Text-Bild-Ansicht Band 318

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Mechanik der Atome, namentlich auch wegen des Eingehens auf die chemischen und elektrochemischen Theorieen zur Orientierung empfohlen werden.

Rudolf Mewes.

Ueber den Zug und die Kontrolle der Dampfkesselfeuerungen von Ed. Donath, Professor der chemischen Technologie an der K. K. Technischen Hochschule in Brunn. Mit 41 Abbildungen. Leipzig und Wien. Franz Deuticke.

Der Verfasser behandelt das im Titelwort näher bezeichnete Spezialgebiet in der etwa 7 Druckbogen umfassenden Schrift ausführlich und mit grosser Sachkenntnis.

Die Abhandlung beginnt mit einer Besprechung der Mittel zur Zugerzeugung; es wird zunächst die Wirkungsweise des Schornsteines eingehend dargelegt; hieran schliesst sich eine Besprechung der Vorzüge und Nachteile des natürlichen Zuges, worauf der Verfasser in eine sehr ausführliche Erörterung des mechanischen Zuges eintritt. Im allgemeinen gelangt der Verfasser hierbei zu einer sehr günstigen Beurteilung des mechanischen Zuges, was sich schon durch die häufige Bezugnahme auf die Veröffentlichungen von R. Schenkel und andere Befürworter des mechanischen Zuges zu erkennen giebt. Doch sei hervorgehoben, dass der Verfasser bei aller wohlwollenden Behandlung der mechanischen Zugerzeugung es nicht unterlässt, auch die Gegner des mechanischen Zuges zum Worte kommen zu lassen; insbesondere sind die Einwände, die Carlo und andere den Ausführungen R. Schenkels entgegenhielten, gebührend berücksichtigt. Das günstige Urteil des Verfassers über die mechanische Zugerzeugung stützt sich übrigens auch auf eigene Erfahrungen.

Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit der Messung der Zugstärke; es werden die Zugmesser von Fischer, Scheurer-Kestner, Ww. Joh. Schumacher-Köln, Segers, Fletscher-Lunges, Walther Dürr und der Sturtevant Comp., durch Abbildungen dargestellt und besprochen. Es folgt dann ein Kapitel über die Regulierung des Zuges; hierbei geht der Verfasser besonders auf die verschiedenen mechanischen Hilfsmittel zur selbstthätigen Zugregulierung näher ein.

Nachdem noch die beiden verschiedenen, aber oft für gleichwertig geachteten Begriffe: Stärke des Zuges und Menge der angesaugten Luft erörtert worden sind, folgt die Entwicklung der Theorie, welche die Luftmenge aus der Zusammensetzung der Heizgase ermitteln lässt. Zum Schlusse werden dann verschiedeneApparate zur Feststellung des CO2-Gehaltes beschrieben. Vermisst wurde der doch am meisten gebräuchliche Orsat-Apparat, der nicht nur zuverlässig, sondern auch billig ist, was von den angeführten Apparaten nicht ohne weiteres behauptet werden kann.

Im allgemeinen kann gesagt werden, dass jeder Feuerungstechniker das Buch mit Interesse lesen wird. Insbesondere aber der Fabrikchemiker, dem die Kontrolle von Feuerungsanlagen obliegt, und für den das Buch hauptsächlich geschrieben ist, wird sich manchen wertvollen Rat und manche nützliche Anregung aus dem Buche holen können.

Herre.

Genauigkeitsuntersuchungen für Längenmessungen mit besonderer Berücksichtigung einer neuen Vorrichtung für Präzisions-Stahlbandmessung von Dr. Techn. Hans Löschner. Hannover, 1902. Verlag von Gebrüder Jänecke.

Die vorliegende 56 Druckseiten und 15 in den Text gesetzte Abbildungen umfassende Abhandlung bildet hauptsächlich die wissenschaftliche Beschreibung eines neuen Spannapparates zur Bewerkstelligung von Präzisions–Stahlbandmessungen. Die bei diesen Stahlbandmessungen auftretenden, rechnungsmässig zu berücksichtigenden, mittleren Fehler sind in Formeln gebracht, gestützt auf die Ergebnisse aus zweierlei Versuchsreihen, nämlich auf 50 Reihen mit dem in Rede stehenden Spannapparate, teils auf minder ebenen Wegen, teils auf Asphaltpflaster durchgeführt und auf 45 Reihen ohne Spannapparat durchaus auf ebenen Wegen durchgeführt. Zu diesem Zwecke wurden die Gleichungen für mehrere Kurven aufgestellt, deren nach der Methode der kleinsten Quadrate bestimmte Koeffizienten sich mit den empirisch gewonnenen Versuchswerten befriedigend decken. Für den Aufbau dieser mit Scharfsinn und wissenschaftlicher Strenge ausgeführten Ableitungen werden natürlich auch die bisher hinsichtlich der Fehlergrenzen bei Stahlbandmessungen im allgemeinen giltigen Erfahrungsdaten und Formeln mitbenutzt. Ausserdem ist dem Hauptthema der Abhandlung eine Erinnerung und Vervollständigung der Genauigkeitsgesetze, welche bei Längenmessungen überhaupt in betracht kommen, als zweckdienliche Einführung vorangesetzt.

Diese mit musterhafter Gründlichkeit und Sorgfalt abgefasste Schrift darf ohne weiteres als eine Arbeit von eminent praktischem wie theoretischem Werte bezeichnet werden; die darin entwickelten Feststellungen bilden schätzenswerte Ergänzungselemente des reichen Gefüges der Messkunde.

L. K.

Eingesandt.

(Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.)

Das studentische Arbeitsamt der Wildenschaft der Technischen Hochschule zu Berlin besteht nunmehr 1 ½ Jahre. In diesem Semester hat es bisher über 100 Angebote erhalten, von denen 64% besetzt wurden. Die überwiegende Mehrzahl der vermittelten Stellen war technischer Art, unter ihnen eine nicht unerhebliche Anzahl von Anfangsstellungen. Der Rest umfasst Nachhilfestunden, literarisch-technische Arbeiten und Uebersetzungen in fast allen europäischen Sprachen. An Studierenden meldeten sich insgesamt 710 seit Bestehen des Arbeitsamtes, von denen rund 26% berücksichtigt werden konnten. Am stärksten beteiligt sind daran die Maschineningenieure, ihnen schliessen sich an die Chemiker, Hüttenleute, Architekten und Bauingenieure. Obige Zahlen lassen erkennen, dass die Einrichtung des Arbeitsamtes einem vorliegenden Bedürfnisse entsprach. In weiteren Kreisen der Industrie hat sich das Studentische Arbeitsamt schon gut eingeführt, indem in den meisten Fällen die Aufträge durch geeignete Besetzung erledigt werden konnten. Die Vermittlung geschieht bekanntlich unentgeltlich. Der Erfolg, den das Arbeitsamt bisher zu verzeichnen hatte, ist nicht zum wenigsten der grossen Unterstützung seitens des „Vereins Deutscher Ingenieure“, sowie dem Entgegenkommen zahlreicher Fach- und Tageszeitungen zu verdanken.

„Zur Theorie der Kühlverfahren von Linde, Siemens & Mix mittels Kaltluftmaschine.“

Es dürfte sich empfehlen, wenn noch die Versuche von Joule erwähnt werden, welche im „Philosophicae Magazine“, III, Vol. XXVI, Jahrg. 1845, auf S. 369 ff (speziell auf S. 376 ff) veröffentlicht sind, die deutsch übersetzt sind in„Spengel, das mechanische Wärmeäquivalent von James Prescott Joule“, Braunschweig 1872 bei Vieweg & Sohn; auch Müller-Pouillet berichtet hierüber in seinem „Lehrbuch der Physik“, Bd. II S. 896, Braunschweig 1868.

Ferner sind an mich verschiedene Anfragen gerichtet worden, die zwar alle im grossen und ganzen mit einander konvergieren, ich aber ausser Stande bin, jede einzelne brieflich zu beantworten. Daher möchte ich die Herren Einsender ersuchen, aus den nachstehenden Ausführungen die Antworten zu entnehmen. Da wohl die Beantwortung der Anfrage des Herrn Ingenieur Paul Freygang, Dresden-A., ein allgemeines Interesse haben dürfte, so sei dieselbe im nachstehenden wiedergegeben:

„.......Ich habe die Absicht, ein mit der Atmosphäre in Verbindung stehendes, heisse Gase enthaltendes Gefäss durch darin expandierende flüssige Kohlensäure thunlichst schnell zu kühlen, und wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir gefl. angeben wollten, ob hierfür eine Kühlung durch Eis, welches – nach den Angaben auf einer Beilage zu dem Prospekt der Gesellschaft für Lindes Eismaschinenbau über deren Luftverflüssigungsmaschinen – den gleichen Kühleffekt geben soll wie flüssige Luft, vorzuziehen sein würde“

Hierzu bemerke ich folgendes:

Ein positiver Rat lässt sich in diesem Falle nur geben, wenn mitgeteilt wird, bis auf welche Temperatur abgekühlt werden soll. Soll nur bis auf die Atmosphärentemperatur abgekühlt werden, so ist Eis resp. Eiswasser das gegenwärtig vorteilhafteste Kühlmittel; auch Brunnenwasser dürfte ausreichen.

Dr. Berkitz.