Text-Bild-Ansicht Band 326

Bild:
<< vorherige Seite

wird. Hieran schließt sich die Druckleitung, welche mit 1400 m Länge 411,5 m Gefälle liefert und deren Durchmesser nach unten hin von 508 mm auf 356 mm abnimmt, während die Wandstärke fast durchweg 10 mm beträgt. Im einzelnen haben von dieser Leitung

233
219,5
233
m

508
432
356
mm



und

10
10
10
mm

Wandstärke


genietet
268
140
329


356
356
356






6,4
8
10




überlappt
geschweißt.

Die Druckleitung ist für eine Durchflußmenge von 12,74 cbm i. d. Sek. bemessen, doch sinkt der Wasserzufluß in den trockenen Monaten bis auf 5,95 cbm i. d. Sek. Am Maschinenhaus teilt sich die Leitung in zwei Stränge, welche die 152 mm weiten Düsen von zwei Pelton-Rädern mit 1372 mm speisen. Diese sind für eine Leistung von 600 PS bei 600 Umdr. i. d. Min. berechnet und treiben Drehstromdynamos von je 350 KW Leistung bei 6600 Volt Spannung. Bemerkenswert ist, daß beide Turbinen von einem gemeinsamen Druckölregulator beeinflußt werden. Zu diesem Zweck wird der Riemen, welcher den Regulator antreibt, über zwei Scheiben gelegt, welche auf den Enden der bis auf 3 mm aneinanderstoßenden Turbinenwellen aufgesetzt sind. Ist eine Turbine außer Betrieb, so wird der Riemen so verschoben, daß er nur auf der einen Scheibe liegt. Beim Regeln der Leistung wird durch einen Abweiser ein Teil des Strahles abgelenkt.

Das in diesem Werk verbrauchte Wasser läuft zusammen mit dem Wasser eines anderen Flusses durch ein 2011 m langes, mit 0,0015 v. H. Gefälle angelegtes hölzernes Gerinne, welches für eine größte Wassermenge von 32,75 cbm i. d. Sek. bemessen ist, dem zweiten Kraftwerk Guadeloupe zu, welches eine 640 m lange, 152,4 m Gefälle ergebende Druckleitung und zwei Pelton-Turbinen von je 450 PS besitzt. Der erzeugte Strom wird ohne Transformierung 5,2 km weit nach den Bergwerken der oben genannten Gesellschaft übertragen und für den Antrieb von Kompressoren sowie von Erzstampfmühlen benutzt. [The Engineering Record 1910, II, S. 716.]

H.

Bücherschau.

Die Bekämpfung des Straßenstaubes. Von F. Loewe, Geh. Hofrat und Professor an der Königl. Technischen Hochschule zu München. 30 Seiten mit 23 Figuren im Text. Wiesbaden 1910. C. W. Kreidel. Preis geh. M 1,40.

Die kleine Schrift ist eine Ergänzung zu des Verfassers bekanntem Lehr- und Handbuche der Straßenbaukunde, die durch die Bedeutung des obigen Themas erforderlich wurde. Die starke Zunahme des Automobilverkehrs hat den Straßenerbauer vor eine Reihe neuer wichtiger Aufgaben gestellt. Die Schwere der modernen Fahrzeuge, vor allem aber ihre große Geschwindigkeit bewirken eine weit raschere Abnutzung der Straßen als in früherer Zeit; Hand in Hand hiermit geht eine erhebliche Vermehrung des Straßenstaubes, der in der Hauptsache aus losgelöstem und zermalmtem Baumaterial des Straßenkörpers besteht. Es sind daher nicht nur hygienische, sondern auch wirtschaftliche Gesichtspunkte, die die Bekämpfung des Straßenstaubes erforderlich machen. Zur Lösung dieser Aufgabe hat sich auf Veranlassung des französischen Ministers Barthou eine Vereinigung der Ingenieure aller Länder gebildet, die auf den internationalen Straßenkongressen ihre Erfahrungen austauschen. Der erste dieser Kongresse fand 1908 in Paris statt, der zweite wurde im vorigen Jahre in Brüssel abgehalten. Indem der Verfasser die Beratungen dieser Vereinigung seinen Ausführungen zugrunde legt, schildert er die Entwicklung dieser Technik. Die älteste Art der Staubbekämpfung ist das Wassersprengen, dessen Wirkung jedoch, besonders auf Chausseen, nur von kurzer Dauer ist. Man versuchte daher schon früher die Sprengwirkung des Wassers durch Zusatz hygroskopischer Salze zu erhöhen. Einen weiteren Fortschritt bedeutete die Anwendung von Oelemulsionen, die zwar für einige Zeit den Staub binden, den Straßenkörper aber nur wenig gegen Abnutzung schützen. Die besten Erfolge erzielte man bisher mit dem Teer, der nach zwei Verfahren, entweder als Oberflächenteerung oder als Innenteerung, Anwendung findet. Die hierzu benutzten Apparate, die teils für Handbetrieb, teils für mechanischen Betrieb eingerichtet sind, werden durch zahlreiche Figuren veranschaulicht. Für den Fachmann sind die beigefügten Literaturangaben von besonderem Werte, aber auch dem Laien bietet die kleine Schrift viel Interessantes.

A. Sander.

Die Dampfmaschinen (Kolbendampfmaschinen und Dampfturbinen), Lehr- und Handbuch für Studierende, Techniker und Ingenieure. Bearbeitet von A. Pohlhausen, Dipl. Maschineningenieur. Bd. I: Die Wärmemechanik und die Kolbendampfmaschinen. Dritte, völlig neu bearbeitete Auflage. Mit 20 Tafeln und 454 Figuren. Mittweida 1910. Polytechn. Buchhandlung (R. Schulze).

Das bekannte Werk erscheint in III. Auflage in äußerlich j völlig veränderter Gestalt. Im ersten Teil des vorliegenden I. Bandes, dem ein zweiter über Dampfturbinen folgen soll, wird auf 44 Seiten im Format von 26 × 17 cm die Wärmemechanik in gedrängter Darstellung behandelt. Als Einleitung zu einem Werk über Dampfmaschinen hätte manches noch kürzer gefaßt werden können. Der zweite Teil des Bandes mit 495 Seiten behandelt die stationäre Dampfmaschine (unter Ausschluß der Lokomobilen), und zwar vorwiegend vom Standpunkte des Unterrichts. Ein knapper, das Wesentliche enthaltender Text vereinigt sich mit einer großen Zahl gut dargestellter und ausgeführter Textfiguren, darunter vielen konstruktiven. Die seit dem Erscheinen der vorigen Auflage zutage getretenen Fortschritte im Dampfmaschinenbau sind gebührend berücksichtigt. Die dem Text als Anhang beigehefteten Tafeln enthalten größere zusammengehörige Konstruktionen. Im Gegensatz zu den früheren Auflagen sind sie einfarbig gehalten.

Auch die neue Auflage wird den im Titelblatt bezeichneten Kreisen gute Dienste leisten.

S.

Bei der Redaktion eingegangene Bücher.

Leitfaden der Kurvenlehre (Analytische Geometrie der Ebene). Von Prof. Dr. K. Düsing. Für höhere technische Lehranstalten und zum Selbstunterricht. Mit zahlreichen Anwendungen aus der Technik von Dipl.-Ing. Ernst Preger, sowie vielen Uebungen und 117 Figuren. Hannover 1911. Dr. Max Jänecke. Lehrbuch der Leuchtgasindustrie. Von Dr. Wilhelm Bertelsmann, Dipl.-Ing. Zwei Bände. I. Band: Die Erzeugung des Leuchtgases. Mit 12 Tafeln und 401 Figuren. Stuttgart 1911. Ferdinand Enke. Die graphische Statik der starren Systeme. Von Dr. Lebrecht Henneberg, Geh. Hofrat und Professor der Mechanik an der Großherzogl. Technischen Hochschule zu Darmstadt. Mit 394 Figuren. Leipzig und Berlin 1911. B. G. Teubner. Preis geb. M 24,–. Fabrikschulen. Eine Anleitung zur Gründung, Einrichtung und Verwaltung von Fortbildungsschulen für Lehrlinge und jugendliche Arbeiter. Von Curt Kohlmann. Berlin 1911. Julius Springer. Preis geh. M 3,60.