Text-Bild-Ansicht Band 318

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einfachkohlensaure Kalk sich abscheidet, und die Soda zersetzt dann den Gips.

Ca Ca3CO2 + No2O = CaCO3 + Na2CO3

Na2 CO3 + CaSO4 = Na2SO4 + CoCO3.

Zum Schluss sei noch kurz auf die Anforderungen hingewiesen, welche die verschiedenen Zweige der Industrie an die zu verarbeitenden Wässer stellen. (Fach Fischer, Chem. Technologie und Kubel-Tiemann, Wasseranalyse).

Das Betriebswasser für Gärungsgewerbe soll frei sein von etwaigen anderen Gärungserregern, durch welche sekundäre Fermentationen veranlasst werden könnten, sowie von fremdartigen, organischen Substanzen, bei deren durch die vorhandenen Gärungserreger bewirkten Zerfall unliebsame Produkte entstehen könnten. In der Zuckerfabrikation sind möglichst Wässer zu verwenden, welche frei sind oder doch wenigstens nur geringe Mengen von Sulfaten, Nitraten sowie Alkalikarbonaten enthalten, da diese in hohem Grade melassebildend wirken. Die Wässer für Stärke- und Papierfabrikation sowie für Färbereien. Druckereien und Bleichereien sollen wenig organische Ausscheidungen oder Pflanzenreste (hauptsächlich wichtig für die Stärkefabrikation) und nur geringe Mengen von Eisenverbindungen enthalten.

Dr. Hcp.

Ein Apparat für Feuerlöschzwecke und Desinfektion.

Der von dem Amerikaner Clayton erfundene Apparat, welcher nach „Le Génie Civil“ in Fig. 1 im Aufriss und in Fig. 2 in Seitenansicht gezeichnet ist, verfolgte zunächst den Zweck, entstehende Brände mit Hilfe von schwefliger Säure zu unterdrücken. Die Kenntnis der mikrobentötenden Eigenschaften der gasförmigen schwefligen Säure, welche schon in der verhältnismässig schwachen Beimischung von nur 3 v. H. zur atmosphärischen Luft sehr energisch wirkt, verallgemeinerte indessen seine Anwendung und eroberte ihm ein Wirkungsgebiet, welches aussichtsreicher erscheint, als seine Verwendung zu Feuerlöschzwecken.

Textabbildung Bd. 318, S. 334
Textabbildung Bd. 318, S. 334

Der Gaserzeuger A, der die Form eines grossen Backofens hat, ist aus Eisenblech hergestellt und innen mit einem weitmaschigen Drahtnetz versehen, auf welches Stücke von Stangenschwefel gebracht und verbrannt werden. Für die Menge des jeweils zu verwendenden Schwefels bietet die Tatsache, dass 1 kg Schwefel ungefähr 15 cbm Schwefligsäuregas liefert, den nötigen Anhalt. Zum Entzünden wird der Schwefel mit etwas Alkohol, oder Petroläther übergossen. Man schliesst sodann die Türe B und setzt mittels eines beliebigen Motors C oder einer Transmission ein Schaufelrad in Bewegung, welches sich im Zylinder D befindet. Mit Hilfe dieses Aspirators wird Luft durch das Rohr E in den Apparat gesaugt, woselbst deren Sauerstoff sich mit dem Schwefel zu schwefliger Säure verbindet. Das die schweflige Säure enthaltende Gasgemisch wird dann durch das Rohr F in den Kühler G gedrückt und von da nach den Räumen, die man zu desinfizieren wünscht. Natürlicher Weise bietet es keinerlei Schwierigkeiten, den Betrieb des Apparates zu einem kontinuierlichen zu machen.

Der Apparat findet in England und Amerika Anwendung zum Desinfizieren von Hospitälern, Kasernen und Schulen. In Dünkirchenwurde er vor einiger Zeit zum Desinfizieren von Schiffen und deren Ladungen verwandt und auf der Themse endlich benutzte man ihn zum Vernichten der Ratten auf den Schiffen. –

Die Verwendung des Schwefligsäuregases zu Feuerlöschzwecken bietet im Vergleich zum Wasser den Vorteil, dass es die brennenden Körper ebenso wie die zu schützenden Räumlichkeiten leichter durchdringt, ohne dass es einzelne der Nachteile mit sich bringt, die mit der Verwendung von Wasser unvermeidlich verknüpft sind.

Dr. Hgr.

Praktisches Verfahren zur Herstellung von Holzmodellen für den Guss moderner Schiffsschraubenflügel.

Ueber ein solches Verfahren, das an die gewöhnliche Art der Herstellung von Modellen der Schiffskörper erinnert, berichtet die Zeitschrift „American Machinist“ an Hand der folgenden Skizzen.

Die Figuren 1 und 2 werden auf Grund der vom technischen Bureau gelieferten Schraubenzeichnung angefertigt; in ihnen bedeutet: AA die Mittellinie der Schraubenwelle, BB die Senkrechte dazu durch den Mittelpunkt der Nabe des Flügels, CC die Neigungslinie des Schraubenflügels nach hinten; ferner entsprechen die geneigten Lagen der Schnitte aa, bb, cc und dd dem jeweiligen Steigungswinkel des Flügels.

Denkt man sich nun den Schraubenflügel in einzelne Scheibensegmente parallel BB zerlegt, so kann man mit Hilfe der Fig. 1 und 2 leicht auf den Oberflächen der Segmente No. 1 bis 17 die wirklichen Schnitte durch den Schraubenflügel konstruieren, wie das in Fig. 3 für die Segmente No. 10 und 11 in folgender Weise ausgeführt ist. In dieser Figur wird zunächst die Mittellinie HH senkrecht zur Wellenmittellinie AA auf der Segmentfläche 10 festgelegt, und zwar auf der Seite der Segmentscheibe No. 10, die als Schnitt betrachtet werden soll. Dann wird das in Fig. 4 veranschaulichte Instrument hergestellt, das aus einer Latte und scharf zugespitzten Metallstiften besteht, deren Entfernungen vom ersten Stift links den Abständen der Schnitte aa, bb, cc und dd von der Wellenmitte AA in Fig. 1 entspricht. Mit diesem Instrument werden nun in Fig. 3 um den Schnittpunkt der Wellenmitte mit HH die Kreisbogen aa, bb, cc und dd geschlagen, mit einem Zirkel aus Fig. 2 die Entfernungen von HH bis zur Umhüllungslinie des Schnittes aa auf der Segmentlinie No. 10, bis 1 und 4 (Vorder- und Rückkante der Flügelschneide in dieser Schnittlinie) genommen und in Fig. 3 von HH aus auf dem Bogen aa bis 1 und 4 abgetragen. Das gleiche Verfahren wird für die Schnitte bb und cc durchgeführt, wobei die Punkte 2 und 5, sowie 3 und 6 auf den Bogen bb und cc in Fig. 3 gefunden werden. Legt man darauf durch die Tunkte 1, 2, 3 sowie 4, 5, 6 Latten und zeichnet die Kurven, so sind diese die Vorder- und Rückkante des Flügels in der Schnittfläche des Segments No. 10. Schlägt man dann noch mit der Entfernung von A A bis zur Umhüllungslinie G auf der Schnittlinie No. 10 aus Fig. 1 uni den Schnittpunkt der Wellenmittellinie mit HH in Fig. 3 einen Kreisbogen, so erhält man den Bogen x als oberen Abschluss des Schnittes No. 10 durch den Flügel, während der untere Abschluss mittels der in Fig. 2 gegebenen Schraubennabenkreise gefunden wird.