Text-Bild-Ansicht Band 318

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metallisch bleiben oder aussen mit einer pulverförmigen Schicht aus den beim Grasglühlicht gebräuchlichen Oxyden überzogen werden. Die Zufuhr des Brennstoffgemisches und die Ableitung der Verbrennungsprodukte bleiben die Gleichen wie bei der Vorrichtung nach Fig. 1.

Textabbildung Bd. 318, S. 63

Fig. 2 stellt einen von einer Glasbirne e umschlossenen metallischen Glühkörper a dar; in diesem Falle werden die beiden Bestandteile des Brenngasgemisches durch besondere Zuleitungen f und g in die beiden von dem äusseren und inneren Zylinder gebildeten Räume h und i geleitet, wobei in letzterem eine Scheidewand m zur Bestimmung der Strömungsrichtung der Verbrennungsgase angeordnet sein kann. Jeder dieser beiden Räume h und i hat seine besondere Ableitung k und l. Der Mantelraum h muss in der Wirklichkeit grösser gewählt werden, als in der Zeichnung, damit sich das Glas, das durch das aus Leitung f zugeführte kalte Gas gekühlt wird, nicht zu stark erhitzt. Der Glühkörper a kann in diesem Falle auch durch einen durchlochten Glühkörper, welcher ganz oder teilweise mit Platin- oder Palladiummoor überzogen ist, ersetzt worden.

Die in Fig. 3 dargestellte Glühlampe unterscheidet sich von der in Fig. 2 dargestellten Glühbirne nur durch die kugelförmige Gestalt.

Bei der in Fig. 4 dargestellten Birne besteht der Glühkörper a aus einem netzartigen Gewebe, das sowohl bei der Benutzung eines Metall- oder Auerglühstrumpfes ganz oder teilweise mit Platin- oder Palladiummoor überzogen sein kann. Der Glühkörper kann auch aus einzelnen kugelförmig gebogenen Metalldrähten oder Glühfäden aus Oxyden bestehen.

Bei der Glühbirne nach Fig. 5 kann der Hohlraum h evacuiert werden, so dass jede Wärmeübertragung durch Leitung an die Glaskugel e verhindert wird; indessen kann man in diesem Falle bei Benutzung eines Danielschen. Hahnes statt der Zugleitung c ebenso zweckmässig ohne Evacuation Sauerstoff oder Luft vor dem Eintritt in den Hahn erst den Hohlraum h durchströmen, sich vorwärmen und dann erst im Innern des Glühkörpers a zur Verbrennung gelangen lassen.

Die vorbeschriebenen Ausführungsformen der Leuchtvorrichtung können je nach Bedarf verschiedentlich abgeändert, insbesondere auch so umgestaltet werden, dass sie eine nach unten gerichtete Stellung erhalten, so dass die leuchtenden Flächen die Strahlen hauptsächlich nach unten und nicht nach oben, wie bei den dargestellten Ausführungsformen, senden. Bei kleineren Glühlampen wird man ähnlich wie bei den elektrischen Glühlampen für Beheizung der Glühkörper an der äusseren Oberfläche dieselben als gerade oder gewundene feine Drähte oder Fäden oder bei Beheizung von innen als gerade gewundene feine Röhrchen ausbilden, welche letzteren am besten in evacuierten Glasbirnen angeordnet werden. Bei Anwendung von Wasserstoff und Sauerstoff führt man die Verbrennungsprodukte nach einem Kondensator ab, so dass im Innern des hohlen Glühkörpers sehr geringer Druck herrscht.

Kleinere Mitteilungen.

Neue Beleuchtungsart von Eisenbahnwagen mit 2 Akkumulatoren-Batterieen.

Das Eigentümliche der elektrischen Beleuchtung von Eisenbahnwagen nach dem System Vicarino besteht darin, dass jeder Wagen eine Dynamo und Akkumulatoren erhält, und so unabhängig ist von den übrigen Wagen und von der Geschwindigkeit des Zuges. Neuerdings werden 2 Batterieen verwendet, um möglichst konstante Spannung zu erhalten; während die eine Batterie die Lampen speist, wird die andere geladen.

Textabbildung Bd. 318, S. 63

Das System ist versuchsweise auf einigen Wagen der Compagnie de l'Est eingeführt.

Im Einzelnen besteht die Einrichtung (s. Fig. 1) aus:

  • 1) einer im Wagengestell aufgehängten Dynamo, die von der Achse mit Riemen angetrieben wird,
  • 2) 2 Akkumulatoren-Batterieen B1 und B2 zu je 16 Zellen (32 Volt) in 2 Kästen,
  • 3) den nötigen Schalt- und Regulierapparaten.

A ist ein automatischer Schalter, der die Dynamo bei richtiger Spannung auf die zu ladende Batterie schaltet und die Ladung bis zu einer bestimmten Spannung kommen lässt und alsdann die zweite Batterie beim Speisen der Lampen unter Zwischenschaltung eines Widerstandes R unterstützt; ferner die Dynamo selbstthätig abschaltet, wenn der Wagen steht oder zu langsam fährt, und nun beide Batterieen parallel für die Beleuchtung schaltet.

C ist ein Umschalter, bestehend aus einer 4seitigen Kontaktwalze, die bei ihren 4 Stellungen folgende Schaltungen herstellt:

  • 1) Batterie 2 speist die Lampen. Batterie 1 wird geladen.
  • 2) Beide Batterieen werden parallel geladen; die Lampen sind gelöscht.
  • 3) Batterie 1 speist die Lampen. Batterie 2 wird geladen.
  • 4) Beide Batterieen werden parallel geladen. Die Lampen sind gelöscht.

Der Spannungsregulator L schaltet automatisch Widerstand R' in die Erregung der Dynamo, falls die Spannung der Maschine ein bestimmtes Mass überschreitet.

Festes Petroleum als Heizmaterial für Schiffe.

Von der Marine sind in letzter Zeit Versuche mit einem neuen Heizstoff vorgenommen worden, nämlich mit festem Petroleum. Der Erfinder, Dr. Basenau, Inhaber eines bakteriologischen Laboratoriums in Amsterdam, hatte eine Reihe wertvoller Vorteile bei Verwendung dieses eigenartigen Körpers in Aussicht gestellt, bei denen die Vergrösserung des Aktionsradius, die Möglichkeit, in ganz kurzer Zeit Dampf auf zu haben, dadurch also Hebung der Manövrierfähigkeit und Seetüchtigkeit bei Sturm, besonders in der Nähe der Küste, wohl den etwa 2–3 mal höheren Preis gegenüber der Steinkohle aufwiegen konnten. Leider haben die angestellten Versuche die Erwartungen zunächst nicht erfüllt. Der verhältnismässig niedrige Schmelzpunkt der etwa 4–5 kg schweren, gelbbraunen Ziegel von 35 × 25 × 6 cm Abmessung, der etwa bei 80° C. liegt, verhindert, sie allein als reine Feuerung auf den Rosten zu verfeuern; es konnte daher nur an eine mit Kohle