Text-Bild-Ansicht Band 322

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im Betriebe bleiben, d.h. ein erheblicher Teil des ursprünglichen Anlagekapitals ist selbst in diesem Falle nicht umsonst ausgegeben oder jener spätere Uebergang zu der jetzt wirtschaftlicheren Beleuchtungsart ist ganz wesentlich erleichtert.

Wie eingangs bereits erwähnt, beschränkt sich aber die Anwendbarkeit der Aërogengasbeleuchtung nicht auf ganze Ortschaften, sie paßt sich auch sehr gut den Forderungen an, die bei Beleuchtung eines einzelnen Gehöftes, Landhauses usw. auftreten. Eine solche sogenannte Hausgasanlage finden wir auf Fig. 10 dargestellt. Alle geschilderten Teile kehren hier in entsprechender Ausführung wieder, der Gaserzeuger, der Benzinbehälter mit Schöpfwerk, der Gasmesser, Gasbehälter und der Motor. Letzterer ist hier mit Rücksicht auf die nur sehr kleine erforderliche Betriebskraft als Heißluftmotor ausgebildet, der durch das selbst erzeugte Aërogengas betrieben wird. Vorn am Gasbehälter sehen wir noch eine Vorrichtung zur selbsttätigen Abstellung der Gaserzeugung. Sie besteht aus einem in das Verbindungsrohr zwischen Gasmesser und -behälter eingeschalteten Hahn, der durch Gewichtshebel und Lenker bedient wird, und von dem auch das Gasrohr zur Motorflamme abzweigt. Ist der Hahn offen, so kann die Motorflamme entzündet und dadurch die Anstalt in Betrieb gesetzt werden. Die Behälterglocke steigt nun, nimmt den Gewichtshebel mit und stellt sich selbst und den Hahn entsprechend dem grade vorhandenen Verbrauch ein. Steigt dieser, so sinkt die Glocke, wird dagegen weniger Gas gebraucht, so geht sie nach oben, und hört schließlich der Verbrauch ganz auf, so gibt in der höchsten zulässigen Stellung der Glocke der Lenker den Gewichtshebel frei, er fällt und sperrt den Hahn ab. Dadurch erlischt aber auch die Motorflamme und der Betrieb der Anlage ist überhaupt zu Ende. Man setzt also diese still, indem man abends in irgend einem beliebigen von ihr fern gelegenen Orte die letzte Flamme löscht.

Textabbildung Bd. 322, S. 247

Schließlich sei noch auf den „Gewichtsapparat“ für ganz kleine Anlagen mit sehr wechselndem Bedarf, wie Restaurants und dgl., hingewiesen, bei dem jeder motorische Antrieb vermieden ist. Fig. 11, die wohl ohne weiteres verständlich ist, gibt ihn wieder. Bemerkt sei nur, daß auch hier durch eine besondere Einrichtung die Erzeugung des Gases nach dem Verbrauche geregelt wird. Bei dem Druckregler, einem kleinen Gasbehälter, der hinter dem Schöpfwerk usw. oben auf dem Tische steht, wird nämlich die Glocke auf einem Mittelrohre geführt, welches zugleich als Luftzuführungsrohr des Gebläses dient. Ist nun die Glocke gefüllt und wird kein Gas gebraucht, so schließt sie das Rohr ab und bremst damit das Gebläse und so auch das Gewicht. Die Leistungsfähigkeit dieses Apparates hängt natürlich sehr von der Fallhöhe ab, die man dem Gewichte geben kann. Beträgt diese z.B. 12 bis 14 m, so können mit dem größten Modell 4 Stunden hindurch je 12 cbm entsprechend etwa 120 Flammen zu 45 H. K. erzeugt werden, ehe ein Wiederaufziehen des Gewichtes erforderlich ist. Dieses letztere kann übrigens auch während des Betriebes vorgenommen werden.

(Schluß folgt.)

Graphodynamische Untersuchung einer Heusinger-Joy-Steuerung.

Ein Beitrag zur Erkenntnis der Bewegungsverhältnisse der Steuerungsgetriebe.

Von Dipl.-Ing. Eduard Dafinger, München.

(Fortsetzung von S. 236 d. Bd.)

Nach den vorstehenden Konstruktionen können in der zu untersuchenden Steuerung für jede durch eine Kurbelstellung bedingte Lage des Steuerungsgetriebes Geschwindigkeit und Beschleunigung jedes ausgezeichneten Punktes desselben und die durch die letztere hervorgerufenen Massendrücke an den Gelenken bestimmt werden. Um ein genaues Bild dieser veränderlichen Werte zu haben, ist es notwendig, ihre Bestimmung sowohl für eine größere Anzahl von Kurbelstellungen als auch für mehrere Steinstellungen durchzuführen, da für jede neue Steinstellung die Bewegung der Punkte M, N, L, H und I eine andere sein wird. Von praktischer Bedeutung sind hauptsächlich diejenigen Steinstellungen, welche die grössten Werte für Geschwindigkeit, Beschleunigung und Kraft ergeben. Voraussichtlich wird dies eine der beiden Steinstellungen sein, bei denen der Stein sich in bezug auf die Kulisse in seiner Endlage befindet, wenn also der Steuerhebel voll ausgelegt ist. Es ist dabei angenommen, daß die Steinlagen H symmetrisch zum Kulissenaufhängepunkt G liegen, wenn die Kurbel in der Totlage ist. Von vornherein zu sagen, für welche Steinlage – ob für die oberste, die dem Vorwärtsfahren entspricht, oder für die unterste, die dem Rückwärtsfahren der Maschine entspricht – Geschwindigkeit, Beschleunigung und Massendruck am größten wird, ist unmöglich. Die Steuerung ist demgemäß bei beiden Steinstellungen zu untersuchen, wobei es wichtig ist, aus dem Ergebnis der Untersuchung zu sehen, daß die Unterschiede in den Ergebnissen für oberste und unterste Steinstellung keine nennenswerten sind. Eine weitere ausgezeichnete Steinstellung ist noch die mittlere, d.h. jene, bei welcher der Stein vom Springen abgesehen, mit G zusammenfällt und in bezug auf die Kulisse in Ruhe bleibt. Von dieser Mittelstellung läßt sich ohne weiteres sagen, daß für sie die Geschwindigkeiten, Beschleunigungen und Kräfte nicht größer werden, als bei den Endlagen des Steins. Für einige besondere Punkte ist auch die Bewegung des Getriebes bei der mittleren Steinstellung untersucht worden, um zu zeigen, daß sie ähnlich verläuft, wie bei den Endlagen des Steins. Die Bewegungen der Punkte A, B, R, C, E und F sind für alle Steinlagen die gleichen und die Bewegung der Punkte I, H, L, M und N ward bei der Mittelstellung des Steins vorwiegend ihrer Größe nach eine andere sein; sie wird kleinere Werte für Geschwindigkeit und Beschleunigung ergeben als die Bewegung bei den Endlagen des Steins. Es ist somit anzunehmen, daß alle, zwischen Mittel- und Endstellung des Steins liegenden Steinstellungen keine besonders charakteristische Bewegung im Steuerungsgetriebe veranlassen.

Zur Durchführung der vorliegenden Aufgabe wurde der Kurbelkreis in 16 gleiche Teile geteilt (Fig. 1). Jeder Teilpunkt bezeichnet eine ganz bestimmte Kurbelstellung, für die man die Lage jedes Gelenkpunktes mit Hilfe von Zirkel und Lineal oder eines aus Papier gemachten Modells der Steuerung festlegt. Werden die einzelnen