Text-Bild-Ansicht Band 322

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derart ausgebildet, daß der Preßraum entweder länger oder kürzer gemacht werden kann und eine derartige Form erhält, daß die Schnitzel bei der Pressung ihre Richtung nicht ändern. Ist der zylindrische Verschluß in seiner höchsten Lage, dann ist der Weg der Schnitzel durch den Preßraum p der kürzeste, die Abpressungszeit kurz und daher die Abpressung der Schnitzel eine geringere. Stellt man jedoch die Stellvorrichtung in ihre tiefste Lage, so verlängert sich der Pressungsraum um ihre ganze konstruktive Höhe, der Querschnitt der Austrittsöffnung liegt tiefer und ist kleiner, die Abpressungszeit dauert länger und die Abpressung ist eine höhere. Die Gesamtanordnung einer solchen Schnitzelpresse im Durchschnitt zeigt Fig. 16. Durch diese verbesserte Konstruktion ist eine etwaige Stauung der Schnitzel in der unteren Austrittsöffnung ganz ausgeschlossen; dabei bleibt jedoch die Leistungsfähigkeit der Schnitzelpresse oder die Menge der ausgepreßten Schnitzel fast dieselbe, wenn die Stellvorrichtung in ihrer höchsten oder in ihrer tiefsten Lage sich befindet, wobei der Prozentsatz der Trockensubstanz innerhalb der Grenzen von 10 – 16 v. H. je nach Bedarf, geändert werden kann. Was die Leistungsfähigkeit anbetrifft, so verarbeitet in 24 Stunden eine Presse mit einem nicht zu steilen Preßkonus bei 16 v. H. Trockensubstanz der ausgepreßten Schnitzel eine Menge derselben, die aus 1500 Meterzentner Rüben resultiert, vorausgesetzt eine entsprechende Diffusionsarbeit bei einer Temperatur von 85° C. Bei Schnitzeln guter Qualität kann man sogar 17 – 18 v. H. Trockensubstanz in den abgepreßten Schnitzeln erzielen, wie sich in den Zuckerfabriken Culmsee und Wischau ergeben hat.

(Fortsetzung folgt.)

Kleinere Mitteilungen.

Mittel zur Erhöhung der motorischen Leistungsfähigkeit von Torpedos.

Auf S. 535 u. f. des Jahrg. 1906 d. Zeitschrift sind vom Unterzeichneten die Vorteile der Verwendung überhitzter Druckluft zur Erhöhung der motorischen Leistungsfähigkeit von Torpedos dargelegt und eine hierzu geeignete Vorrichtung beschrieben worden.

Damals hat der Verfasser festgestellt, daß sich bei der Erhitzung der Druckluft um etwa 200° C von 17° auf 217° und Ausnutzung der Expansion bis auf – 3° C theoretisch eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Druckluft von 200 v. H, ergebe.

Auf S. 210 bezw. 716 d. Jahrg. 1907. der „Mitteilungen aus dem Gebiete des Seewesens“ Pola, ist nun über gelungene Versuche mit der Anwendung überhitzter Druckluft, welche die bekannte Firma Whitehead & Co. in Fiume angestellt hat, berichtet, und es dürfte von Interesse sein, die Daten hier anzuführen.

Der verwendete Torpedo, ein normaler 45 cm Torpedo, hatte früher bei „kalten“ Lanzierungen bei Ausnutzung seiner ganzen Kraft auf 2000 m eine Geschwindigkeit von 25,63 Knoten erreicht, nach Ausrüstung mit den Apparaten für Ueberhitzung der Druckluft durchlief der Torpedo eine Strecke von 2000 m mit einer Geschwindigkeit von 35 Knoten, 3000 m mit einer Geschwindigkeit von 30 Knoten.

Es war also eine Vermehrung des Arbeitsvermögens um mehr als 100 v. H. zu konstatieren. Ein und dieselbe Torpedogröße kann mithin bei gleichbleibender Luftmenge auf die doppelte Distanz mit erhöhter Geschwindigkeit lanziert werden. Außerdem hat man noch den großen Vorteil, daß schwerwiegende Nachteile, wie zu große Abkühlung, besonders in kalten Gewässern, vermieden werden.

Solch große Geschwindigkeiten sind auf die angeführte Entfernung überhaupt noch nicht erreicht worden, und es ist zu erwarten, daß Torpedos, die speziell für überhitzte Luft gebaut sind, noch bessere Resultate erzielen werden.

Die Firmen Whitehead und Armstrong haben in den letzten Jahren Patente auf geeignete Ueberhitzungsapparate erworben, doch sei darauf hingewiesen, daß der Verfasser schon im Herbste 1904 auf die Zweckmäßigkeit der Ueberhitzung hingewiesen und die hierzu geeigneten Einrichtungen angegeben hat.

Alexander Simon, Dipl.-Ing.

Zeitschriftenschau.

Dampfturbinen.

Dampfturbinen und Turbodynamos in betriebstechnischer Hinsicht. (F. Niethammer.) 1. Turbinen: Die Trommel als Schaufelträger hat viele Vorzüge vor den Scheibenrädern; sie stellt einen sehr steifen und einfachen Rotor dar mit geringeren Dampfreibungsverlusten als bei Scheibenrädern; bei letzteren muß die Abdichtung der einzelnen Druckräume gegeneinander durch zwischengebaute, bis zur Welle reichende Wände erfolgen. Das Einfräsen der Laufradkanäle in die vollen Scheiben hat man wegen seiner Kostspieligkeit und wegen des schwierigen Schaufelersatzes fast allgemein wieder verlassen. Bei der Rateau – Turbine werden die Schaufeln auf den umgebördelten Kranz der Radscheibe aufgenietet; die General-Elektric Co. N. Y. gießt die Laufradschaufeln der Curtis - Turbine in zwei Stahlgußringe, die mit dem Radkranz befestigt sind, ein. Die Elektraturbine mit radialer Beaufschlagung hat achsial überstehende Schaufefn, die durch einen Hauptschrumpfring auf den Kranz gepreßt werden; das durch die Fliehkraft des überstehenden Schaufelstückes hervorgerufene Moment wird durch einen weiteren kleineren Schrumpfring am Ende der Schaufeln aufgenommen. Bei der Zölly – Turbine werden neuerdings die Schaufeln mit einem passenden Ansatz in die ┴ - förmige Nut des Kranzes durch eine Reihe seitlicher Oeffnungen eingeführt und aneinandergereiht; die Oeffnungen werden darauf durch runde Stücke abgeschlossen. Die A. E. G. schiebt die Schaufeln durch eine seitliche Oeffnung mit geeignetem Schlußstück in eine schwalbenschwanzförmige Rille des sehr starken Radkranzes. Am einfachsten und betriebsichersten erscheint die Schaufelbefestigung der Parsons-Turbine: Gehäuse und Trommel erhalten schwach schwalbenschwanzförmig ausgedrehte Rillen, in welche die Schaufeln mit den Distanzstücken von oben eingelegt und verstemmt werden; gegen das Herausfliegen sind sie außerdem noch durch einen Drahtring, der durch Löcher an den Schaufelenden gezogen ist, gesichert. Bei Dampfgeschwindigkeiten über 450 m tritt leicht Anfressen der Schaufeln ein; die Parsons-Turbine hat im Maximum nur 150 m Dampfgeschwindigkeit. Bei Verwendung dünner Schaufeln wie bei Parsons und Rateau sind Materialfehler am ehesten ausgeschlossen. Gegen das Streifen der Schaufeln am Gehäuse schärft Brown, Boveri & Co. die Schaufeln am freien Ende zu, so daß sie sich leicht abschleifen und nicht abbrechen können.

Eine genaue Berücksichtigung verlangt die Wärmeausdehnung von rotierendem und festem Teil der Turbine. Turbinen