Text-Bild-Ansicht Band 326

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Belastung ärmer werden, ohne daß irgend ein beweglicher Teil verstellt werden muß. Insbesondere wird das ein Vorzug sein vor den Vergasern, welche mittels Federn, die unter dem Einfluß des Unterdruckes im Saugrohr stehen, die Menge der in die Spritzdüse tretenden Flüssigkeit verändern. Die Düsen e und f können zweckmäßig durch einen kleinen Körper nach Art der Fig. 16 ersetzt werden.

Textabbildung Bd. 326, S. 104
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An konstruktiven Einzelheiten, die bekanntlich gerade im Gaskraftmaschinenbau mit seinen komplizierten Wärme-Uebertragungsverhältnissen eine große Rolle spielen, ist zunächst das D. R. P. Nr. 224360/46 c, Gruppe 4 zu erwähnen. Dasselbe behandelt (siehe Fig. 17 und 18) eine Verstärkung der Ansatzstelle des Ventilgehäuses an den Zylinder. Diese Stelle, welche stark durch die hohe Verbrennungstemperatur beansprucht ist, und außerdem infolge ihrer Lage nicht immer frei von Gußspannungen ist, wird in der vorliegenden Anordnung durch ein eingegossenes Rohr aus Schmiedeeisen verstärkt, das außerdem noch von dem Kühlwasser durchströmt wird.

Es ist anzunehmen, daß eine derartige Verstärkung den häufigen Rissen dieser schwachen Stelle am Gasmaschinenzylinder besser entgegenwirken wird, als die hier und da angewendeten vollen Eisenanker, die zu verstärkten Wärmestauungen an der gefährdeten Stelle Veranlassung geben können und so manchmal mehr schaden als nützen.

Aus dem Gebiete des Fahrzeugmotorenbaues ist eine Erfindung erwähnenswert, die zeigt, daß die Erfinder nicht nur auf ihren Geldbeutel, sondern auch auf das Wohl ihrer Mitmenschen bedacht sind. Das ist das D. R. P. Nr. 225766/46 c, Gruppe 32. Dasselbe behandelt eine Vorrichtung zur vollständigen Verbrennung der übelriechenden Auspuffgase der Automobil-Motoren. Die Erfindung will die noch unverbrannten Gase an einer ständig brennenden Zündflamme, die noch dazu durch einen Teil der Gase gespeist werden soll, entzünden und vollständig verbrennen. Es scheint mehr als fraglich, ob auf diesem Wege Erfolge erzielt werden können. Nicht eine Verbrennung nach dem Zylinder, sondern eine solche im Zylinder ist es, wonach verständige Konstrukteure von Fahrzeugmaschinen usw. streben.

Textabbildung Bd. 326, S. 104

Ein etwas anderes, aber auf dem gleichen Gebiet liegendes Problem behandelt das D. R. P. 224219/46c, Gruppe 32. Es ist jedem, der einmal einen Maschinenraum betreten hat, in dem Verbrennungsmaschinen ohne vollständige Kapselung der Getriebeteile liefen, bekannt, daß nach einer gewissen Laufzeit der Maschine die Kolbenringe nicht mehr vollständig dicht halten, und daß dann ein Teil des unverbrannten Gemisches und der Verbrennungsgase in den Maschinenraum treten und hier die Luft verunreinigen. Eine derartige Verunreinigung kann bei alten, nicht gut instandgehaltenen Maschinen einen solchen Grad annehmen, daß der zuständige Gewerbeaufsichts-Beamte den Betrieb der Maschine verbietet. Das vorliegende Patent schließt nun den Zylinder der Maschine vorn durch einen Deckel ab, der nur einen Schlitz für die Pleuelstange frei läßt. Durch diesen Schlitz wird nun mit Hilfe eines kleinen Ventilators Luft in den Zylinderraum eingesaugt, die ein Austreten von Verbrennungsgasen usw. verhindert. Die Abführung der schlechten Gase und der Luft erfolgt durch einen Ringraum, der den Zylinderdeckel rings umgibt (siehe Fig. 19).

(Fortsetzung folgt.)

Ueber Labyrinthdichtungen für Wasser.

Von Karl Just.

(Schluß von S. 87 d. Bd.)

Der Spalt mit einer festen und einer sich drehenden Wand.

In der Praxis haben die Spalte mit ruhenden Wänden keine große Bedeutung. Wenn sie hier so ausführlich behandelt wurden, so hat dies darin seinen Grund, daß bei ihnen mit einfacheren Mitteln und mit größerer Genauigkeit die Verhältnisse untersucht werden konnten. Der Umstand insbesondere, daß die Spaltweite bei zylinderischen Spalten, wenn das äußere Gehäuse nicht zweiteilig ist, nie so leicht und genau gemessen werden kann wie bei den ebenen, führte gerade zu diesen. Will man nun die bisher gefundenen Ergebnisse auf die Spalte ausdehnen mit einer festen und einer rotierenden Wand, so ist dazu noch der Einfluß der Rotation zu untersuchen.

Es wurde dazu ein neuer Apparat benutzt. Derselbe ist in Fig. 34 dargestellt. Er besteht aus einem Gehäuse aus Gußeisen, in dem sich ein Rad bewegt. Das Gehäuse ist gebildet aus einer zylinderisch ausgedrehten Seitenwand von 200,72 mm Durchmesser, einem vollen Deckel und einem mit Aussparungen versehenen Boden. In den zylindrischen Teil paßt gut zentriert ein Rad mit vollem Boden von 58 mm Radbreite und 200 mm Durchmesser, dessen Welle sich auf eine Büchse aus Bronze stützt, und die daher am Ende als Stützzapfenlager ausgebildet ist. Durch eine Bronzebüchse im Deckel wird die Welle andererseits durchgeführt. Die Dichtung und Schmierung geschah hier mittels konsistentem Fett. Deckel, Seitenwand und Boden wurden durch sechs Schrauben zusammengespannt.