Text-Bild-Ansicht Band 322

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Wenn jetzt

l = n ∙ r, wobei n gewöhnlich 4–6 bei

, so läßt sich r im selben Maßstabe leicht bestimmen aus

Man ist jetzt imstande die Müllerschen Kreise alle zu schlagen (l – r, r und l).

Die gefundenen Schnittpunkte 1, 2, 3 und 4 der Kurbelstellungen bei Expansion, Vor-Ausströmung, Kompression und Vor – Einströmung (Ex., VA., Co. und VE.) mit dem l-Kreise (von Prof. Maller Distanzkreis genannt) überträgt man durch Kreisbogen (in Fig. 2 u. 3 punktiert) auf der x-Achse (vergleiche 3 ∙ 3' in Fig. 1) und findet somit die Punkte 1', 2', 3' und 4'.

Textabbildung Bd. 322, S. 690

Aus den beiden Endpunkten 5' und 6' der parallel zur x-Achse gezogenen Linie 5' – 6', worauf man, wie gebräuchlich, die Dampf abschnitte anträgt, zieht man durch die Punkte 5 und 6 zwei Geraden, die einander im Punkte O' schneiden.

Wir haben jetzt ein rechtwinkliges Dreieck O' 6' 5' mit einer Parallelen 5 – 6 zur Basis 5' – 6'. Zieht man von O' aus eine Gerade nach der Basis, so wird die Parallele 5 – 6 durch diese Linie im selben Verhältnis geteilt wie die Basis.

Man braucht demnach nur noch von O' durch die gefundenen Punkte 1' 2' 3' und 4' Geraden zu ziehen, welche dann auf 5' 6' die Dampfabschnitte mit Berücksichtigung der Endlichkeit der Schubstange im richtigen Verhältnis abschneiden.

Das Verfahren eignet sich besonders zur Ermittelung von e, i, r und δ bei gegebener Dampfverteilung, zu welchem Zwecke man die gewünschten Dampfabschnitte auf der Linie 5' – 6' aufträgt und damit das Schieberdiagramm konstruiert. Es gibt dann alle Kurbelstellungen sowohl bei endlichen als auch bei unendlichen Stangenlängen an.

Die punktierten Hilfskreise, sowie die r- und l – r-Kreise brauchen übrigens nicht mit aufgezeichnet zu werden, wodurch sich die Arbeit noch bedeutend vereinfacht.

In den Fig. 2 und 3 bedeuten Exu, VAu, Cou, VEu und Exe, VAe, Coe und VEe natürlich die Dampfabschnitte bei unendlicher resp. bei endlicher Stangenlänge.

Textabbildung Bd. 322, S. 690

In Fig. 4 ist ein Müllersches Doppelschieberdiagramm aufgezeichnet, wobei das Verhältnis

zugrunde gelegt ist. Es bedeutet darin: rg den Grundexzenterradius, re den Expansionsexzenterradius und rr den Relativexzenterradius.

Die Figur bedarf keiner weiteren Erklärung. Zur Ermittlung des Einflusses der Exzenterstangenlänge ist das Verfahren natürlich auch anwendbar, obwohl nicht empfehlenswert.

Der Einphasen-Wechselstrommotor.

Bauart, Wirkungsweise und Eigenschaften der bisher angegebenen Konstruktionen.

Von Dipl.-Ing. A. Linker.

(Fortsetzung von S. 676 d. Bd.)

Zur Erzeugung einer Kunstphase werden wie bei Tesla von M. Hutin und M. Le Blanc (75) zwei um eine halbe Polteilung gegeneinander verschobene Feldwicklungen benutzt, von denen die eine an Stelle des dort angegebenen induktiven Widerstandes einen Kondensator erhält, um in diesem Zweige eine Phasenvoreilung des Stromes gegenüber der Spannung zu erzeugen. Der rotierende Anker trägt außerdem eine zweiphasige Wicklung, in welche durch Schleifringe und Bürsten Widerstände zur Regulierung der Geschwindigkeit eingeschaltet werden. Abgesehen von der praktischen Unvollkommenheit des Kondensators hat dieser Motor infolge der Polwicklung dieselben Nachteile wie die Motoren von N. Tesla, bei denen in einer späteren24) Konstruktion (77) die Hilfspole

24)

E. T. Z., 20. März 1891, S. 155.