpflanzen können, ohne gegenseitig einen abändernden oder störenden Einfluss auszuüben. Bei den oben erwähnten Versuchen, welche auf der Linie Paris-Bordeaux im Juli laufenden Jahres durchgeführt worden sind, wurde nun auch eine der oben genannten Schaltungen, nämlich jene von Cailho in Anwendung gebracht. Hierbei hatte man feststellen können, dass sich der Mercadier'sche phonische Vielfachtelegraph – mit der vollen Anzahl von je 12 Gebern und ebenso vielen Empfängern in jeder Endstation – vollkommen anstandslos auf dieselben Leitungen beischalten lässt, auf welchen gleichzeitig fürs Gegen- und Doppelsprechen nach den gewöhnlichen Betriebsformen der laufende Depeschenwechsel aufrecht erhalten bleibt, und zwar erzielte man hierbei, was die Durchführbarkeit der Doppelbenutzung anbelangt, ganz dieselben günstigen Erfolge, gleichgültig, ob in den Gegen- und Doppelsprechlinien Morse'sche oder Hughes'sche oder selbst Baudot'sche Apparatsätze benutzt waren. Dieselben befriedigenden Erfahrungen wurden ferner nicht bloss in den beiden Endstationen Paris und Bordeaux, sondern auch in eigens errichteter, in die Probelinie eingeschaltete Mittelstation Tours gewonnen. Für diese Versuche brauchte weder an den einzelnen Apparaten der Mercadier'schen Einrichtung, noch an den beigeschalteten Gegen- und Doppelsprechern irgend welche Abänderung oder Anpassung vorgenommen zu werden. Die ausgeführten Prüfungen ergaben glattweg, dass sich in einem gemeinsamen metallenen Stromweg ganz gut bis zu 25 verschiedenphasige Wellenströme nebeneinander fortbewegen können, ohne sich zu verwirren oder gegenseitig zu behindern; diese Koexistenz besteht überdem an jedem Punkte des in sich geschlossenen Stromweges und gestattet daher überall die Einschaltung von Zwischenstationen. Die Entfernungen, welche in dieser Beziehung vorläufig als durchaus zulässig erprobt worden sind, betragen 700 bis 800 km; die Leistungen aber ergaben mehr als 1300 zwanzigwortige Depeschen in der Stunde, vondenen wiederholt etwa 900 nach der gleichen Richtung gingen. Um das Verhältnis der Steigerung in der Leistungsfähigkeit zu kennzeichnen, welche sich aus der Ausnutzung einer obengedachten Kombination eines Mercadier'schen Vielfachtelegraphen mit einem vierfachen Baudot'schen Doppel- und Gegensprechtelegraphen erreichen lässt, genügt es zu bemerken, dass zum Absetzen der vollen Textseite eines der grossen Journale, wie etwa der Temps, auf welcher rund 9000 Worte sich befinden, von Paris nach Bordeaux nicht ganz eine halbe Stunde erforderlich war, wozu das ganze Blatt für die 12 Mercadier-Geber und die 4 Baudot-Geber in 16 gleiche Teile zerschnitten wurde, die gleichzeitig zur Abtelegraphierung gelangten. Mit dem zwölffachen Mercadier'schen Vielfachtelegraphen allein hatte man zum Absetzen derselben Journalseite, die zu diesem Behufe für die abgebenden Beamten in 12 gleiche Abschnitte geteilt worden war, 1 Stunde benötigt. In derselben Zeit vermochte man mit der vierfachen Baudot-Einrichtung allein bloss die halbe Seite des Journals abzusetzen. Die Leistung der kombinierten Anordnung beträgt mithin das Doppelte des phonischen Telegraphen oder das Vierfache des Baudot'schen Gegen- und Doppeltelegraphen, während gleichzeitig die Zahl der erforderlichen Leitungen auf die Hälfte herabgemindert wird.

L. K.

Bücherschau.

Taschenbuch für Feuerungstechniker. Anleitung zur Untersuchung und Beurteilung von Brennstoffen und Feuerungsanlagen. Von Dr. Ferdinand Fischer, Prof. an der Universität Göttingen. Vierte Auflage. Stuttgart 1901. Arnold Bergsträsser Verlagsbuchhandlung (A. Kröner).

Die Thatsache, dass das Fischer'sche Taschenbuch nach verhältnismässig sehr kurzer Zeit in vierter Auflage erschienen ist, beweist mehr als alles andere die Brauchbarkeit dieses für Chemiker, Hüttenleute, Dampfkesselingenieure, für Gasanstalten, Kraftgasanlagen u.s.w. bestimmten Werkchens. Nach einer orientierenden Einleitung bespricht der Verfasser zunächst die für den Feuerungstechniker in Betracht kommenden Untersuchungsverfahren für Brennstoffe, worauf diese in Hinsicht auf ihr Vorkommen und auf ihre Zusammensetzung im einzelnen behandelt werden. Dann werden die bei der Entgasung, Vergasung und Verbrennung stattfindenden Vorgänge genauer besprochen. Den Schluss bildet ein umfangreiches Kapitel über praktische Ausführungen von Dampfkesselfeuerungen und solchen gewerblichen Anlagen, bei welchen entweder hohe Hitzegrade bezw. grosse Wärmemengen benötigt werden. Der in der Vorrede enthaltenen Mahnung des Verfassers, mit den Kohlen sparsamer umzugehen und sie in unseren Feuerungen besser auszunutzen, als dieses bis jetzt meist geschieht, lässt sich am sichersten dadurch nachkommen, dass man die in der Schrift selbst enthaltenen Angaben und Winke genau befolgt. Möge die Schrift Fischer's auch in der neuen Auflage allen auf rationellere Ausnutzung der Brennstoffe gerichteten Bestrebungen Vorschub leisten.

C. H.