Text-Bild-Ansicht Band 326

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Die Hebemaschinen auf der Weltausstellung in Brüssel 1910.

Von K. Drews, Oberlehrer an der Kgl. höheren Maschinenbauschule zu Posen.

(Fortsetzung von S. 132 d. Bd.)

Verlade- und Transportvorrichtungen von Adolf Bleichert & Co. in Leipzig.

In der Halle für Ingenieurwesen befand sich auch der Stand der Firma Adolf Bleichert & Co. in Leipzig. Es war dort ausgestellt eine Elektrohängebahn mit selbsttätiger Streckenblockierung und Weichenstellung im Betrieb, ferner das Modell einer Verladebrücke und das einer Haldendrahtseilbahn. Das Elektrohängebahnsystem der Firma Bleichert ist in dieser Zeitschrift wiederholt besprochen worden;5) außerdem soll im laufenden Jahrgang diesem System in seiner jetzigen Gestalt ein besonderer Bericht gewidmet werden. Ich sehe deshalb von einer Besprechung der ausgestellten Hängebahn im Rahmen dieses Ausstellungsberichtes ab. Ebenso verweise ich die Leser dieser Zeitschrift bezüglich des Modelles der Verladebrücke auf D. p. J. 1909, S. 55.

Textabbildung Bd. 326, S. 218

Das ausgestellte Modell der Haldendrahtseilbahn zeigte die charakteristischen Eigentümlichkeiten des Bleichertschen Systems, D.R.-P. 150197. Wenngleich Zechen- und Hüttenwerke bemüht sind, ihre Abfälle nutzbringend zu verwerten, so bleiben doch noch immer große Massen übrig, die irgendwo untergebracht werden müssen. In jenen Betrieben werden nun die Abfälle auf Halden geschüttet. Ist nun in bevölkerten Gegenden wie z.B. in Rheinland-Westfalen der Grund und Boden teuer, so wird eine gute Ausnutzung der Bodenfläche zur Notwendigkeit. Die Halde muß also so hoch wie möglich aufgeschüttet werden. Muß man schon bei geringer Schütthöhe auf möglichst geringe Transportkosten hinarbeiten, so gilt dies noch mehr bei großen Schütthöhen, wo die Transportschwierigkeiten wachsen. Drahtseilbahnen sind bei verhältnismäßig geringen Schütthöhen und großer Bodenfläche schon immer verwandt worden; es waren dabei zur Verteilung des Materials über die Halde jedoch in den meisten Fällen Arbeiter erforderlich. Die Bleichertsche Haldenbrücke gestattet es nun, mit der Schütthöhe sehr hoch, bis 125 m, zu gehen; außerdem ist ihr Betrieb selbsttätig, Arbeiter sind auf der Halde nicht erforderlich.

Textabbildung Bd. 326, S. 218
5)

D. p. J. 1904, S. 119; 1906 S. 227; 1910 S. 245 u. 542.