Text-Bild-Ansicht Band 322

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Luftzuführung nach dem Feuerungsraum und endlich eine Erhöhung der Verbrennungstemperatur im Feuerungsraum.

Die vorgenannten, zur Erzielung einer wirklich guten Rauchverbrennungseinrichtung berücksichtigten Momente sind längst bekannt und ihnen ist auch schon von vielen Feuerungstechnikern durch die verschiedenartigsten Konstruktionen Rechnung getragen, jedoch liegt der Wert der hier besprochenen Einrichtung, wie bereits vorerwähnt, in der Einfachheit der Konstruktion. Irgendwelche Gestänge, Hebelübersetzungen, Oelzylinder usw. kommen nicht zur Anwendung, sondern nur ein Hemmwerk, welches direkt an der Tür befestigt und so ausgebildet ist, daß die an der Tür auftretenden Temperaturschwankungen auf dasselbe ohne Einfluß sind. Es bleibt noch zu erwähnen, daß die ganze Form der Feuertür in keinem Falle dem Heizer bei der Bedienung des Kessels hinderlich wird. Da auch die Montage, wie aus den vorstehenden Figuren ersichtlich, sehr einfach ist, so dürften die Anschaffungskosten auch wohl für die ganze Einrichtung nicht gerade hoch sein.

Mit der Einrichtung sind auf den Berliner Städtischen Wasserwerken in Lichtenberg amtlich Vergleichsversuche angestellt und diese, als auch die bei einer Reihe Industriefirmen erzielten Ergebnisse haben einen durchschlagenden Erfolg in bezug auf Wirkung und Nutzeffekt ergeben.

Die während der amtlichen Versuche gemachten Aufzeichnungen sind aus den Diagrammen (Fig. 4 u. 5) ersichtlich und dadurch ganz besonders interessant, daß sie in ihrem Zusammenhang ein klares Bild über die Rauchverminderung, wie auch über die Vorgänge im Kessel während der Versuche ergeben.

Die Apparate werden geliefert von der Firma Müller & Korte in Pankow bei Berlin.

Zeitschriftenschau.

Apparate.

Torsionskraftmesser. (Denny und Hamilton Gibson.) Seit Einführung der Schiffsturbinen, bei denen man die Leistung nicht mittels Indikatoren messen kann, hat das Bedürfnis nach einem Mittel zur Bestimmung der an die Schraubenwelle abgegebenen Leistung zu mehreren Lösungen dieser Aufgabe geführt, welche alle darauf beruhen, die Verdrehung der Welle über eine gewisse Länge zu bestimmen und aus dieser die übertragene Kraft zu berechnen.

Bei den beiden obengenannten Anordnungen werden zwei Scheiben in einem möglichst großen Abstand voneinander auf der Welle befestigt und deren Verdrehung gegeneinander bestimmt. Bei dem Apparat von Denny-Johnson (s. D. p. J. 1906, Bd. 321, S. 79) geschieht dies auf elektrischem Wege.

Bei dem zweiten Apparat („Flashlight“-Kraftmesser) haben die dünnen Scheiben nahe ihrem Umfange einen schmalen Schlitz. Eine Lampe, welche, ausgenommen eines ebensolchen Schlitzes abgeblendet ist, und ein Torsionssucher vervollständigen die Einrichtung. Befinden die vier Schlitze sich in der gleichen Radialebene, so sieht man beim Durchblicken durch das Okular des Torsionssuchers bei jeder Umdrehung einmal das Licht der Lampe. Sobald die Welle Kraft überträgt, werden die Scheiben durch die Torsion gegeneinander verdreht. Man verstellt nun die Scheibe, bei welcher der Sucher aufgestellt ist, so lange bis die Schlitze wieder in der gleichen Radialebene liegen und das Licht also wieder wahrgenommen wird. Die Größe der Verstellung gibt das Grundmaß für die Berechnung der Verdrehung.

Bei Turbinenanlagen braucht man wegen des gleichmäßigen Drehmomentes die Torsion nur an einem beliebigen Umdrehungswinkel zu bestimmen. Bei Kolbenmaschinen dagegen muß die Berechnung für mehrere Winkel erfolgen. Um diesen Zweck zu erreichen, werden die Scheiben statt mit einem mit mehreren Schlitzen versehen, welche spiralförmig angeordnet sind. Die Zahl dieser Schlitze kommt überein mit der Anzahl der Winkel, für welche man die Torsion bestimmen will. Der äußerste Schlitz mag z.B. dazu dienen, die Torsion zu bestimmen für die obere Totlage der Hochdruckkurbel usw. Das Licht und der Torsionssucher müssen radial verschoben werden, um jedesmal mit einem Paar Schlitze der rotierenden Scheibe übereinzustimmen. (The Engineer 1907, S. 312–313.)

Ky.

Bauwesen.

Die Dampfkraft-, Heizungs- und Lüftungsanlagen des Hotels St. Regis in New York City. (Ohmes.) Zu beheizen sind 17 Stockwerke durch Dampfluftheizung bei schwieriger Anordnung der in Amerika allgemein in Blech ausgeführten Kanäle und möglichst wenig Raumaufwand. Es wurden vier Heizzentralen eingerichtet, je eine im dritten Untergeschoß, im dritten, siebenten und zwölften Stockwerk. Bei allen maschinellen Einrichtungen ist zur Vermeidung von Betriebsstörungen eine Reserve vorgesehen. Die Kesselanlage besteht aus vier Heine-Wasserrohrdampfkesseln von je 335 qm Heizfläche, 5,57 qm Rostfläche und 7,9 at Ueberdruck. (Verfeuert wird feine Anthrazitkohle von 5–10 mm Korngröße, wovon 1000 kg frei in den Bunker geliefert 10,90 M. kosten.) Der 92 in hohe Schornstein erzeugt an seinem Fuße einen Zug von 22 bis 25 mm Wassersäule. Im Februar 1906 wurden täglich durchschnittlich 22100 kg Wasser von 96° C, verdampft, wobei jeweils drei Kessel im Betrieb sind. Der höchste Dampfverbrauch für die Dynamos ist abends, für die Aufzüge morgens für die Küche spät nachmittags; der Ammoniakkompressor wird jeweils in Zeiten geringeren Dampfverbrauchs in Betrieb genommen. Der tägliche Kohlen verbrauch betrug alsdann 35100 kg. Zum Rückpumpen des Heizungskondenswassers dienen drei Worthington-Duplexpumpen 191 × 137 × 152 (= Dampfzylinderdurchm. × Wasserkolbendurchm. × Hub der Pumpe in mm); eine gleiche Pumpe sowie zwei Injektoren sind Kesselspeisevorrichtungen. Das Hochdruckdampfkondenswasser aus Küche, Wäscherei usw. befördern zwei Worthington-Duplexpumpen 152 × 102 × 152 in den Kessel zurück, eine gleiche Pumpe das ölige Kondenswasser der Abdampfleitungen, Oelabscheider usw. in das Siel. Der Dampfverbrauch für die genannten Pumpen beträgt ungefähr 300 kg i. d. Stunde. Das Speisewasser wird vorgewärmt und in Filtern gereinigt. Die Hochdruckdampfleitungen sind teilweise doppelt, – mit Reservesträngen –, ausgeführt. Zur selbsttätigen Heizregulierung dienen zwei Duplexluftkompressoren 127 × 102 × 127, welche ungefähr 125 kg Dampf i. d. Stunde verbrauchen. Zwei Dampfdynamos von je 200 KW und zwei von je 300 KW erzeugen Gleichstrom von 119 Volt, welche für das Hausklingelsystem und die Feuermelder durch sogen. Motorgeneratoren auf 21 Volt reduziert werden. Der tägliche Verbrauch im Februar war 5400 KW, was einem Dampfverbrauch von ungefähr 3650 kg i. d. Stunde entspricht. Für die Hotelgäste sind vier hydraulische Aufzüge und für die Bedienung deren zwei vorgesehen; in den Untergeschossen befinden sich für Betriebszwecke vier weitere Aufzüge, für welche das Druckwasser in drei Verbund-Worthington-Duplexpumpen 355 × 508 × 279 × 381 geliefert wird. Außerdem laufen acht elektrisch betriebene Speiseaufzüge. Der Dampfverbrauch für die Aufzüge beträgt ungefähr 3650 kg i. d. Stunde. Das Oeffnen der Türen in jedem Stockwerk geschieht mit Luftdruck und wird durch einen am Boden