Text-Bild-Ansicht Band 322

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verursacht, wird nach einem späteren Patent (269) die gleichmäßig verteilte Statorwicklung nach Fig. 130 unter einem Winkel, welcher mit der Achse des Hauptfeldes den doppelten Bürstenverstellungswinkel a = 2 x einschließt und 60° nicht übersteigt, auf einen veränderlichen induktiven Widerstand L geschaltet. Dadurch ist es möglich, bei entsprechender Wahl von L für normalen Betrieb im Synchronismus eine vollständige Aufhebung oder sogar Ueberkompensierung der Phasenverschiebung zu erhalten. Ist der Winkel a kleiner als 45°, so wird das Querfeld gegenüber dem Hauptfelde verstärkt und die Leistungsfähigkeit des Motors gegenüber einem gewöhnlichen Repulsionsmotor gesteigert, so daß auch diese Konstruktion erfolgreich zu werden scheint.

Textabbildung Bd. 322, S. 781

Die Siemens-Schuckertwerke, Berlin, (268, 291) erhalten bei einem Repulsionsmotor mit zweiteiliger Statorwicklung nach Fig. 131 eine Phasenkompensation, indem sie die Armatur A mit einer zusätzlichen EMK speisen, die der Sekundärwicklung II eines Transformators T entnommen wird. Dadurch läßt sich nämlich die Gegen-EMK des Ankers, welche durch Rotation im Hauptfelde I zwischen den Bürsten entsteht, aufheben. Der Motor ist demnach bei dieser Schaltung einem Nebenschlußmotor ohne Ankerkompensation aber mit Bürstenverschiebung äquivalent.

Textabbildung Bd. 322, S. 781
Textabbildung Bd. 322, S. 781

Von der Allg. Elektr.-Gesellschaft, Berlin (277) ist ferner ein kompensierter Hauptschlußmotor angegeben, bei welchem nach Fig. 132 der Strom dem Anker A über die Primärwicklung I eines Transformators T zugeführt wird, während der Stator an der Sekundärwicklung II liegt. Außerdem sind zwei kurzgeschlossene Bürsten in der Richtung des Statorfeldes angebracht. Die Maschine besitzt die Charakteristik eines Hauptschlußmotors und kann durch die Aenderung des Transformationsverhältnisses geregelt werden; und zwar wird bei gleicher Ankerstromstärke die Umdrehungszahl größer, wenn man die primäre Windungszahl erniedrigt.

Abweichend von den bisher angewandten Methoden hat die Allgem. Elektr.-Gesellschaft, Berlin (288) bei einem Nebenschlußmotor die Phasenverschiebung dadurch kompensiert, daß sie das Feld des Motors durch einen von diesem oder einem Hilfsmotor angetriebenen Generator fremd erregt. Dadurch ist es möglich, das Verhältnis zwischen Ankerspannung und Feldstärke der Intensität und Phase nach in gewünschter Weise zu ändern, so daß der Leistungsfaktor cos φ = 1 werden kann. Der Motor ist jedoch wegen seiner Kompliziertheit in dieser Form praktisch wenig brauchbar.

Textabbildung Bd. 322, S. 781

Fig. 133 zeigt das Schema eines von der Elektr.-Aktiengesellschaft vorm. W. Lahmeyer & Co., Frankfurt a. M, um das Jahr 1904 gebauten kompensierten Repulsionsmotors. Er besitzt in dieser neueren Form den Vorteil, daß man durch entsprechende Wahl des Uebersetzungsverhältnisses im Nebenschlußtransformator T die Charakteristik eines Haupt- oder Nebenschlußmotors erhalten kann. Jedoch wird er niemals die synchrone Geschwindigkeit überschreiten. Durch die Aenderung der dem Anker A vom Transformator zugeführten Spannung ist es möglich, die Umdrehungszahl zu regulieren und außerdem bei verschiedenen Geschwindigkeiten die Phasenverschiebung zu kompensieren. Eine Umsteuerung läßt sich ferner in ähnlicher Weise wie beim Motor von Atkinson (Fig. 79) erreichen, indem der Stator 6'' eine gegen die Hauptwicklung verschobene Hilfswicklung erhält, welche auch mit der Hauptwicklung durch einen Hauptschlußtransformator verbunden sein kann. Bei 5 bis 10 v. H. Uebersynchronismus kann der Motor schon mit Vollast aufs Netz zurückarbeiten, er eignet sich daher infolge der geschilderten Eigenschaften besonders für Bahnbetrieb. Auch der Leistungsfaktor wird bei übersynchronem Betrieb negativ, so daß der Motor auch als Phasenregler Verwendung finden kann. Diese Anordnung scheint ebenfalls Aussicht auf Erfolg zu haben.

Da der Reguliertransformator T nur für etwa ⅕ der Motorleistung gebaut ist, und der Hauptschlußtransformator zum Speisen des Hilfsfeldes nur beim Anlauf benutzt wird und daher stark beansprucht werden darf, so bedeuten diese beiden Anordnungen keine wesentliche Beeinträchtigung der Eigenschaften eines guten Bahnmotors.

(Fortsetzung folgt.)

Zeitschriftenschau.

Apparate.

Indikator. (Wagener.) Um bei Kurbelweg- oder Zeitdiagrammen die den bestimmten Lagen des Triebwerkes entsprechenden Punkte einzutragen, werden bisher besondere meist elektromagnetisch gesteuerte Schreibzeuge verwendet, die gleichzeitig dazu dienen können, mit Hilfe eines besonderen Stromsenders Zeitmarken in die Diagramme einzutragen.

Bei dem neuen Markenschreibzeug des Verf. wird ein an dem Anker eines Elektromagneten federnd aufgehängter Schreibhebel verwendet. Wird hierbei mittels eines an der Hauptoder der Steuerwelle der zu untersuchenden Maschine angebrachten Stromsenders der Elektromagnet erregt, so wird nicht nur eine Ortmarke, sondern dahinter in einer wellenförmigen Linie das Bild einer gedämpften Schwingung aufgezeichnet. Aus diesem Linienzuge kann dann die Geschwindigkeit ermittelt werden, mit der sich die Schreibfläche während des Indizierens bewegt hat. Die Auswertung dieses wellenförmigen Linienzuges sowie die Feststellung der Nacheilungsdauer des Markenschreibzeuges wird ausführlich erläutert. (Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure 1907, S. 1365–1374.)

Pr.

Elektrotechnik.

Elektrolytische Zinkabscheidung. (Snowdon.) Untersucht wurden die Bedingungen der Zinkabscheidung an rotierender