Text-Bild-Ansicht Band 326

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nur einen Motor für Heben und Schwenken. Das Fahren wurde durch Kurbelantrieb von Hand bewirkt. Die Tragkraft betrug 5 t, die größte Ausladung 8 m. Die Krane boten in ihrer Konstruktion nichts, was über das Gewöhnliche hinausgeht.

Dasselbe gilt von dem ebenfalls dort ausgestellten normalen fahrbaren Drehkran der Firma Gustin Fils, Nancy. Von den weiteren Ausstellungsgegenständen dieser Firma in der Maschinenhalle sind noch ihre elektrischen Flaschenzüge7) zu nennen. Fig. 55 läßt ihren konstruktiven Aufhau erkennen. Der Motor treibt zunächst mittels einer Kette die Vorgelegewelle an, von der die Bewegung mittels eines Stirnräderpaares auf die Kettennußwelle übertragen wird. Die Bremse ist eine Lastdruckbremse. Gegenüber den älteren Flaschenzügen mit reinem Stirnräderantrieb, von denen ein Exemplar zum Vergleich mit ausgestellt war, liefen die neueren viel ruhiger und mit weniger Geräusch. Die Firma stellt diese Flaschenzüge von 250–8000 kg Tragkraft und 2–40 m minutl. Geschwindigkeit her.

Textabbildung Bd. 326, S. 269

Endlich sei noch in Fig. 56 die elektrisch betriebene Aufzugswinde für Hochöfen der Soc. An. des Ateliers Détombay in Marcinelle-Charleroi dargestellt. Die ausgestellte Winde war für die Soc. An. Métallurgique d'Espérance-Langdoz in Lüttich bestimmt. Sie wird durch zwei Drehstrommotoren von je 40 PS angetrieben. Jm gewöhnlichen Betriebe sind beide Seiten der Winde miteinander gekuppelt. Bei Betriebsstörungen an der einen Seite kann der Betrieb dann mit der anderen allein aufrecht erhalten werden. Auf der Mitte der Trommelwelle sitzt die Fallgewichtsnotbremse, auf den beiden Motorwellen je eine elektromagnetische Betriebsbremse.

Die Winde kann nach einem Teufenzeiger oder selbsttätig durch Endschalter gesteuert werden.

Textabbildung Bd. 326, S. 269

Dieselbe Firma hatte auf ihrem Stande auch einen Gießpfannenwagen (Fig. 57) ausgestellt. Der Wagen soll das flüssige Roheisen vom Hochofen zum Stahlwerk schaffen. Die Pfanne faßt 20 t Eisen. Im Stahlwerk wird sie mit den beiden oberen Zapfen in die Haken eines Gießkranes eingehängt. Auf dem Wagen ruht die Pfanne in Zapfen; sie kann dort mittels einer Handkurbel gekippt werden.

Polytechnische Rundschau.

Untersuchung einer 200 KW A. E. G.-Turbine.

Die Versuche wurden mit veränderter Leistung, Ueberhitzung und Abdampfspannung, ferner mit und ohne Düsenregulierung vorgenommen. Die untersuchte Turbine ist eine zweistufige Curtis-Turbine der A. E. G. mit je zwei Geschwindigkeitsstufen. Die Hochdruckstufe wird normal von sechs Düsen beaufschlagt, zwei und drei Düsen können im Bedarfsfalle zugeschaltet werden. Die Turbine ist- mit einer Gleichstromdynamo gekuppelt und arbeitet normal mit 3000 Touren; bei den Versuchen lief die Maschine aber nur mit 2800 Umdr., auch wurden die Versuche nicht bei voller Leistung ausgeführt. Die Kondensatmessung erfolgte durch Messung der Stauhöhe bei Ausfluß aus geeichten Oeffnungen. Der wahrscheinliche Fehler wurde zu etwa ⅓ v. H. bestimmt. Zur Messung des Dampfzustandes an den verschiedenen Stellen der Turbine wurden genaue Temperatur- und Druckbeobachtungen gemacht; die Umdrehungszahl der Turbine wurde bei allen Versuchen konstant gehalten. Die elektrischen Verluste wurden durch genaue Widerstandsmessungen im kalten und warmen Zustand der Dynamo vorgenommen, die Reibungsverluste des Aggregats wurden durch Messung des Energieverbrauchs gewonnen, wobei die Dynamo als Motor geschaltet war. Getrennt davon wurde die Bürstenreibung durch Auslaufversuche ermittelt. Bei den Versuchen mit der als Motor laufenden Dynamo wurde das Turbineninnere durch die Stopfbuchsen unter Dampf gehalten; die Düsen waren abgesperrt. Die Versuche ergaben eine Leerlaufarbeit von 19,16 KW; die Bürstenreibung betrug nach den Auslaufversuchen 1,16 KW. Die Ermittlung des Trägheitsmomentes aller rotierenden Teile ergab 8,82 kg/qm, des Dynamoankers 2,50 kg/qm und der Turbinenräder 6,32 kg/qm. Bei einer Parsons-Trommel einer Turbine von annähernd gleicher Leistung betrug das Trägheitsmoment nur 0,72 kg/qm, das des Dynamoankers aber 5,10 kg/qm.

Die Verluste in der Dynamomaschine, die Kupfer-, Eisen- und Erregerverluste wurden einzeln bestimmt; der Wirkungsgrad der Dynamomaschine ergab sich daraus zu 89 v. H. Ebenso wurden die Lagerreibung und die Radreibungsarbeit bestimmt. Für letztere ließ sich der Arbeitsverbrauch durch die Formel ausdrücken Nr = 11,3 . 10 – 9 . n2,76 . γ in PS, worin y das spez. Gewicht des Dampfes bedeutet. Als Radreibungsarbeit wurde nach der Stodolaschen Formel für das Hochdruckrad 8,6 PS und für das Niederdruckrad 11,5 PS gefunden; die Gesamtreibungsarbeit von 20,1 PS = 14,8 KW stimmte gut mit dem gemessenen Betrag von 15,26 KW überein.

Die Verluste durch ausgestrahlte Wärme wurden dadurch

7)

D. p. J. 1906, S. 226