Text-Bild-Ansicht Band 316

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Nun ist dies aber durchaus nicht notwendig, man kann die Teilung vornehmen und in jedem Teilkanal ganz wohl das Seitenverhältnis 1: 2 einhalten. Nehmen wir beispielsweise nur die Zweiteilung, dann ist, falls die Breite des Teilkanals mit z bezeichnet wird, seine Fläche

für das günstigste Seitenverhältnis. Diese Fläche soll aber sein die Hälfte von jener des Vollkanals mit der Breite a, somit muss
oder: z = 0,707 a.

Für diesen Kanal würde der günstigste Krümmungsradius nach Formel 17 zu rechnen sein, d.h. es folgt für dieselben Stoffe, wie früher (2% und 3% Cellulose) als günstigster Krümmungsradius gemäss den bereits oben gefundenen Werten: 0,707 a . 0,48 = 0,34 a, bezw. 0,707 a . 0,57 = 0,40 a. Weil der Krümmungsradius des Aussenkanals doch wenigstens 1,5 der Kanalbreite betragen muss, so wäre auch hier nicht einmal für den Stoff mit 2%, noch weniger für den mit 3% Nutzen in der angedeuteten Richtung zu ziehen.

Auch noch etwas anderes ist wohl zu erwägen. In den Teilkanälen mit günstigstem Seitenverhältnis wird naturgemäss die Tiefe geringer als im ungeteilten Kanal, dafür wird der Trog in der Krümmung etwa 1,4mal breiter. Ziehen wir nach allem die Anwendungsfähigkeit des Vorschlages hinsichtlich der Kanalteilung in den Krümmungen für die verschiedenen Fälle in Frage, so kann man sagen, dass die Kanalteilung (in zwei gleich breite Kanäle) bei relativ niedrigen Fasergehalten und grösserer Stoffgeschwindigkeit bescheidenen Erfolg hinsichtlich Vergleichsmässigung der Mahlung verspricht, dass aber bei dickeren Stoffen wegen des stark anwachsenden Reibungswiderstandes, während der Krümmungswiderstand für die dicken Stoffe, wie sie gewöhnlich beim Ganzstoffmahlen vorkommen, nicht merklich steigt, diese Kanalteilung praktisch nicht recht anwendbar ist. Dagegen würde noch Vorteil auch in dem letztbezeichneten Falle ganz wohl zu ziehen sein, wenn der äussere Kanal etwas breiter, der innere schmäler gehalten würde, wie sinngemäss aus dem Gesagten, aus den Gleichungen folgt, ebenso wie aus den für zwei Fälle ermittelten numerischen Werten.

Es wäre da ganz wohl denkbar, dass man durch einzusetzende Zwischenwände, die verstellt werden können, sich den jeweils vorkommenden Stoffgattungen, bezw. deren Konzentrationen anpasst. Man verstellt etwa eine biegsame, dünne Blechwand so lange, bis man durch den Augenschein den günstigsten Erfolg erkennt, worauf die Zwischenwand durch geeignete Verbindungsstücke mit den Trogwandungen verklemmt wird, ohne dass es einem Anstände unterliegt, Aenderungen bei anderen Stoffen vorzunehmen.

Das Halbieren des Kanals wäre auch dasjenige, was beim Halbkreiskanal noch zu untersuchen wäre, indem weitere Teilungen ungleichmässige Zwischenkanäle verursachen würden.

Für die solcherart entstehenden Viertelkreise ist der benetzte Umfang

, die Fläche
, somit:
. In die Gleichung 15 eingeführt, kommt:

. 19)

Auch hier erkennen wir im Vergleich zu Formel 16 sofort die Wirkung der Kanalabteilung in dem kleineren Krümmungshalbmesser. Die besonderen Werte für die beiden oben berührten Fälle von 2 % und 3 % Cellulosestoff geben ganz ähnliche Krümmungsradien, somit auch ähnliche Schlussfolgerungen wie beim Rechteck.

Eine Lösung für die Kanalteilung wäre auch hier die, an den geraden Hauptkanal zwei halbrunde und gekrümmte kleinere Kanäle anschliessen zu lassen, deren Flächensumme gleich der Fläche des Hauptkanals mit dem Durchmesser aist. Besonders auch bei jenen Trögen, wo an einen Mittellauf zwei Seitenläufe schliessen, kann davon vorteilhaft Gebrauch gemacht werden. Dabei ist für jeden Seitenlauf die Fläche

also der zugehörige Durchmesser 0,71 a, der benetzte Umfang 1,115 a. Mit der Formel 16, in der statt a... 0,71 a jetzt zu setzen ist, kommt für 2 % und 3 % Cellulosestoff:

x – 0,34 a und 0,40 a,

analog dem für Rechtecksquerschnitt Gefundenen.

Nur auf eines sei hier noch hingewiesen. Dadurch, dass beim halbrunden Kanalquerschnitt die Begrenzungswände nicht lotrecht liegen, ist auch für diese Form manches Gute auch für den kleinen Krümmungsradius an der Mittelwand zu erwarten. Es sind da nicht so hohe lotrechte Schichten vorhanden unmittelbar bei der Mittelwand, somit wird auch nicht so viel Stoff wegen des grösseren relativen Gefälles vorzueilen bestrebt sein, wie bei dem Hechteckskanal. Diese Erwägung spricht auch für die Anwendung des halbrunden Querschnittes in der Krümmung. Es ist dann Sache des Späteren, zu zeigen, wie dies durchgeführt werden könnte, ohne mit anderen Forderungen, welche an gewissen Stellen den halbrunden Kanal ausschliessen, in Widerspruch zu kommen.

Endlich sei der ausserordentlich sinnreichen „selbstmischenden“ Konstruktion nach Patent Breton gedacht, bei welcher durch geschickt angeordnete Wände die Teilung des Stoffstromes gleich beim Kropf, unmittelbar hinter der Walze beginnend, so bewirkt wird, dass die aussen geflossenen Teile gegen die innere Seite, die innen geflossenen Teile gegen aussen geleitet, und damit thatsächlich nahe gleich lange Wege für alle Stoffteile erreicht werden. Ob das allerdings nur kurze Stück des Untergrundkanals, der sich notwendigerweise dabei ergibt (vgl. Hofmann's Handbuch der Papierfabrikation, S. 270), oder vielleicht die Schwierigkeit der Ausführung dieses Troges die Schuld trägt, Thatsache ist, dass dieser unleugbar gute Gedanke in der Praxis nicht durchzugreifen vermochte gegenüber den einfachen gewöhnlichen Holländerkonstruktionen.

Auf weitere Fälle einzugehen, sei unterlassen, weil die sinngemässe Anwendung der einschlägigen Formeln weiter wohl keine besonderen Schwierigkeiten in sich birgt. Doch gibt die Betrachtung des Längenprofils Anlass, auf die Erörterungen über das Querprofil zurückzugreifen.

e) Das Längenprofil der günstigsten Trogform.

Das Längenprofil des Troges bietet, nachdem das Querprofil und sein weitgehender Einfluss auf den Gang des Holländers untersucht worden ist, zu weiteren, höchst wertvollen Betrachtungen Anlass.

Textabbildung Bd. 316, S. 509

In Fig. 15 deute AB die Oberfläche des Stoffes während des Fliessens an. DJ sei der absichtlich recht unregelmässig gezeichnete Boden des Troges im Längsschnitt. Soll der Stoff wirklich von A nach B fliessen (durch die Schwerkraft allein dazu veranlasst), so muss B tiefer liegen als A, oder, wenn AC die Wagerechte durch A vorstellt, es muss zwischen A und B ein Höhenunterschied BC vorhanden sein, um die Kraft verfügbar zu haben für die Ueberwindung der Widerstände einerseits, zur Erzeugung von Geschwindigkeitsänderungen andererseits. Ist die Geschwindigkeit des Stoffes in A = v1, in B = v2, so muss

. . . 20)

Ist das vorhandene Gefälle an irgend einer Stelle grösser als nur der Widerstandshöhe bis zu dieser entspricht, wozu auch der allfällige Gegendruck zu rechnen ist, so ändert sich die Geschwindigkeit so lange, bis Gleichgewicht hergestellt ist. Geschwindigkeitsänderungen im