Text-Bild-Ansicht Band 322

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Auf der Hauptwelle a sind die Exzenterscheiben b' angedreht, über diese dierrin Exzentege c' mit Deckel d' geschoben (Fig. 84 u. 88). Durch die Exzenterstange f' wird der Schlitten g' betätigt, welcher mittels des schrägen Gelenkstückes h' den Querschlitten i' treibt, welcher den Seitenstempel trägt. Diese doppelten, gegensätzlich gerichteten Querschlitten i' sind in Fig. 89 ersichtlich, welche den Querschnitt der Bettplatte der Maschine deutlich zeigt.

Der Schlitten g' trägt das stellbare Röllchen k', welches die Hakenstange l' verschiebt und dadurch den Hebel m' dreht, welcher auf der bereits früher beschriebenen federgespannten Fingerwelle t sitzt.

Besonders bemerkenswerte Einrichtungen besitzt das in Fig. 90 dargestellte Kupplungsschloß. Auf den hervortretenden Bund der Hauptwelle a ist die Scheibe b gekeilt. Diese paßt mit ihrem kegelförmigen Rand in den Innenrand der Schwungscheibe c, welche mit dem Bremsring d aus Rotguß ausgefüttert ist. Diese Schwungscheibe c dreht sich lose und frei mit ihrer ausgegossenen Nabe auf dem Zapfen f der Welle a. Zwischen beiden Naben der Scheiben b und c ist ein Ring g eingelegt, auf den drei Windungsfedern h wirken, welche an stellbaren Bolzen i sitzen, die in Aussparungen der Schwungradnabe liegen. Hierdurch kann die Stärke des Andruckes geregelt werden, durch den die achsialverschiebbare Schwungscheibe c nach rechts, aus der Verbindung mit der Scheibe b gebracht wird. Alsdann tritt sofortiger Stillstand der Antriebwelle a ein, sofern die Schwungkraft der Scheibe b gehemmt wird, wozu das Bremswerk dient.

Um aber den Antrieb der Welle a zu besorgen, ist eine Verschiebung der Schwungscheibe c nach links erforderlich, welche die Verkupplung der Scheibe c mit der Scheibe b herbeiführt. Hierzu ist an die Stirnseite der Schwungradnabe die Druckscheibe k angeschraubt, gegen welche der Kolben l wirkt, der im Zylinder m spielt und mittels Lederstulpes n abgedichtet ist. Der Kolben l sowohl als auch der Zylinder m laufen frei auf dem abgesetzten Zapfen o der Hauptwelle a.

Der Zylinder m wird hierbei in achsialer Richtung durch die Rundmutter p gesichert, während eine Verdrehung zwischen Kolben l und Zylinder m durch das eingelegte Lineal q verhindert wird. Dadurch wird der Schmierapparat r geschont, der die Schmierung zwischen Druckring k und Kolben l besorgt.

Für die Zuführung des Preßwassers in den Zylinder m ist der Wellenzapfen in der Achse ausgebohrt und mit Querlöchern versehen, welche in den Zylinderraum hinter dem Kolben münden. Außerdem wird durch das eingeschraubte Zwischenrohr s das eigentliche Endrohr t geführt und abgedichtet, während der weitere Rohranschluß an die Leitung durch das Aufsatzstück u besorgt wird.

Das vorerwähnte Bremswerk ist in Fig. 91 dargestellt und liegt wie aus dem Lageplan (Fig. 81) zu ersehen ist, an der hinteren Seite der Schwungscheibe.

In Fig. 91 ist c die Schwungscheibe mit dem Futterring d, und b die auf die Hauptwelle a aufgekeilte konische Antriebscheibe. An die Stirnseite der letzteren ist das Bogensegment f geschraubt, welches eine Ausdehnung von ein Sechstel des ganzen Scheibenumfanges besitzt.

Dieses Bogensegment f greift zwischen Bremsbacken g ein, die im festen Block h und in dem verschiebbaren Gleitstück i liegen.

Der feste Block h, der auf der Bettplatte k verstellbar ist, aber fest aufgeschraubt wird, enthält den Preßzylinder l, in welchem der Kolben m gleitet, der mittels Mutter n und Bolzen o das Gleitstück i nach links schiebt, wobei die Schraube p zur Parallelführung vorgesehen ist. Sowie Preßwasser zum Zylinder l zugeleitet wird und das Bogensegment im Bereich der Bremsbacken liegt, erfolgt eine wirksame Bremsung der Schwungscheibe b und ein sofortiger Stillstand der bewegten Teile der Maschine. Während dieses Stillstandes erfolgt das Einlegen des erwärmten Rohstückes.

Textabbildung Bd. 322, S. 406
Textabbildung Bd. 322, S. 406

Um aber den Arbeitsgang regelrecht durchzuführen, wird die Zuleitung von Preßwasser nach der Bremse erst dann erfolgen können, nachdem das Kupplungsschloß davon befreit, also der Antrieb abestellt ist. Ebenso wird vor Einrückung der Kupplung die Bremse vorher gelüftet, also das Preßwasser abgeleitet sein müssen. Um nun die Steuerung dieser im Verteilungskopf befindlichen Ventile ordnungsgemäß zu besorgen, ist das mit dem Tritthebel h'' (Fig. 84) verbundene Schaltwerk a'' vorgesehen, welches als unwesentlich hier nicht weiter beschrieben ist.

Neuerungen in der Papierfabrikation.

Von Professor Alfred Haussner, Brünn.

(Fortsetzung von S. 350 d. Bd.)

γ) Zellstoff.

Neben der weiteren Ausübung bekannter Verfahren, um insbesondere aus Holz Zellstoff zu gewinnen, tauchen unermüdlich immer wieder neue (oder auch schon alte)