Text-Bild-Ansicht Band 320

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eine möglichst breite Befestigung am Rahmen, der an dieser Stelle deshalb auch als Platte ausgebildet ist, s. Fig. 35 (Schnitt). Zu erwähnen ist noch, dass auch die Rohranschlüsse von den Zylindern nach dem Sattelstück mit Stopfbüchsen gedichtet sind, um alle Klemmungen zu vermeiden.

Die Wirkungsweise der Schieber entspricht der der bekannten Vauclainschen Bauart mit dem Unterschied, dass die einzelnen Kanäle weiter auseinander liegen. Der Dampf strömt durch das in Fig. 35 (Schnitt A–A) sichtbare Rohr in den äusseren Schieberkasten des Hochdruckzylinders, von dort durch einen der beiden (äusseren) Ringkanäle um den Schieberkörper herum in den Zylinder (Fig. 39 und 40, Schnitt durch den Schieberkasten). Der Auspuffdampf des Hochdruckzylinders geht durch den Schieber hindurch in das Innere der Laufbüchsen, die also hier den Aufnehmer vertreten, und wird durch den Niederdruckschieber in die Ringkanäle dieses Zylinders geleitet. Der Auspuff von hier geht um den Schieber herum in das Ausströmrohr.

Die Bauart und Wirkungsweise der ganzen Anordnung ist sicherlich sehr einfach, in bezug auf Wärmeausnutzung hat sie aber alle Mängel der Woolfschen Bauart. Besonders nachteilig ist jedenfalls die Unmöglichkeit, das Füllungsverhältnis der beiden Zylinder nicht ändern zu können.

(Fortsetzung folgt.)

Brinells Untersuchungen mit seiner Kugelprobe.

(Schluss von S. 283 d. Bd.)

3. Einfluss verschiedener Kohlenstoff-, Silizium- und Mangangehalte auf die Härte von Eisen und Stahl.

Brinell wendet schon seit einer Reihe von Jahren die Kugelprobe als Kontrolle der bekannten Schmiedeprobe beim Martinprozess an.

Zur Ausführung der Schmiedeproben dienten Gussproben von 75 × 75 × 100 mm; sie wurden bis auf 28 mm Stärke ausgeschmiedet und dann wurde ein Stück von 65 mm Länge für die Eindruckversuche abgetrennt. Um eine gewisse Einheitlichkeit in der Wärmebehandlung zu wahren, wurden sämtliche Probestücke bis 800° erhitzt und langsam an der Luft abgekühlt.

Textabbildung Bd. 320, S. 294

Auf der Pariser Ausstellung im Jahre 1900 führte Brinell die Ergebnisse von ungefähr 1500 verschiedenen Schmelzen vor und hat damit ein ausserordentlich umfangreiches und wertvolles Material zur Beurteilung des Einflusses von Kohlenstoff, Silizium und Mangan auf die Härte geliefert. Axel Wahlberg hat die Brinellschen Ergebnisse zusammengefasst und nach wachsendem Mangangehalt systematisch in 11 Gruppen eingeteilt (s. Tab. II) derart, dass der Mangangehalt beträgt in Gruppe 1 = 0,18–0,24 v. H., in 2 = 0,25–0,34 v. H. und so fort, wachsend von Gruppe zu Gruppe um je 0,1 v. H. bis zu 1,15–1,24 v. H. bei Gruppe 11.

In jeder Gruppe sind die Schmelzen wieder nach steigendem Silizium- und Kohlenstoffgehalt geordnet und die zugehörigen Härtezahlen angegeben. In Tab. II sind nur die Werte für die Gruppen 2, 3, 4 aufgeführt; ferner sind die Ergebnisse für Gruppe 3 in Fig. 5 graphisch dargestellt.

Phosphor- und Schwefelgehalt sind in der Urschrift nicht besonders angegeben, sondern es wird ganz: allgemein mitgeteilt, dass der Phosphorgehalt zwischen 0,024–0,029 v. H. und der Schwefelgehalt zwischen 0,005–0,020 v. H. schwankt.

Um den relativen Einfluss von Kohlenstoff, Silizium und Mangan auf die Härte besser verfolgen zu können, hat Wahlberg aus dem vorhandenen Material diejenigen Schmelzen herausgegriffen, deren Gehalt an zwei von den in Betracht kommenden drei Elementen innerhalb bestimmter ziemlich enger Grenzen: gleich ist, und hat nun die Härtezahlen dieser Schmelzen nach steigendem Gehalt des dritten Elementes geordnet.

Man erhält also für drei sonst gleich zusammengesetzte Gruppen getrennt den Einfluss von steigendem Gehalt an Kohlenstoff, Silizium und Mangan. In Tab. III ist für die miteinander zu Vergleichenden Schmelzen ein Kohlenstoffgehalt von 0,2–0,4 v. H. (Reihe 2 und 3), ein Siliziumgehalt von 0,1–0,5 v. H. (Reihe 1 und 3) und ein Mangangehalt von 0,2–0,6 v. H. (Reihe 1 und 2) zugrunde gelegt. Die Schlusswerte der Tab. III (s. a. Schaulinien Fig. 6) zeigen eine durchschnittliche Härtesteigerung für je 0,1 v. H.:

Kohlenstoff um 19,3 Einheiten,
Silizium 6,4
Mangan 4,0

Das Härtevermögen dieser drei Elemente verhält sich: also ungefähr wie

.

Die Kohlenstoffkurve A (Fig. 6) zeigt bei 1,05 bis