Text-Bild-Ansicht Band 322

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DINGLERS
POLYTECHNISCHES JOURNAL.

88. Jahrg., Bd. 322, Heft 33. Berlin, 17. August 1907.

Herausgegeben von Professor M. Rudeloff, Dozent an der Königl. Technischen Hochschule zu Berlin-Charlottenburg.

Textabbildung Bd. 322, Hefttitelillustration

Jährlich 52 Hefte in Quart. Abonnementspreis vierteljährlich 6 Mark, direkt franko unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich 6 M. 66 Pf., für das Ausland 7 M. 30 Pf. Redaktionelle Sendungen und Mitteilungen bittet man zu richten an Professor M. Rudeloff, Groß-Lichterfelde-West, Fontanestraße, die Expedition betreffende Schreiben an Richard Dietze, Verlagsbuchhandlung (Dr. R, Dietze), Berlin W. 66, Buchhändlerhof 2.

Das Bohren und Nieten von Eisenkonstruktionen mit elektrischen Pendelbohrmaschinen und elektrischen Nietmaschinen.

Von W. Schrader, Oberingenieur.

Trotz des großen Umfanges, den die Arbeiten an Eisenkonstruktionen in Maschinenfabriken und in Eisenkonstruktionswerkstätten heutzutage angenommen haben, vermißt man allgemein auf diesem Gebiete Arbeitsverfahren, die ganz der Eigenart der in Frage kommenden Gegenstände angepaßt sind und somit neben sachgemäßer und billiger Herstellung erstklassige Arbeit liefern.

Textabbildung Bd. 322, S. 513

Bei den meist vorkommenden Konstruktionen, Trägern für Brücken und Krane, Gerüsten aller Art, Dachbindern und dergl. mehr, besteht die auszuführende Arbeit darin, verschiedenartige Walzeisen mit Blechlaschen durch Nieten und Schrauben zu einer vollständigen Eisenkonstruktion zu vereinigen. Ein sehr wichtiger Teil der hierzu erforderlichen Bearbeitung besteht darin, die für die Verbindung der einzelnen Eisen erforderlichen Löcher zu bohren und darauf die Verbindung selbst in den meisten Fällen durch Nietung herzustellen.

Wählen wir als Beispiel für unsere Betrachtung einen als Gitterträger ausgebildeten Kranträger, wie er auf Fig. 1 sichtbar ist so besteht die Bohr- und Nietarbeit darin, die Winkeleisen der Untergurtung und der Obergurtung so zu bohren, daß sie miteinander und mit den senkrechten und diagonalen Stäben, mit den Ecklaschen und mit dem oberen und unteren Gurtungsflacheisen vernietet werden können. Bisher ist diese Arbeit meist so ausgeführt worden, daß die eine Lage der Winkel nach der Zeichnung angerissen