Text-Bild-Ansicht Band 318

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das Blatt. Zuvor mussten natürlich die Maschinen A und B nacheinander aufgetreten werden.

Um eine mustergemässe Aushebung der Platinen p2, Fig. 1, und Betätigung der Stössel S zu ermöglichen, ist die grobstichige Jacquardmaschin A mit der feinstichigen B auf folgende Weise in Verbindung gebracht.

Die Platinen p1 sind unten mit einer Harnischschnur K1 versehen, in welcher zum sicheren Niedergange und Einfallen der Platinen ein Bleigewicht G1 eingeschaltet ist.

Am unteren Ende sind diese Harnischschnuren mit einem doppelten Harnischeisen G2 und G3 versehen. R7 sind die Stäbe eines kräftigen Glasrechens. Eine Verbindungsschnur K2 führt nun von den unteren Harnischeisen G2 und G3 über diesen Rechen hinweg nach der Uebertragungsmaschine B. Das Ende dieser Uebertragungsschnur K2 ist an die zugehörige Platinennadel D der Maschine B geknüpft. Ruht der ganze Apparat, so strecken die Harnischeisen G2 und G3 die Harnisch- und Uebertragungsschnuren straff an. Infolgedessen werden die Platinen p2 der Maschine B nach hinten rechts über die Messer m2 gezogen.

Wird nun auf Maschine A eine zu übertragende Karte k1 aufgelegt und Maschine A aufgetreten, z.B. bei „Loch in Grobstichkarte,“ so bleibt die betreffende Platine p1 stehen, wird vom Messerkasten m1 mit hochgenommen und die Uebertragungsschnur K2 wird gelockert, weil die sie anstreckenden Harnischeisen G2 und G3 mit der Platine p1 zugleich hochgingen. Infolgedessen geht die zugehörige Platine p2 in Maschine B vermöge ihrer Federkraft vom Messer m2 weg. Maschine B wird aufgetreten, und das zu dieser Platine p2 gehörige Stössel S bleibt in seinem tiefsten Ruhepunkte stehen. Es schlägt deshalb ein Loch in das neue auf O4 liegende Kartenblatt. War in der Grobstichkarte k1 kein Loch vorhanden, so wurde p1 nicht ausgehoben, sondern vom Messer abgedrückt.

Alle Schnuren blieben straff und die zugehörige Platine p2 der Maschine B wurde beim Auftreten mit hochgezogen. Infolgedessen wurde aber auch das zugehörige Stössel S mit hochgenommen und konnte nicht schlagen. Die Karte k1 wird also ganz gleichartig wiedergegeben. Der Uebersicht wegen sind in Fig. 1 und 3 nur je eine Platine samt einem Schnurenpaar und je einer Platinennadel und einem Stössel gezeichnet.

Erwähnt sei noch, dass auch in die Verbindungschnuren, welche die Platinen p2 mit ihren Stösseln verbinden, Bindeeisen G4 und kurze straffe Messingzugfedern M eingeschaltet sind. Diese Bindeeisen G4 haben den Zweck, die Platinen p2 beim Einfallen der Maschine B wieder in ihren tiefsten Standpunkt zurückzuziehen. Die Federn M dienen zur Schonung der Stössel und der Stösselschnuren, für den Fall, dass ein Stössel krumm wurde und sitzen blieb. Die Schnur würde in diesem Fall sonst jedesmal zersprengt werden. R2, R3 und R4 sind Führungsrechen.

Das Eigenartige an dieser Schlagmaschine ist weiterhin, dass man sie auch noch dazu benutzen kann, Karten desselben Feinstiches umgekehrt zu schlagen, sodass man die rechte Warenseite in der Karte zur linken machen kann. Maschine A bleibt in diesem Falle völlig unbenutzt in Ruhe. Man verwendet nur die Maschine B zum entgegengesetzten Kopieren, legt einfach die umgekehrt zu übertragende Originalkarte desselben Feinstiches auf das Prisma C2 der Maschine B auf, und kopiert. Hierbei müssen die Harnischeisen G2 und G3 anstrecken, also heruntergelassen sein.

Will man aber eine zu kopierende Karte desselben Feinstiches im Original getreu wiedergeben, so bleibt Maschine A ebenfalls wieder unbenutzt, Nur werden alsdann sämtliche Harnischeisen G2 und G3 mittels des Rechens R3 hochgehoben, zu welchem Zwecke eine Auf winde Vorrichtung an R3 angebracht ist. Die Verbindungsschnuren K2 werden dadurch sämtlich gelockert und die Platinen p2 treten von den Messern weg. Die Maschine B kann also nunmehr positiv wirken.

Das Verschnüren der Platinen p1 von Maschine A mit den Platinennadeln D der Maschine B geschieht so, dass bei überzähligen Platinen p2 in der Feinstichmaschine B diese zu Anfang und zu Ende regelmässig stehen bleiben, damit sämtliche zur Verwendung gelangenden Platinen in der Mitte der vollgezählten Maschine zur Arbeit gelangen.

Handelt es sich um den Vinzenzistich, so lässt man auch noch die 14 er kurzen Warzenreihen liegen, je nachdem, wie es die gegebene Platinenzahl zulässt. Diese 14er Reihen lässt man deswegen gern stehen, weil das Kartenblatt dadurch an Halt gewinnt. Man bekommt eine dauerhaftere Karte. Bei Grobstichkarten ist nämlich die Platinenzahl in den Maschinen gewöhnlich eine kleinere, als bei den Feinstichmaschinen. Man hat also Platinen in Maschine B übrig und diese verteilt man möglichst gleichmässig. Eine gute Ausnahme hiervon macht der Wiener Feinstich, welcher mit dem Vinzenzi- und Verdolstich annähernd in der Platinenzahl übereinstimmt.

Eine weitere Konstruktion zur Uebertragung anderstichiger Karten ist diejenige, bei welcher die Schlagmaschine nach alter deutscher Art, also mit wagerecht gelagerten Stösseln gebaut ist.

Bei diesen wird einfach statt einer Kopiermaschine gleichen Stiches eine solche Grobstichmaschine auf die Schlagmaschine montiert und die Platinen dieser Grobstichmaschine mit den flachen Schlagplatinen des feinstichigen Schlagwerkes in entsprechender Reihenfolge verschnürt, Diese Maschine wirkt einfach und positiv. Sie ist aber nur noch zum Levieren des betreffenden Feinstiches, nicht aber zum Kopieren desselben zu benutzen.

Diese Anordnung der Maschinen ist also nicht so vielseitig verwendbar, als die zu Anfang geschilderte und deshalb nicht so praktisch in der Anschaffung.

Moderne Lade- und Transporteinrichtungen für Kohle, Erze und Koks.

Von Georg v. Hanffstengel, Ingenieur in Stuttgart.

(Fortsetzung von S. 296 d. Bd.)

In Fig. 217 und 218 ist eine Konstruktion von Wilh. Fredenhagen, Offenbach a. M., dargestellt. Der Greifer fasst 1,15 cbm und gehört zu dem Erzverladekran, der auf S. 100 d. Bd. beschrieben wurde. Das in zwei Strängen von der Katze kommende Hubseil ist über eine einzige lose Rolle geführt, an deren, über die Breite des Gestelles durchgeführten, in zwei schweren Gussböcken gelagerten Achse die Zugstangen angreifen. Die Rollenböcke sind an zwei gebogene ⊏ Eisen geschraubt, die auf jeder Seite ein senkrechtes, am Gestell befestigtes ⊏ Eisen umfassen und so die ganze Traverse führen. Die auf den Kniehebel wirkende Vertikalkraft ist gleich dem Seilzug, vermindert um das Gewicht der Traverse und der Schaufeln, soweit es nicht von den festen Drehzapfen aufgenommen wird. Bei geöffnetem Greifer haben diese das ganze Schaufelge wicht und, da die Schaufeln über ihre Schwerpunktslage gespreizt sind, auchnoch den grössten Teil des Gewichts der Traverse zu tragen, sodass nahezu der ganze Seilzug zum Schliessen der Schaufeln verfügbar ist. Das Drehmoment ist also hier verhältnismässig gross, zumal der Kniehebel in dieser Stellung starke Uebersetzung hat. Je mehr die Schaufeln zusammengehen, um so geringer wird das Drehmoment, da sowohl die Uebersetzung des Kniehebels als auch die Vertikalkraft abnimmt, und nur die allmähliche Zunahme des Schaufelinhalts eine Steigerung des Seilzuges zulässt. In der Schlusstellung hat man von dem Seilzug das Gewicht der Traverse, sowie den grösseren Teil des Gewichtes der Schaufeln und ihres Inhaltes abzuziehen, um die am Kniehebel wirksame Kraft zu erhalten. Der ungünstige Einfluss dieser Gewichte ist hier viel grösser als bei dem Greifer von Jaeger, da sie hier von der einfachen, dort von der vierfach übersetzten Kettenkraft abzuziehen sind. Während dort angenommen