Text-Bild-Ansicht Band 322

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waldige und auch häufig wasserreiche Gegend, damit aber auch auf die dort in der Regel leicht zu habende Wasserkraft bedacht, um durch Kürze in der Zustreifung2) die Kosten des Rohholzes für die Schleiferei herabzumindern. Nachdem doch der Schleifer an sich unter sonst ähnlichen Umständen allerorten ziemlich gleich teuer einzuschätzen ist, spielen neben den Arbeitslöhnen vor allem die Kosten des Rohmaterials eine nicht unmerkliche Rolle. Wenn z.B. in Ostnorwegen das für eine Tonne Schliff (trocken gedacht) notwendige Holz mit 25–30 M., in Kanada aber nur mit 13,5–22 M. zu veranschlagen ist, so ist dies für die Gestehungskosten gewiß schon von Wichtigkeit, und macht im Verein mit den Lohn- und Transportverhältnissen das Ringen im Wettbewerb da schwerer, dort leichter. Daß hierzu auch noch in der Regel die Zollpolitik der Einzelstaaten Einfluß nimmt, ist fast selbstverständlich, wenn auch für den rohen Schliff (und auch Zellstoff) häufig geringere Zolltarife bestehen, was begreiflicherweise nach Tunlichkeit ausgenützt wird. Gegen Mißbräuche besteht bekanntlich die Bestimmung, daß solches pappenartiges Material von eigentlicher Pappe unzweifelhaft sich unterscheiden muß, weshalb reiche Lochung vorgeschrieben ist. Hierfür schlägt neuestens Lindberg in Gothenburg nach D. R. P. 126266 das Lochen auf der Formatwalze durch die Einwirkung von Luft oder Wasserstrahlen vor. Die Abfälle werden von einem Filz mitgenommen und abgestreift.

Wenn früher gesagt worden ist, daß der Schleifer an sich allerorten gleich hoch einzuschätzen sei, so ist selbstredend nur das gemeint, daß eben etwas wirklich Gutes sich bald verbreitet und solcherart naturgemäß ähnliche Vollkommenheit in den Konstruktionen sich, durch den Wettbewerb erzwungen, bald an den verschiedensten, oft weit abliegenden Orten einstellt. Selbstredend ist es aber, daß trotz der weitgehenden Durchbildung, welche auch die Schleifer, die Défibreure, bisher erfahren haben, Verbesserungen nach manchen Richtungen immer wieder gesucht werden.

Was den unmittelbar schleifenden Teil, den Stein der Holzschleifer anlangt, so ist es bekannt, daß verläßliche Steine nicht allzu häufig vorkommen, daß man immer darauf gefaßt sein muß, im Innern, in das man eben nicht gut hineinsehen kann, Hohlräume zu haben. Gegenüber solchen vollständig im Ganzen gewachsenen Steinen haben die aus einzelnen Teilen zusammengesetzten insofern mehr Vertrauenswürdigkeit, als man kleinere Teile leichter hinsichtlich unganzer Stellen zu untersuchen vermag. Nach dieser Richtung sind bereits manche Anordnungen bekannt, welche darauf hinausgehen, einzelne Steinteile in solider Verbindung zu einem großen Stein zusammenzusetzen, oder in einen Grundkörper andere scharfe, schleifend wirkende Teile einzusetzen. Im D. R. P. 128092 gibt Paul W. Meyer in Siegmar einen neuen Vorschlag, wonach Steinring-Segmente mit Hilfe fester eiserner Armkreuze, sowie solider Verschraubung der schwalbenschwanzartigen Verbindung zwischen Stein und Armkreuz zu einem zylindrischen Steine für die Erzeugung von Holzschliff gestaltet werden.

Dr. Klinisch in Wien will nach D. R. P. 136820 den Schleifstein für Holzschliff mit eigentümlichen Einsatzwerkzeugen ausstatten, welche mit ring- oder schraubenförmigen, in der Umdrehungsrichtung des Steines verlaufenden Rillen versehen sind, wobei aber diese unmittelbar schleifend wirkenden Werkzeuge auch noch mit einer Schraubenstellung versehen werden, um ihre Wirkung tunlichst bequem regeln zu können.

Wilhelm Unger in Eibenstock versucht nach D. R. P. 129159 einen zylindrischen Stein mit schleifender Mantelfläche dadurch geeigneter zu machen, daß er ihn mit nach Schraubenlinien verlaufenden Nuten versieht, welche aber paarweise entgegengesetzt geneigt sind, so daß sie keilartig gegen einander laufen. Dadurch soll vermieden werden, daß die zu schleifenden Holzstücke sich nach. einer Seite schieben und zusammendrängen und so empfindliche und gefährliche Ungleichmäßigkeiten und Störungen hervorrufen. Auch die Schärfrollen für die Steine, um die schleifende Fläche von neuem angriffsfähig zu machen, wenn sie durch die Arbeit wirkungslos geworden ist, werden nach dem Vorschlag von Chr. Elsenhans in Gernsbach (D. R. P. 138202) aus Ringsegmenten zusammengesetzt, welche durch schwalbenschwanzartige Verbindung und Verschraubung die schärfende Mantelfläche ergeben. Die Herstellung einer solchen Rolle ist billiger und sicherer als die der Schärfrollen im Ganzen, weil bei diesen, die ja sehr hart hergestellt werden müssen, auf viel Ausschuß zu rechnen ist, während die Erzeugung der kleineren Ringsegmente weitaus weniger Schwierigkeiten verursacht.

Der Vorschlag von J. W. Hoover (amerikan. Patent 714182), nach dem an Stelle schleifend wirkender Organe eine eigentümliche Gruppierung von den bekannten Taumelsägen (schief gegen die Achse gerichteten Sägeblättern), auf ein und derselben Achse aufgekeilt, aber durch keilförmige Ringe getrennt, treten soll, scheint dem Berichterstatter für die Erzeugung von Holzschliff nichts zu versprechen.

(Fortsetzung folgt.)

Der Spannungszustand einfach geschlungener Drahtseile.

Von Dipl.-Ing. Friedrich Berg, Ueberbau bei Darmstadt.

(Schluß von S. 292 d. Bd.)

A. Gleichgewichtsbedingungen für die an einem Drahtelement wirkenden inneren Kräfte und Kräftepaare.

a) Die drei Gleichgewichtsbedingungen für die Kräfte am Drahtelement.

Das Gleichgewichtssystem der inneren Kräfte an ds (abgesehen von den Kräftepaaren) besteht aus:

den Normalkräften K,

den Schubkräften S und T und

den Pressungen pds.

Als Bezugsachsen für die Aufstellung der Kräftegleichungen wähle man ein Achsenkreuz mit dem Schwerpunkt C des Drahtelementes als Ursprung.

Die Achsenrichtungen seien ebenfalls durch Tangente, Normale und Binormale der Schraubenlinie in C gegeben. Die Projektion sämtlicher Kräfte des Schraubenelementes in Richtung der Normalen auf die rektifizierende Ebene im Punkte C (s. Fig. 6) ergibt die Gleichgewichtsbedingungen:

1. in Richtung der Tangente;

K = K. . . . . . . 1)

2)

Allerdings kann da auch manches durch geschickte mechanische Förderang des Holzes erreicht werden. So finden sich z.B. lange Förderketten in amerikanischen Schleifereien zwischen diesen und den Holzplätzen u.a.m.