Text-Bild-Ansicht Band 318

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einen oder dem anderen Auflager hat. Wir ziehen denjenigen in Betrachtung, welcher 0,25 der Spannweite zum Abstand von A1 hat und belasten das Gewölbe links von A2 an. Zur Ermittlung der Druckspannung ist in letzter Formel das negative Vorzeichen zu nehmen, weil die Ordinaten zwischen c und a2' negativ sind. Man erkennt nun, dass die Belastung zwischen a1' und c endigen wird, und der Endpunkt wird sehr nahe an e liegen müssen; wir bezeichnen seinen Abstand vom rechten Auflager mit x, so ist

Rechnet man das Integral aus, so entsteht

Weiter ist

Es ergibt sich daher zur Bestimmung der grössten Druckspannung die Formel

und es muss

x > 0,571 . l

sein.

Dann ist das Gewölbe rechts von A1 an zu belasten und die Last endigt zwischen c und a2'. Man hat dann mit Rücksicht darauf, dass die Einflussflächenteile oberhalb und unterhalb der Grundlinie in Fig. 8 einander gleich sind, die Formel

und hier muss

x < 0,571 l

sein.

Die Bestimmung von x hat nach der Theorie dem Maxima und Minima zu geschehen, erst dann kann k angegeben werden. Wie man sieht, ist k von dem Quotienten

abhängig, also kann man dafür keine allgemeine Formel angeben. Am vorteilhaftesten wird es sein, Tabellen anzufertigen. Man bestimmt für verschiedene Werte von
den Ausdruck

oder

sodass er ein Maximum ist, und hat

Gewöhnlich ist k gegeben, und g, l und b sind bekannt, sodass man eine Beziehung zwischen φ und h2 erhält, mit der man unter Berücksichtigung der Tabelle leicht h ermitteln kann. Die beiden Formeln können auch zur Bestimmung der grössten Zugspannung angewendet werden, doch wird man hierzu noch die anderen Figuren benutzen! müssen und entsprechende Formeln ableiten. Man wird finden, dass bei den ausgeführten Gewölben, wenn sich darauf Einzellasten oder teilweise gleichmässige Belastung befindet, Zugspannungen unvermeidlich sind; denn andernfalls müsste h bedeutend grösser als f sein. Es ergibt sich aber die Zugspannung sehr klein, sodass von der Behörde eine bestimmte Grenze für die Zugspannung festgesetzt werden müsste. Die übliche Methode mittels Minimaldrucklinie, welche lehrt, dass Zugspannungen unmöglich sind, wenn diese Drucklinie innerhalb des Kerns fällt, ist nicht richtig; denn sie setzt starres und nicht elastisches Material voraus; der Polabstand wird ja dabei rein graphostatisch ohne Rücksicht auf die Elastizität des Materials bestimmt. In einem späteren Aufsatz soll auf die Zugspannungen im Gewölbe näher eingegangen werden.

Elektro-pneumatische Stellwerksanlagen, Bauart Westinghouse.

Mitgeteilt vom Regierungs-Baumeister Hans Martens.

(Schluss von S. 550 d. Bd.)

Das Stations-Freigabewerk enthält die einzelnen Freigabehebel, die, in der Ruhelage senkrecht stehend, nach 2 Seiten umgelegt werden können, sodass also mit jedem Hebel 2 sich gegenseitig ausschliessende Signale freigegeben werden können. Die Freigabehebel können ebenfalls, wie früher mitgeteilt, zur Festhaltung und Entriegelung der Fahrstrasse, nachdem der Zug sie verlassen hat, benützt werden. Durch Farbschilder wird die jeweilige Lage der Hebel noch besonders gekennzeichnet. Die konstruktive Ausführung ist in Fig. 5 dargestellt. Der durch den Hebel c bewegte horizontale Schieber e trägt ein Kontaktstück f, das bei jeder Umlegerichtung des Hebels je 2 Kontakte schliesst wodurch einerseits der zur Freigabe des Fahrtrassenhebels im Stellwerk dienende Stromkreis geschlossen und andrerseits eine leitende Verbindung zur Führung des Betriebsstroms, der zum Stellen des Signals auf Fahrt dient, hergestellt wird. Der Elektromagnet k hält den Schieber edurch seinen Anker bei Ruhelage der Hebels fest. Für gewöhnlich ist der Freigabehebel beweglich, da der Magnet Strom führt und seinen Anker angezogen hat. Nur wenn der Freigabehebel nach Durchfahrt des Zuges zurückgelegt worden ist, bleibt er in der Haltlage solange gesperrt, bis im Stellwerk die Fahrstrasse aufgelöst worden ist, d.h. bis dort der Fahrstrassenhebel in die Ruhelage gelegt ist. Eine Sperrung tritt ferner auch durch Stromloswerden von k ein, wenn ein feindlicher Freigabehebel vorher umgelegt worden ist. Unterhalb des Schiebers e ist noch ein zweiter Elektromagnet l eingebaut, der den elektrischen Ausschluss zwischen mehreren feindlichen Freigabehebeln herzustellen und zu erhalten hat, solange die hergestellten Fahrstrassen nicht wieder aufgelöst sind. Im Regelzustande ist Magnet l stromlos, wird aber erregt, nachdem der Hebel umgelegt ist; dadurch wird durch seinen Anker bei n Kontakt hergestellt, der alle die Stromkreise unterbricht, die durch die Elektromagnete