Text-Bild-Ansicht Band 318

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599957 ist nicht besonders einfach, braucht viel Platz, hat aber sonst vieles für sich. Es wird hauptsächlich darauf gerechnet, dass ein genügend grosses Gefäss vorhanden ist, in welchem der Stoff ausreichend Zeit findet sich abzusetzen. In Fig. 95 u. 96 bedeutet d das Rohr, durch welches das Wasser herankommt.

Textabbildung Bd. 318, S. 618
Textabbildung Bd. 318, S. 618

Ueber die Wand e gelangt es in den grossen Behälter a. Wände k und h, welche teilweise von oben nach abwärts, teilweise umgekehrt gerichtet sind, bieten Hindernisse für die Strömung und befördern das Absetzen der Fasern, so dass das Wasser gut gereinigt bei dem Ueberfall f in das Rohr g abströmen kann. Der Fangstoff wird durch Stäbe n, welche, durch Gliederketten o am Boden schleifend, in endlosem Bande über Rollen p bewegt werden, in Rinnen l geschoben, aus welchen die oben geschlitzten Rohre m mittels der Zweigrohre t t1 und Hähnen u1 der Fangstoff der Zentrifugalpumpe u zuströmt, die den Stoff entweder unmittelbar oder durch ein Zwischengefäss den Holländern übergibt. Damit die Ketten o kreisen können, haben die Wände h unten Kautschukschürzen i, welche Schlitze für die Gliederketten besitzen. Die Schlitze der Rohre m können durch Hakenstäbe s, welche durch Stopfbüchsen nach aussen gehen, offen gehalten werden. In jenen Fällen, wo der Platz für diese Einrichtung mangelt, schlägt Warren Curtis eine Abänderung nach amerik. Patent 632517und D. R.-P. 105100 vor. Darnach wird statt des langen Behälters ein zylindrischer Bottich gewählt, von dessen Boden ein kreisender Abstreifer die abgesetzten Teile in Abfallrinnen schiebt.

Vieles haben jene Stoffänger für sich, welche nach Art der Rundsiebmaschinen die Fasern aus einem Bottich entnehmen, in welchen das Abwasser der Papiermaschine geleitet wird. Allerdings gelingt es dabei nicht immer die Abwässer vollständig zu reinigen, so dass eine Nachreinigung erforderlich wird. Aehnliches finden wir bei dem Stoffänger von Robert Dietrich in Merseburg nach D. R.-P. 124147. In Fig. 97 soll bereits vorsortiertes Wasser durch a zufliessen, die Wand b umströmen und an den sich drehenden Siebzylinder c gelangen. An diesen legen sich die Fasern, während das gereinigte Wasser durch den Trommelhals d abzieht. Die Fasern auf c werden durch die Gautschwalze e abgenommen und von dieser durch den Schaber f, sowie durch die anschliessende schiefe Ebene in die Stoffbütte zurückgeleitet.

Textabbildung Bd. 318, S. 618

Es ist dadurch wohl viel an Fasern wiederzugewinnen möglich. Dietrich gibt den Gewinn auf 10 v. H. an, aber unausweichlich gehen hier wie durch jedes andere Sieb auch Fasern verloren. Dem sucht Albert Bergström in Bosjön nach amerik. Patent 622439 dadurch vorzubeugen, dass er das Wasser, welches bei dem Eintauchen des Rundsiebes in das Stoffwasser zuerst durch die Maschen geht, gesondert auffängt und wieder an den Einlauf zurückführt. Später ist das Sieb bereits mit Fasern belegt, welche als Filterschicht wirken und somit auch feinste Teile zurückhalten.

(Fortsetzung folgt.)

Neuerungen an Fahrrädern.

(Fortsetzung von S. 601 d. Bd.)

Einen senkrecht in den Rahmen eingebauten Motor der Adler – Fahrradwerke vormals H. Kleyer in Frankfurt a. M. zeigt Fig. 41. Neben dem Akkumulator und dem Oelbehälter ist auch der Induktionsapparat in den Benzinbehälter, der durch ein wagerechtes Rohr unterstützt wird, verlegt. Hinter dem Steuerrohr befindet sich die Oel-pumpe, sodass sie während der Fahrt benutzt werden kann. Auch hier ist zwischen Auspuffnocken und Ventilstange des Auspuffventils ein Ventilheber angeordnet, welcher beim Schieben, Anfahren usw., um die im Zylinder befindliche Kompression aufzuheben, durch ein Stängchen mit Handgriff das Ventil offen hält. Diese Anhebevorrichtung hat noch den Vorteil, geräuschlos an Fuhrwerken vorbeifahren zu können unter gleichzeitiger Herabminderung der Motorgeschwindigkeit, was dadurch geschieht, dass sich das Ansaugventil jetzt nicht mehr öffnen kann; dagegen gelangen durch das Auspuffventil immer wieder verbrannte Gase in das Zylinder-Innere. Auch bei sonstigen Anlässen, wo die Fahrgeschwindigkeit herabgesetzt werden muss, ist das Anheben des Auspuffventils von Vorteil, da bei einfachem Anziehen des erwähnten Stängchens die Motorgeschwindigkeitvermindert wird, ohne die Zündung oder die Drosselung oder beide betätigen zu müssen. Der Auspufftopf ist nach vorn verlegt, jedoch so konstruiert, dass nicht nur das Geräusch bei normalem Betrieb vermindert, sondern auch der Fahrer in keiner Weise von den abziehenden Gasen belästigt wird.

Der Motor entwickelt 2 PS und gibt dem Fahrzeug auf ebener Bahn eine Geschwindigkeit bis zu etwa 50 km in der Stunde. Der Akkumulator reicht für eine Fahrt von 2-3000 km aus, und kann an jeder Ladestation leicht geladen werden. Zum Antrieb dient ein Riemen, der während der Fahrt durch eine Rolle mittels einer links am oberen Rahmenrohr geführten Stange gespannt wird. Ferner ist selbsttätige Auslösung des Kontaktes vorgesehen. Bei leichtem Anziehen der Vorderradbremse wird die Zündung unterbrochen, und die Fahrgeschwindigkeit, ohne das Gemisch zu verändern oder das Auspuffventil anzuheben, für kurze Zeit verringert.

Bei dem Zweisitzer der Brennabor – Fahrradwerke von Gebr. Reichstein in Brandenburg a. H. (Fig. 42) ist die Trockenbatterie hinter den ersten, und der Induktionsapparat