Text-Bild-Ansicht Band 322

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DINGLERS
POLYTECHNISCHES JOURNAL.

88. Jahrg., Bd. 322, Heft 49. Berlin, 7. Dezember 1907.

Herausgegeben von Professor M. Rudeloff, Dozent an der Königl. Technischen Hochschule zu Berlin-Charlottenburg.

Textabbildung Bd. 322, Hefttitelillustration

Jährlich 52 Hefte in Quart. Abonnementspreis vierteljährlich 6 Mark, direkt franko unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich 6 M. 65 Pf., für das Ausland 7 M. 30 Pf. Redaktionelle Sendungen und Mitteilungen bittet man zu richten an Professor M. Rudeloff, Groß-Lichterfelde-West, Fontanestraße, die Expedition betreffende Schreiben an Richard Dietze, Verlagsbuchhandlung (Dr. R. Dietze), Berlin W. 66, Buchhändlerhof 2.

Ermittlung der Abmessungen zu einem Hochwaldschen Schieber.

Von Professor W. Pickersgill-Stuttgart.

Im Nachstehenden sollen die grundlegenden Beziehungen abgeleitet werden, die für die Bemessung der einzelnen Kanalmündungen und Deckungen des in der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure 1905, S. 1324 u. f. an Hand einer schematischen Skizze beschriebenen Hochwaldschen Schiebers dienen können.

Anschließend daran soll an Hand einer Ausführungszeichnung der Maschinenfabrik A. Borsig in Berlin-Tegel eine Ausführungsvariante näher untersucht werden.

Zunächst sei nur bemerkt, daß sich der Hochwaldsche, Schieber vom Trick sehen Kanalschieber mit Ueberströmung bezüglich der Einströmung grundsätzlich nicht unterscheidet.

Textabbildung Bd. 322, S. 769
Textabbildung Bd. 322, S. 769

Die Verbesserung der Ausströmungsverhältnisse ist es vielmehr, welche den Hochwaldschen Schieber dem Trickschen wie dem Pennschen Schieber gegenüber überlegen macht.

Es mögen deswegen zuerst die Beziehungen für die Bemessung der Durchlaßweiten für die Ausströmung aufgestellt werden.

Hat der Schieber aus seiner Mittelstellung (Fig. 1) nach links die Wegesstrecke ξ = i zurückgelegt, so beginnt die Ausströmung an den drei Durchgängen A1, A2, A3 zugleich (Fig. 2).

Mit den Buchstaben A1A2A3 mögen die betreffenden Kanalmündungen in der Zylinderkanalplatte, mit a1a2a3 die zugehörigen Mündungsweiten im Schieber selbst bezeichnet sein (vergl. Fig. 3).

Nach einer Ausweichung des Schiebers nach links um

ξ = i + s+ i = 2i + s

sind die sämtlichen Durchlaßöffnungen für den Austritt um je s + i offen.

Alsdann bleibt a3 = i + s konstant, während die Eröffnungen bei a1 und a2 gleichmäßig zunehmen, bis die Kante b über die Kante c gelangt ist (Fig. 3). Damit hierbei die erforderliche Gesamtweite a für die Ausströmung vorhanden ist, müssen die Eröffnungen bei a1 und a2 je betragen

und beträgt der Schieberweg

1)

Würde der Schieber dann umkehren, also die Exzentrizität

betragen, so würde die größte Eröffnung für die Ausströmung nur während eines Augenblicks, in der Endlage des Schiebers, erreicht. Alsdann würde dieselbe in der gleichen Weise auf Null abnehmen, wie sie vorher auf a zugenommen hatte.

Ein solcher Schieber würde dem Pennschen gegenüber nicht im Vorteil sein, sondern würde diesem nachstehen, denn beim letzteren wird die größte Austrittsweite längere Zeit vor der Schieberendlage erreicht und während der gleichen Dauer nach der Endlage aufrecht erhalten.

Um dies beim Hochwaldschen Schieber zu erzielen, muß die Kante b (Fig. 3) die Kante c um z überschleifen.

Macht man hierbei

. . . . . . . . . . 1)

so öffnet die Kante l ebenso viel, als die Kante c während des Ueberschleifens absperrt, so daß während der Dauer des Ueberschleifens die Eröffnung für den Austritt a beträgt.

1)

Vergl. Z. d. V. d. I. 1905, S. 1326 unten links.