Text-Bild-Ansicht Band 322

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Eisenbahnunterquerung der Leidener Strasse bei Utrecht.

Von F. Kerdijk, Ingenieur, Laren N. H. (Holland).

(Schluß von S. 11 d. Bd.)

Trogprofil des wagerechten Teils ausserhalb der Brücke.

In dem wagerechten Teil ausserhalb der Brücke hat der Trog den gleichen Kräften Widerstand zu leisten, es fehlen jedoch die Stützpunkte zur Aufnahme des seitlichen Wanddruckes, wogegen eine größere Breite für die Konstruktion zur Verfügung steht. Fig. 9 gibt das diesen Umständen angepaßte Profil mit seitwärts ausladendem Boden wieder. Der Kanal, welcher außerhalb der Brücke unmittelbar neben dem Trog herläuft, erhält eine hölzerne Futterung, während der Raum zwischen Kanalwand und Trog mit Sand ausgefüllt eine kräftige, federnde Sicherung für letzteren darbietet.

Textabbildung Bd. 322, S. 23
Textabbildung Bd. 322, S. 23

Die beiderseitige Verbreiterung des Trogbodens dient einerseits zur Anordnung von Rippen, welche im jeweiligen Abstand von 1 m die Seitenwand versteifen, während andererseits der ausragende Rand mit Boden beschwert eine vorteilhafte Vergrößerung des Eigengewichts des Troges zuließ.

Die Rippen hätten eine leichtere Konstruktion der Seitenwand erlaubt, jedoch hielt man die gleiche Dicke wie unter der Brücke bei, zwecks bequemerer Ausführung. Bei der Berechnung betrachtete man Boden, Seitenwände und Rippen als ein unveränderliches Ganzes, Fig. 10 gibt das Kräfteschema, wobei H = Resultierende aus Boden- und Wasserdruck und R = Resultierende von allen senkrechten Kräften links von A. Die unbekannte Reaktion A wurde wieder aus

ermittelt.

Ergebnis unter der Voraussetzung der losen Auflagerung in A, B und A:

Reaktion A = + 1750 kg
B = – 6100 kg
Max. Moment links von A = 255600 cm/kg
rechts von A = 174000

Mittlere Ergebnisse:

Reaktion A = + 1545 kg
B = – 5700

Bei dem Max. Moment, welches der Berechnung zugrunde gelegt wurde, entstehen die folgenden Spannungen:

.

Die Verbindung zwischen Pfahl und Längsbalken muß imstande sein, den Unterschied zwischen Momente rechts und A links = 81600 cm/kg aufzunehmen, was nach Zuziehung der Druckspannung in dem Pfahl durch Reaktion A eine max. Zugspannung von 790 kg/qcm in den Eisenstangen des Pfahles ergibt (für den seltenen Fall, des Hochwassers bis 0,40 + NW) Der Widerstand der Pfähle im Boden darf nicht auf mehr wie 9–12000 kg veranschlagt werden; wir kommen hierauf noch zurück. Fig. 11 zeigt die Einzelheiten der Armierung des zuletzt besprochenen Profils.

Profil des Troges in den höheren Teilen (Fig. 12).

Textabbildung Bd. 322, S. 23

Die allgemeine Form dieses Profils hat mit dem vorher besprochenen große Uebereinstimmung, jedoch sind einige