Text-Bild-Ansicht Band 318

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letzteren angreifende Lenkstangen betreiben mittels Schwinghebel die senkrecht aufgestellten Pumpen von je 534 mm Durchmesser. Die Dampfzylinder haben 305, 432, 610 und 762 mm gemeinsamen Hub. Die Dampf Verteilung des Hochdruck- und ersten Mitteldruckzylinders regeln vom Regulator beherrschte Corliss- Hahnsteuerungen, diejenige des zweitenMitteldruck- und Niederdruckzylinders von Hand stellbare Meyer-Steuerungen gewöhnlicher Bauart.

Die anfängliche Spannung des in 2 Lancashirekesseln erzeugten Dampfes beträgt 11,25 kg/qcm; die Umdrehungszahl der Maschine 75 in der Minute.

Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Gasglühlicht.

Von Rudolf Mewes und Moritz Scharfberg in Berlin.

Das neue Verfahren zur Erzeugung von Gasglühlicht, insbesondere von grossen Gasglühlicht-Bogenlampen, geht von dem Grundgedanken aus, dass ein Fortschritt in der Gasglühlicht-Technik nur noch dadurch erzielt werden kann, dass bei der Erzeugung des Lichtes das Prinzip des Oberflächenlichtes, wie es bei den Leuchtkäfern, faulendem Holz, Phosphor u. dgl., infolge der Verbrennung an bezw. unmittelbar in der Oberflächenschicht des Leuchtkörpers in ökonomisch bisher überhaupt von keiner künstlichen Lichtquelle erreichten Weise sich bildet, zusammen mit den übrigen die Leuchtkraft erhöhenden Bedingungen, wie Temperatursteigerung, Massen Verminderung des Leuchtkörpers bei grösstmöglicher Leuchtfläche, Schutz gegen Wärmeverluste durch Leitung, Druckbemessung und Zusammensetzung des Brennstoffgemisches, Form und Anordnung der Leuchtkörper u.s.w., die Grundlage des Verfahrens bildet und der Arbeitsprozess so geleitet wird, dass man zur Verminderung der Beleuchtungskosten Ablicht erhalten oder bei direkter Lichterzeugung die Abwärme und vorhandene Spannungsgefälle für mechanische Arbeitsleistung, für Beheizung u. dgl., für Elektrizitätserzeugung und event. durch deren Hilfe für teilweisen Ersatz des Brennstoffgemisches ausnutzt.

Zur Lösung dieser schwierigen, bisher vergeblich versuchten Aufgabe muss man nicht nur die besten bekannten Leuchtkörper bezw. Leuchtkörpergemische oder –Vereinigungen verwenden, sondern, entsprechend den neuesten Untersuchungen über die Entstehung des Leuchtens lediglich durch chemische, insbesondere Oxydationsvorgänge, die das Leuchten bewirkende Oxydation der Brennstoffe unmittelbar an oder in die Oberfläche des Glühkörpers verlegen. Als Mittel hierzu kann man die Eigenschaft gewisser Stoffe, wie Platin, Palladium, Baryumoxyd, Braunstein u.s.w., – Sauerstoff oder Wasserstoff besonders bei feinster Verteilung dieser Stoffe auf die Oberfläche, auf letzterer zu verdichten, – dazu benutzen, die Verbrennung direkt an die Oberfläche des Leuchtkörpers zu verlegen, wie dies durch die bekannten Versuche von Davy, durch das Döbbereinersche Feuerzeug, durch die Gasfernzünder und andere Vorgänge als möglich nachgewiesen ist.

Vorbedingung für das Gelingen dieses Arbeitsverfahrens ist, dass die bei einer solchen Oxydation erzeugte Temperatur höchste Weissglut ergiebt, aber keine Explosion des Brennstoffgemenges bewirkt. Nun erfordert aber jedes brennbare Gas oder Gasgemenge eine bestimmte Temperatur, um es zur Entzündung zu bringen; mischt man mit demselben ein indifferentes Gas, so wird dasselbe sich abkühlen, sodass das Gemenge nicht mehr oder nur schwer entzündbar ist. Recht günstig liegen für den vorliegenden Zweck die Verhältnisse beim Knallgas und Wassergas, welche ja vorwiegend für die Glühlichttechnik in Frage kommen, denn Knallgas explodiert noch, wenn man einen Raumteil mit 2,82 Kohlendyoxyd, 3,37 Wasserstoff oder 9,35 Sauerstoff mischt, aber nicht mehr, wenn man 2,89 Kohlendyoxyd, 3,93 Wasserstoff oder 1063 Sauerstoff hinzufügt. (Bimsen, Gasometrische Methoden.) Die Entzündungstemperatur dieser Gemische ist:

Knallgas und Kohlendyoxyd 1790,6°
Wasserstoff 2116,8°
Sauerstoff 857,3°

Der letzte Fall ist wegen zu niedriger Temperatur für das vorliegende Verfahren nicht geeignet. Die Verbrennungstemperatur und die Leuchtstärke kann man ferner nach denVersuchen von Cailletet (Dinglers Polyt. Journal, 1875) noch durch Erhöhung des Druckes, unter welchen die Verbrennung erfolgt, erheblich steigern.

In welcher Weise man die vorstehenden Vorgänge zur Erzielung des günstigsten Effektes in dem Arbeitsverfahren zu vereinigen hat, hängt von den äusseren Bedingungen und der Natur der benutzten Brennstoffgemische ab. Jedenfalls kann man nach vorstehenden Versuchsergebnissen, insbesondere bei Verwendung von Knallgas, die Verbrennung nur an oder in der Oberflächenschicht von Platin, Palladium bewirken, ohne dass der zugeführte Gasstrom selbst als ganzes sich entzündet. Hierdurch erlangt man aber den technischen Vorteil, dass nur gerade soviel Brennstoff verbraucht wird, als gerade zur Erhaltung des Glühkörpers auf der wenig unter 1800 bezw. 2100 Grad liegenden Temperatur unbedingt erforderlich ist. Es werden also die durch die abziehenden Verbrennungsprodukte bedingten Verluste auf ein Minimum herabgedrückt.

Bei Beheizung der inneren Oberfläche des Glühkörpers kann man dies übrigens auch durch eine reine Knallgas-Gebläseflamme bei richtiger Einstellung derselben erzielen, da in diesem Falle die Verbrennungsgase nicht unausgenutzt nach aussen abziehen können. In letzterem Falle vermag man sogar, wenn man nur die bekannten Katalytglühkörper bezw. deren Mischungen als Glühkörper benutzt, bei Anwendung des Knallgasgebläses die Verbrennungstemperatur und damit die Leuchtkraft noch etwas zu erhöhen. Ausserdem wird, da die Verbrennungsprodukte nur aus Wasserdampf bestehen, und bequem nach einem Schornstein oder Entlüftungsschacht abgeleitet werden können, ein Licht geschaffen, das in gesundheitlicher Beziehung mit dem elektrischen Glühlicht vollkommen wetteifern kann.

Die vorstehenden Umstände und Vorgänge bedingen die Ausführungsform der Leuchtvorrichtung und ermöglichen auch gleichzeitig durch die dadurch bestimmten Verhältnisse die angestrebte Arbeitsweise des Ablichtes oder der Ausnutzung der Abwärme oder Abenergie.

Die beiliegenden Zeichnungen zeigen einige nach dem vorbeschriebenen Verfahren arbeitende Leuchtvorrichtungen.

Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform ist der innere Zylinder a aus Platin, Palladium oder anderem geeigneten Material, Metalllegierungen bezw. feuerfester Metallverbindung, wie Karborundum u. dgl., von einem als Glühkörper dienenden Mantel b aus den in der Leuchttechnik benutzten Oxyden, wie Thor, Cer, Lanthan, Magnesia, Kalk u. dgl., unmittelbar umgeben, während die innere Fläche des Zylinders a mit einem dünnen Ueberzuge von Platin- oder Palladiummoor bezw. einem Gemisch aus beiden ganz oder teilweise überzogen sein kann. Das Brennstoffgemisch, am besten Knallgas, wird durch eine Zuleitung c, welche zweckmässig als Daniel'scher Hahn ausgebildet wird, in das Innere des ganzen Leuchtkörpers eingeführt und durch Ableitung d abgeführt, um sodann je nach Belieben die Abgase für Heiz- und Kochzwecke oder auch zum Betriebe von Ab Wärmekraftmaschinen zu verwenden. Ein den Glühkörper umhüllender geschlossener oder offener Schutzzylinder aus Glas ist nicht dargestellt worden.

Der Mantel b oder der innere Zylinder a können auch für sich als Glühkörper dienen. Der erstere wird lediglich aus einem Gemisch der genannten Oxyde oder auch gleichwertiger Metallverbindungen gefertigt und dann innen mit einem Ueberzug aus Platin- oder Palladiummoor ganz oder teilweise versehen. Der metallische Glühkörper kann rein